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TSV-Ringer marschieren zum Meistertitel

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TSV-Ringer Alexander Petersen wirbelt seinen Kontrahenten Dominik Hauber durch die Luft und holt am Ende zwei Punkte für sein Team. Weitere Fotos vom Kampf unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Foto: Waßmuth)

Berchtesgaden – Die Ringer des TSV Berchtesgaden setzten am Samstag ein erneutes Ausrufezeichen. Mit einem deutlichen 30:4-Erfolg schickten sie in der bis auf den letzten Platz besetzten Breitwiesenhalle den TSV Kottern nach Hause. Nach dem elften Sieg im 13. Meisterschaftskampf dieser Saison steht der TSV Berchtesgaden vor dem abschließenden Lokalderby in Anger bereits als Meister der Landesliga Süd fest und ringt entweder gegen den KSV Bamberg oder den SC 04 Nürnberg um den Aufstieg in die Bayernliga.


Wegen des Kramperltages war die Begegnung bereits um 10.30 Uhr angesetzt. Dennoch strömten die Zuschauer herbei, um den TSV Berchtesgaden zum Meistertitel zu »tragen«. Nachdem Berchtesgaden im Allgäu gegen den Tabellenfünften nur mit 18:15 gewonnen hatte, sah es beim Rückkampf an der Breitwiese ganz anders aus. Freilich war der TSV Berchtesgaden nun auch stärker aufgestellt, während die Gäste aus Verletzungsgründen nicht die beste Formation auf die Matte brachten. Sehr hoch anzurechnen war dem TSV Kottern, dass der Verein die Terminverlegung auf Samstagvormittag akzeptiert hat. Offensichtlich nützten die Kotterner den letzten Auswärtskampf dieser Saison gleichzeitig als Vereinsausflug.

So siegten in der Breitwiesenhalle zwei Berchtesgadener auf Schulter, drei weitere gewannen mit Technischer Überlegenheit und zwei TSV-Ringer lagen recht deutlich nach Punkten voran. Nur Nachwuchsringer Marius Mackamul war gegen den sehr hart ringenden Vincent Graf (G 86 A) ohne Chance. Nach 25 Sekunden drückte der Kotterner seinem Gegenüber in Bodenlage die Luft ab, sodass Mackamul einige Sekunden besinnungslos auf der Matte lag, ehe er zum Sportgruß aufstehen konnte.

Alle weiteren Kämpfe verliefen mehr oder weniger deutlich zugunsten der Mattenherren, sodass sich die Spannung am Kramperltag in Grenzen hielt. Wolfgang Heil, der in 18 Sekunden einen Rekordsieg auf die Matte legte, erklärte, dass die sechs Kramperl im Team nicht »gelaufen« wären, hätte der Kampf wie ausgeschrieben am Abend stattgefunden. Im Namen der Mannschaft richtete Heil einen großen Dank an den fairen TSV Kottern.

Die Kämpfe in der Statistik: G 57: Sebastian Hillebrand – Alex Bögel 4:0 (16:0/1:25 Minuten), F 130: Hans Preinfalk – Alfredo Santangelo 2:0 (4:1), F 61: Wolfgang Heil – Pierre Sulzer 4:0 (SS/0:18), G 98: Richard Dajka – Angelo Perri 4:0 (SS 0:04), G 66 A: Korbinian Hillebrand kampflos Sieger, F 86 B – Andreas Andris Rühle – Sebastian Trunzer 4:0 (16:0/1:14), F 66 B: Christoph Graßl – Robert Schneider 2:0 (12:6), G 86 A: Marius Mackamul – Vincent Graf 0:4 (SN/0:25), G 75 A: Alexander Petersen – Dominik Hauber 2:0 (9:2), F 75 B: Andreas Hillebrand – Antonio Nicolosi 4:0 (15:0/0:38). Endstand 30:4.

Nachdem der TSV Berchtesgaden ab Mitte der 70er bis Ende der 90er Jahre erfolgreich in der 2. Bundesliga gerungen hatte, folgte ein sportlicher Abstieg, der schließlich mit dem Rückzug der Mannschaft endete. Erst als man sich sportlich neu aufgestellt hatte, ging es langsam wieder bergauf. Von teilweise nur noch 40 Zuschauern wurden es immer mehr und in dieser Saison sahen bis zu 400 begeisterte Zuschauer die sieben Heimkämpfe.

Nach aktuellem Stand kommt es am 19. Dezember in Berchtesgaden und am 2. Januar in Bamberg zu Aufstiegskämpfen gegen den voraussichtlichen Meister der Landesliga Nord, den KSV Bamberg. Es hat jedoch auch noch der SC 04 Nürnberg eine theoretische Chance, Erster der Landesliga Nord zu werden. Christian Wechslinger