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»Traunstein hat riesiges Entwicklungspotenzial«

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So soll das Gebäude am Traunsteiner Bahnhof nach dem Um- und Neubau aussehen. (Visualisierungen: Hartinger)
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Die in die Jahre gekommene Villa wird abgerissen, der Postturm (links hinten im Bild) wird saniert. (Foto: Reiter)
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Büros und Geschäfte werden an der Wasserburger Straße nach dem Abriss des alten Gebäudes entstehen.

Traunstein – Für Michael Hartinger steht fest, dass Traunstein »riesiges Entwicklungspotenzial« hat. Deshalb hat er nach der Errichtung von 140 Pendler- und Dauerparkplätzen am Bahnhof (wir berichteten) weitere Pläne in der Großen Kreisstadt. Insgesamt wird die Unternehmensgruppe Hartinger zwölf Millionen Euro in zwei neue Bauprojekte am Bahnhof investieren.


2013 hat das Rosenheimer Unternehmen den ins Auge stechenden »Postturm« am Traunsteiner Bahnhof erworben. Nachdem die Post den Mietvertrag zum 30. Juni 2018 gekündigt hat, habe sich die Unternehmensgruppe die Frage gestellt, »was wir mit den Leerständen und dem Gebäude machen«, sagt Michael Hartinger im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Geplant ist, den sogenannten Postturm zu sanieren und ein weiteres Gebäude neu zu bauen. Begonnen wird mit dem Bauvorhaben etwa in einem Jahr. Im Erdgeschoß sind Räume für Einzelhandel vorgesehen, in den Obergeschoßen Büroräume – wobei die derzeitigen Mieter auch während der Umbauphase in dem Gebäude bleiben können, wie der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe betont.

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Unterhalb der Pendlerparkplätze, direkt an der Wasserburger Straße, soll das zweite Bauprojekt des Rosenheimers entstehen. Dort ist der Neubau eines vierstöckigen Geschäftsgebäudes geplant. Auch dort sollen Büros, Geschäfte und möglicherweise ein Gastronomiebetrieb unterkommen. Auf die Frage, warum Michael Hartinger nicht auch neue Wohnungen baut, die in Traunstein dringend gebraucht würden, sagt der 45-Jährige: »Haben Sie schon mal die Auflagen der Bayerischen Bauverordnung gelesen!?« Außerdem glaubt er nicht, dass der Ort geeignet ist für Wohnungen: »Die einen Gebäude sind direkt an der Bahn, das andere ist direkt an einer viel befahrenen Straße.«

Michael Hartinger plant, die in die Jahre gekommene Villa in den nächsten sechs Monaten abzureißen »und möglicherweise noch heuer mit dem Neubau zu beginnen«. Die gesamte Fläche der Unternehmensgruppe Hartinger am Bahnhof ist 10 000 Quadratmeter groß. »Das ist eine Toplage an der Bahnstrecke München-Salzburg, die meiner Meinung nach unterbewertet wird«, betont Michael Hartinger. Er geht davon aus, dass seine Projekte eine rentable Investition in die Zukunft sind »und eine Aufwertung für Traunstein bedeuten«. Auch ein Hotel könnte er sich an dieser Stelle durchaus vorstellen. »Ich bin da offen. Allerdings müsste es einen Betreiber geben«, gibt der 45-Jährige zu bedenken.

Zukunft der Postbank ungewiss

Wie es mit der Post und der Postbank am Bahnhof weitergeht, steht nicht fest. Die Deutsche Post DHL Group hat den Mietvertrag mit der Unternehmensgruppe Hartinger gekündigt. Derzeit entsteht ein neuer Zustellstützpunkt im neuen Gewerbegebiet, an dem die beiden Traunsteiner Standorte am Bahnhof und an der Chiemseestraße zusammengeführt werden. Nun versucht das Postbank Finanzcenter, das bislang Untermieter der Post war, trotzdem in den Räumen am Bahnhof zu bleiben. »Wir sind in Verhandlungen mit der Unternehmensgruppe Hartinger, denn wir würden gerne an diesem Standort bleiben«, betont Iris Laduch-Reichelt von der Pressestelle der Postbank. Falls man sich nicht einigen sollte, werde man sich nach einem anderen Standort in Traunstein umsehen müssen. – Das würde dann zwangsläufig auch die Kunden der Post betreffen, denn in jeder Postbank in Deutschland können auch Briefe und Päckchen aufgegeben werden. KR

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