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Traunreuter Aktive leisten bei 192 Einsätzen über 8000 Einsatzstunden

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Der Traunreuter Kommandant Karl-Heinz Erhard (Mitte) wurde zum Hauptbrandmeister ernannt – dem höchsten Führungsdienstgrad bei der Freiwilligen Feuerwehr. Stellvertretender Kommandant Konrad Unterstein (links) und Bürgermeister Klaus Ritter gratulierten dazu. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Die Freiwillige Feuerwehr Traunreut absolvierte im vergangenen Jahr 192 Einsätze und leistete insgesamt 8022 ehrenamtliche Stunden. Im Vergleich zum Jahr 2017 bedeutet dies einen Rückgang. In der Jahreshauptversammlung zeigten die Berichte dennoch eine eindrucksvolle Jahresbilanz auf.


Im Vergleich zum Vorjahr (253) gingen die Einsätze 2018 zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Technischen Hilfeleistungen, wo 2017 noch 149 und 2018 nur 83 Einsätze anfielen. Diese Zahl wurde heuer allerdings aufgrund der Schneekatastrophe und zahlreicher Sturmeinsätze schon jetzt nach zweieinhalb Monaten erreicht.

Die Einsätze 2018 gliedern sich in 56 Brände, 83 THL, vier ABC-Einsätze, sechs Sicherheitswachen und 43 sonstige auf. Zu den Brandeinsätzen, darunter 25 Alarme von Brandmeldeanlagen, merkte Kommandant Karl-Heinz Erhard an, dass bei aller Wichtigkeit der Rauchmeldeanlagen doch zu prüfen sei, ob immer gleich die Feuerwehr verständigt werden muss: »Man sollte sich schon zuerst die Frage stellen, sehe ich Rauch, sehe ich Feuer?«

Zurückgegangen sind erfreulicherweise auch die »Hausmeistereinsätze«, die der Kommandant noch in der Versammlung vergangenes Jahr heftig kritisierte, da die Feuerwehr oft zu Einsätzen gerufen wurde, die eigentlich nicht zu ihren Aufgaben zählen. Die in den Augen des Kommandanten wichtigste Aufgabe der Feuerwehr, nämlich Personen zu retten, wurde im zurückliegenden Jahr in 38 Fällen ausgeübt.

Im Durchschnitt fielen für die Traunreuter Feuerwehr mit 72 Einsatzkräften 16 Einsätze pro Monat an; 61 Prozent davon in der Kernarbeitszeit zwischen 7 und 17 Uhr. In diesem Zusammenhang dankte der Kommandant besonders allen Firmen und Arbeitgebern, die ihren bei der Feuerwehr engagierten Mitarbeitern immer wieder für Einsätze frei geben, somit für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr Verständnis aufbringen und sie unterstützen. Die allermeisten, nämlich 96 Prozent der Einsätze fanden im Stadtgebiet von Traunreut statt, nur sieben Einsätze waren überörtlich.

Neben den Einsätzen gab es noch 340 Veranstaltungen in Form von Übungen und Ausbildungen, die zweiter Kommandant Konrad Unterstein aufzählte. Alles zusammen gerechnet leistete die Freiwillige Feuerwehr Traunreut 8022 ehrenamtliche Stunden, dazu zählen neben den 3490 Einsatzstunden auch 2146 Stunden, die für Übungen und Lehrgänge aufgewendet wurden, und 2386 Stunden der Jugend.

Den Bericht der aktuell 20 Mitglieder zählenden Jugendgruppe gab Philipp Schenk ab. Im vergangenen Jahr traten neun neue Jugendliche ein. Aktuell sind in der U 14 sechs Jugendliche, in der U 16 elf und in der U 18 drei. Die Jugendgruppe brachte es im ganzen Jahr auf 99 Veranstaltungen. Neben zahlreichen Praxisübungen stand die erfolgreiche Teilnahme an der Jugendflamme und dem Wissenstest auf dem Programm, es gab einen Ausflug zusammen mit allen Jugendgruppen der Stadtfeuerwehren und die Beteiligung am Jugendfeuerwehrtag in Kienberg. Außerdem bauten die Jugendlichen eigenhändig einen neuen Stand, um Mitglieder anzuwerben.

