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Trash-Spektakel

Tränen im TV-Dschungel - die Quoten bröckeln

Ist der traumhaft schöne australische Dschungel mit seinen Pflanzen, Kakerlaken und kopulierenden Ratten genau der richtige Ort, um Tränen freien Lauf zu lassen? Ein Halbpromi nach dem anderen heult - doch die Zugkraft der RTL-Dschungelshow lässt nach.

Tatjana Gsell
Model Tatjana Gsell im Dirndl 2013 in München. Sie ist eine Kandidatin des diesjährigen RTL-Dschungelcamp. Foto: Felix Hörhager Foto: dpa

Berlin (dpa) - Wenn Tränen wie Dünger wirken könnten, müsste der australische Urwald derzeit in voller Blüte stehen. So einige der zwölf mehr oder minder bekannten Prominenten in der Dschungelshow «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» nutzten am Samstagabend ihre TV-Präsenz, um sich einmal richtig in der Öffentlichkeit auszuweinen.

Den RTL-Quoten hat die Massenheulerei nicht unbedingt geholfen: Im Vergleich zum Vorjahr hat das Trash-Spektakel in den ersten beiden Ausgaben rund eine Million Zuschauer verloren.

Wem kullerten warum die Tränen über die Wangen? Sänger Sydney Youngblood zum Beispiel - der 57-Jährige, eigentlich immer ganz fröhlich und unbeschwert, wurde ganz weich, als er sich wie auf Knopfdruck vor der RTL-Kamera erinnerte: «Ich habe meine Frau verlassen, ohne Tschüss zu sagen. Ich hatte keine Chance, sie in den Arm zu nehmen. Ich fühle mich schlecht.» Und bestimmt rührte Sydney («Sit and Wait») Millionen Herzen, als er hinzufügte: «Ich möchte mit dir sterben. Ich kann ohne dich nicht leben. I love you!»

Die 29-jährige Kattia Vides gehört auch zu der Fraktion der nah am Wasser gebauten Hängemattenlieger. Die Kolumbianerin dachte laut an ihren Ex-Freund, mit dem sie nach Deutschland auswanderte. Als sie von der Trennung sprach, nach der sie in Deutschland blieb, rannen auch bei ihr die Tränen. Und dann noch das Ex-Model Tatjana Gsell (46). Moderatorin Sonja Zietlow zischelte bei der Verkündung, wer zur Dschungelprüfung muss, unter Anspielung auf Gsells Vergangenheit: «16 Monate hast du im Knast gesessen – zu Unrecht. Vielleicht sitzt du hier 16 Tage lang – dann zu Recht». Danach gab's wieder Tränen - bestimmt auch aus Wut.

Trotz mediengerechter Gefühlsinszenierung wollte der Funke nicht ganz so überspringen wie vor einem Jahr, als es auch schon etwas schwächer lief. Am Samstag verfolgten ab 22.15 Uhr 6,28 Millionen Zuschauer das TV-Treiben im Urwald. 2017 waren es in der zweiten Folge noch 7,26 Millionen Zuschauer. Schon beim Start am Freitag waren es zum Auftakt mit 6,49 Millionen deutlich weniger als 2017 (7,36 Millionen). Die Zahlen sind nach zwei Folgen von insgesamt 16 aber noch nicht aussagekräftig genug - abgerechnet wird zum Schluss.

Haften geblieben vom Samstagabend ist die Null-Runde des Dschungelprüfungpaares Jenny Frankhauser (Halbschwester von Daniela Katzenberger) und Realityshow-Daueraktivist Matthias Mangiapane («Ab ins Beet», «Das Sommerhaus der Stars») - keine Sterne aus extrem ekelhaften zehn Minuten inmitten von Kakerlaken, Spinnen und Jungkrokodilen. Das bedeutet: keine Zusatzrationen und schlechte Stimmung im TV-Camp. Merke: Nur wer Sterne gewinnt, nützt. Leistungsgesellschaft Dschungel.

Nett auch noch vom Freitag und «rattenscharf» (RTL) von der Infrarotkamera ins Visier genommen: die kopulierenden Ratten mitten zwischen Wolldecken und Hängematten, ungeniert, echt und ohne Gage. Und auch Zietlows O-Ton zur TV-Familie Katzenberger und ihre weitere Zukunft im RTL-Dschungel hat sich ins Gedächtnis eingebrannt: «Wir sind sooooo kurz davor, Daniela Katzenberger zu bekommen. Wir haben mit Costa Cordalis ihren Schwiegervater in der Show gehabt, mit Iris Klein ihre Mutter und mit Jenny Frankhauser ihre Schwester.»

Und was macht die blonde «Katze» daheim? Keinen Deut kümmert sie nach eigenen Worten ihre Halbschwester im Camp. Pünktlich zum Start der RTL-Show postete sie ein Badewannen-Bild von sich auf Instagram mit dem Kommentar: «Gute Nacht».

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