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Tücken der Null - Diego: «Ein Punkt besser als nichts»

Augsburg (dpa) - Die Null stand zwischen Augsburg und Wolfsburg. Hinten ist das gut, vorne schlecht - vor allem bei den Ansprüchen der teuren Truppe von Felix Magath. Der VfL-Coach sucht noch seine Erfolgsformation - dem Spieltagsmotto für Integration wird er auf verblüffende Art gerecht.

Torflaute
Wolfsburgs Trainer Felix Magath muss noch an der Offensive seiner Mannschaft arbeiten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: dpa

Diego biss erst noch mal in seinen Marmorkuchen, bevor er den tristen Fußball-Abend in sechs Worten zusammenfasste. «Ein Punkt ist besser als nichts», meinte der vergeblich um ein wenig Spielkultur bemühte Wolfsburger Spielmacher. Nein, das Auftaktspiel des 3. Bundesliga-Spieltags war nichts für Fußball-Feinschmecker, entsprechend krampfhaft suchten die eigentlichen Männer vom Fach nach dem 0:0 zwischen dem Abstiegskandidaten FC Augsburg und dem für viel Geld zusammengekauften VfL Wolfsburg nach positiven Erkenntnissen.

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Die Null stand - das war auch schon das Erfreulichste für beide Trainer. «Defensiv haben wir viel besser gespielt als gegen Hannover. Das war für mich wichtig», erklärte VfL-Coach Felix Magath. Markus Weinzierl durfte sich sogar über seinen ersten Punktgewinn überhaupt als Cheftrainer des FC Augsburg freuen. «Wichtig war, dass wir nicht verloren und zu Null gespielt haben», resümierte der 37-Jährige.

Das Tückische an der Null war, dass sie auch vorne schon wieder stand. Ein Törchen - mehr haben beide Vereine in drei Spielen nicht zustande gebracht. Vor allem für die Wolfsburger Millionentruppe ist diese Ausbeute ein Armutszeugnis, das auch Magath Sorgen bereitet: «An der Offensive werden wir weiter arbeiten müssen.»

Der einstige «Magier» bastelt in seinem megagroßen Kader weiter an der richtigen Mischung und Zusammenstellung. «Wir suchen noch die beste Elf», bemerkte der vom FC Bayern gekommene Ivica Olic.

Passend zum Spieltag der Bundesliga für Integration zauberte Magath am Freitagabend vor 28 512 Zuschauern in der Augsburger Arena die ausgemusterten Dänen Simon Kjaer und Thomas Kahlenberg aus dem Hut und postierte das Duo auch noch als Doppel-Sechs vor die Abwehr. «Für beide war das sozusagen das erste Mal auf der Position. Sie haben ihre Sache ausgezeichnet gemacht», lobte Magath.

Verblüfft über den Schachzug, mit dem Magath den Größenvorteilen der gegnerischen Kopfball-Spezialisten bei Standardsituationen begegnen wollte, waren auch die eigenen Profis. «Natürlich haben wir das so nicht erwartet», verriet VfL-Verteidiger Emanuel Pogatetz.

Für Kahlenberg kam seine Aufstellung völlig unverhofft. «Es war eine Überraschung. Aber ich bin hier, um Fußball zu spielen. Es hat Spaß gemacht», sagte der Däne, der sogar fast noch mit dem Kopf das Siegtor erzielt hätte (72. Minute). «Das wäre überragend gewesen.»

Kjaer, der ursprünglich nie mehr unter Magath spielen wollte, aber es nach seiner Rückkehr vom AS Rom wieder muss, erfüllte auf der ungewohnten Position «professionell» seinen Job, wie er betonte: «Mit 15 habe ich mal Sechser gespielt. Ich bleibe aber Abwehrspieler.»

Die Maßnahme führte immerhin zu mehr Stabilität als bei der 0:4-Demontage gegen Hannover. «Es war eine Steigerung zum letzten Spiel, was aber nicht schwer war», bemerkte Pogatetz. Zumal die Augsburger nach schwungvollem Beginn offensiv erschreckend harmlos und eindimensional agierten, wie auch Trainer Weinzierl eingestand: «Wir haben zu wenig Fußball gespielt, zu viele lange Bälle geschlagen. Wir haben noch Luft in der Vorwärtsbewegung.»