Insgesamt zählt die Freiwillige Feuerwehr Traunreut mit Aktiven, Passiven, Fördernden und Jugendlichen 195 Mitglieder. Wie Vorsitzender Hermann Künzner in seinem Bericht mitteilte, wurden letztes Jahr 10 000 Dias digitalisiert, um die Geschichte der Wehr auf Dauer festzuhalten. Weitere Bilder und Filme müssen noch gesichtet und digitalisiert werden.

Außerdem geht heuer die begonnene Neueinkleidung der Mannschaft weiter, es wurden bereits blaue Hemden und Blusen angeschafft und verschlissene Schutzkleidung erneuert. Die Kasse des Vereins schloss laut Herbert Kellner dank des sehr erfolgreichen Spritzenhausfests mit einem schönen Plus. »Das Fest war das beste seit seiner Einführung«, freute sich Hermann Künzner und versprach, dass man künftig besser auf den Ansturm vorbereitet sein werde, damit nichts mehr ausgehen kann.

Sehr erfreulich ist laut Kommandant Erhard die Tatsache, dass die Hauptangriffsfahrzeuge der Traunreuter Wehr erneuert wurden. Dies habe er sich bei seinem Amtsantritt zum Ziel gesetzt und nun erreicht. Die beiden neuen Fahrzeuge sind eingetroffen und die Mannschaft übt bereits eifrig darauf, Mitte April ist die Einweihung geplant. Danach sollten eigentlich beide in Dienst genommen werden. Das 31 Jahre alte TLF machte jedoch einen Strich durch die Rechnung, da es vergangene Woche nicht mehr durch den TÜV kam. Bei der Begutachtung wurde festgestellt, dass ohne kostspielige Reparaturen keine Plakette mehr zu bekommen ist. Somit muss das neue HLF bereits am 28. März, wenn der TÜV auf dem alten Fahrzeug ausläuft, in den Einsatzdienst übernommen werden. Bald ist das zweite über 30 Jahre alte Fahrzeug zum TÜV fällig, »mal sehen, wie es damit ausschaut, vielleicht müssen wir auch das zweite neue Fahrzeug eher in Betrieb nehmen«.

Der neue Kreisbrandmeister Stefan Helmel zeigte sich beeindruckt von den Berichten und meinte: »Die Stadt kann sich glücklich schätzen, eine solche Feuerwehr zu haben.« Helmel informierte, dass der nächste landkreisweite Jugendwerbetag im März 2020 stattfinden wird. Das 25-Jahr-Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein wird am 22. Juli im k1 gefeiert.

Der neue Chef der Traunreuter Polizeidienststelle, Alfred Fiedler, war zum ersten Mal bei der Jahreshauptversammlung. Er betonte seine Nähe zur Feuerwehr, da er selber aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Seeon und noch für kurze Zeit deren Vorsitzender ist. Im Namen der Polizeidienststelle dankte er für die sehr gute Zusammenarbeit. Traurig sei es allerdings, wenn wie bei einem Unfall kürzlich auf der Werner-von-Siemens-Straße gleich mehrere Polizeistreifen angefordert werden müssen, um den Rettungskräften ihre Arbeit zu ermöglichen, ohne dass sie von Schaulustigen oder Angehörigen dabei behindert werden.

In die gleiche Kerbe schlug Bürgermeister Klaus Ritter in seinem Grußwort, der sich gewaltig ärgert über solche Leute, die am Unfallort nichts zu suchen haben. Er forderte die Feuerwehrleute auf: »Seid dominant und deutlich, ruhig auch mal laut, ihr müsst euch das nicht gefallen lassen. Ich stehe hinter euch und werde euch immer schützen mit allem, was ich kann.« Sein ausdrücklicher Dank ging an alle Ehrenamtlichen in der Feuerwehr, die Tag und Nacht einsatzbereit sind und gerade in diesem Winter viel geleistet haben, wovon er sich selber ein Bild machen konnte.

Für heuer stehen wieder einige Termine auf dem Programm der Feuerwehr: Das Spritzenhausfest ist am 29. Juni. Eine Infofahrt führt am 20./21. Juli nach Prag. Die Mitglieder nehmen außerdem an Gründungsfesten teil, dem 150-Jährigen der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Freilassing am 16. Juni, dem 60-Jährigen des TSV Traunwalchen-Matzing am 28. Juli und dem 150-Jährigen der Freiwilligen Feuerwehr Grabenstätt am 11. August. mix