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Jahreshauptversammlung des Stadtverbands der Sportvereine: 45 000 Euro Budget – Kritik an der Verkleinerung von Sportplätzen

»Traunsteins Sportvereine sind aktiv und bewegen viel«

Rund 12 000 Sporttreibende, darunter circa 2200 Jugendliche, gehen in den 32 Sport- und Schützenvereinen in Traunstein ihrem Sport nach. Alle sind im Stadtverband der Sportvereine zusammengeschlossen, der Interessensvertretung, in der die Stadt Traunstein den Sport vor allem auch finanziell fördert. Auf der Jahreshauptversammlung des Stadtverbands wurde nun mit dem Brasilianischen Sport- und Kulturzentrum gleich ein neues Mitglied begrüßt.

Die Stadt Traunstein fördert den Sport trotz angespannter Kassenlage in gleichbleibender Höhe. Diese erfreuliche Mitteilung machte Stefan Namberger, Vorsitzender des Stadtverbands der Sportvereine, den Mitgliedsvereinen. (Foto: Wittenzellner)

Kritik äußerten die Verantwortlichen aus Stadtverband und Stadtrat daran, dass eine Reihe von Vereinen, insgesamt rund ein Drittel der geförderten Sportvereine – obwohl jahrelanger Profiteur der städtischen Förderung über den Stadtverband – keine Vertreter entsandt hatte.

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Über 2100 Übungsleiterstunden

Vorstand Stefan Namberger dankte in seinen Ausführungen dem Traunsteiner Stadtrat und Oberbürgermeister Christian Kegel für das aus städtischen Mitteln zur Verfügung gestellte Budget in Höhe von 45 000 Euro. Er lobte die Zusammenarbeit mit Sportamt und Kämmerei in der Stadtverwaltung. »Traunsteins Sportvereine sind aktiv und bewegen viel«, betonte er nicht zuletzt vor dem Hintergrund von über 2100 geleisteten Übungsleiterstunden. Es sei sportlich »eine Menge los«, die Zahlen gingen nach oben.

Kassierin Christa Fuchs legte den Bericht über die Mittelverwendung des vergangenen Jahres vor. Die ausreichende Mittelausstattung war dafür verantwortlich, dass alle Anfragen und Verpflichtungen an die Vereine erfüllt und einzelnen Vereinen auch einmal »auf dem kleinen Dienstweg« Unterstützung für anfallende Sonderkosten gewährt werden konnten.

Fuchs gab für das laufende Jahr die Verwendung der Haushaltsmittel bekannt: Die 45 000 Euro werden im Wesentlichen wieder zur Förderung der Jugendarbeit (gerundet 9700 Euro), Zuschüsse der Stadt Traunstein zu den Entschädigungen für die staatlich anerkannten Übungsleiter (12 900 Euro) und Betriebskostenzuschüsse für die Vereinssportanlagen verwandt.

Hauptprofiteure waren in der Jugendförderung die großen Vereine TV Traunstein (541  Jugendliche, 1800 Euro), SBC Traunstein (371, 1300 Euro) und der FSV Haslach (275, 1000 Euro). Bei den Übungsleitern waren dies der TVT (5231 Übungsleiterstunden, 4200 Euro), der SBC (4600, 3700 Euro) und die DJK Kammer (1760, 1400 Euro). Die Stadt Traunstein zahlt im Rahmen der Übungsleiterförderung 80 Cent pro förderfähiger Übungsleiterstunde. Betriebskostenzuschüsse wurden schwerpunktmäßig an die großen Vereine TVT (1100 Euro), die DJK Traunstein, DJK Kammer und den SBC Traunstein (alle 750 Euro) gezahlt. Mit einer Gegenstimme wurde der Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet.

Kritisch formulierte Dr. Stefan Gilch, Vorstandsmitglied des Stadtverbands, in der Aussprache die Frage nach der im mittleren sechsstelligen Bereich liegenden Hochwasserentschädigung für den SB Chiemgau Traunstein und die Frage nach der Verwendung der Zahlung. Hier sei eine Anfrage an die Stadtverwaltung bisher nicht beziehungsweise nur ungenügend beantwortet worden, monierte er den für ihn unklaren Sachverhalt. Man wolle – nicht nur aufgrund der Größenordnung, sondern auch aufgrund des hohen Engagements der Stadt Traunstein bei der Errichtung der Sportstätten in Empfing – vom Stadtverband her Klarheit darüber haben, was mit der Versicherungsleistung geschehe. »Die Büchse, die seit vier Jahren offen ist, muss wieder zugemacht werden«, sagte Gilch und verwahrte sich davor, dass dies eine Neiddiskussion aus einem Nachbarverein darstelle.

Viel Kritik gab es auch für die Pläne der Stadtverwaltung um eine Verkleinerung des Sportplatzes an der Grundschule in Haslach, der der Stadtrat mehrheitlich zugestimmt hatte. Stefan Namberger machte deutlich, dass er sich als Stadtrat der Mehrheitsentscheidung demokratisch gebeugt habe: »Aber Sportstätten reduziere ich nicht, die mache ich nicht kaputt.« Er wolle für den Erhalt des Sportplatzes kämpfen.

Sportreferent Uwe Steinmetz lobte die Arbeit des Stadtverbands. Er mache sich aber Sorgen um die Vereine, gerade auch, was Nachfolge im Ehrenamt und bei den Übungsleitern angehe. Die Priorität gelte weiterhin jungen Menschen: »Wenn wir die Jugendlichen verlieren, entsteht ein großes Loch. Sie dürfen nicht auf der Straße leben.«

Vereine feiern ihr langjähriges Bestehen

Verschiedene Vereinsvertreter nutzten die Möglichkeit, um auf besondere, aktuelle Aktivitäten in ihrem Verein hinzuweisen. Ein größeres Fest ist bei der DJK Traunstein geplant, die in der Zeit vom 27. bis 31. Juli auf dem Vereinsgelände am Viadukt mit einem reichhaltigen Programm ihr 90-jähriges Bestehen feiert. Auch auf das Erzählcafé in der Franz-Eyrich-Halle wurde hingewiesen. Dort sollen am 6. Juli Geschichten rund um die Halle und seine oft bewegte Geschichte erzählt werden. Der FSV Haslach feiert am 1. Juli sein 40-jähriges Bestehen. Die Feier soll hauptsächlich mit den Vereinsmitgliedern und der Haslacher Dorfgemeinschaft begangen werden.

Die Stadtmeisterschaft im Schießen mit Luftgewehr und Pistole findet in diesem Jahr in der Zeit vom 9. bis 12 November im Schützenheim der SG Kammer-Rettenbach statt. Die Sportlerehrung der Stadt Traunstein findet am 16. Juli statt und beginnt bereits um 18 Uhr. Man hoffe damit unter anderem, gerade auch jugendliche Teilnehmer bis zum Schluss der Veranstaltung »halten« zu können. awi