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»Totenfieber«: Nina Kunzendorf recherchiert in Antwerpen

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Totenfieber - Nachricht aus Antwerpen
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Ellen Bouché (Nina Kunzendorf) identifiziert im Beisein des Pathologen (Jurgen Delnaet) ihre Tochter Sarah (Paula Kroh). Foto: Sofie Silbermann/ARD Degeto/dpa Foto: dpa

Die frühere »Tatort«-Kommissarin Nina Kunzendorf ist in einem neuen ARD-Thriller zu sehen. Der spielt in Belgien - und entpuppt sich als ziemlich ungewöhnlicher Film fürs deutsche Fernsehen.


Berlin (dpa) - Nina Kunzendorf steigt mit Sonnenbrille aus einem Zug und macht sich auf den Weg in die Gerichtsmedizin. Dort liegt ein lebloser Frauenkörper - »wir vermuten einen Drogencocktail«, sagt der Arzt zu Kunzendorf, die eine Mutter spielt. Sie schaut das Mädchen an. Kurz darauf erfährt man, dass es ihre Tochter ist. Was ist passiert?

Im neuen ARD-Thriller »Totenfieber - Nachricht aus Antwerpen« ist Kunzendorf als toughe Ellen Bouché zu sehen. Die 47-Jährige war mal vorübergehend »Tatort«-Kommissarin in Hessen, seitdem hat sie viele Rollen im Film und Theater gespielt.

Ihr neuer Film läuft am 6. Oktober im Ersten. Und zwar im Spätprogramm (21.45 Uhr). Denn Regisseur Titus Selge hat etwas Ungewöhnliches gemacht - einen Voodoo-Thriller.

Ellen bekommt kurz nach ihrem Besuch im Leichenschauhaus eine rätselhafte SMS - der Text: »Hilfe, MA! Ich«. Ist die Nachricht nur verspätet angekommen? Oder lebt Ellens Tochter womöglich doch noch? In der Gerichtsmedizin ist die Leiche plötzlich verschwunden.

Was wie ein normaler Fernsehkrimi anfängt, erinnert bald an einen Horrorfilm. Bouché stößt bei ihrer Recherche auf Voodoo-Puppen und Hühnerfüße, maskierte Sektenanhänger und undurchsichtige Rituale. Regisseur Selge lässt seinen Film in belgischen Kunstgalerien und Hinterhöfen spielen. Manche Szenen haben es in sich.

»Wir haben uns mit großer Lust daran gemacht, einen spannenden und unterhaltsamen Genrefilm zu machen«, sagte Kunzendorf der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeit habe ihr wirklich große Freude gemacht. Es seien aufregende fünf Wochen gewesen. »Ich habe auch genossen, dass das so ein gemischter Haufen von Menschen war.«

Das Team habe zum Großteil aus Belgiern bestanden. »Am Set wurde Englisch, Französisch, Deutsch, Flämisch durcheinander gesprochen«, sagte Kunzendorf. »Das hat manchmal zu Missverständnissen geführt oder zu Umwegen, aber im Kern fand ich das toll.«

Der Film arbeitet mit spannenden Kameraaufnahmen und zeigt eine toll spielende Kunzendorf. Der Thriller schickt einen aber auf sehr viele Fährten, was ermüdend sein kann. Wenn nach einer Menge Blut noch ein Clown und Zombies auftauchen, ist das dick aufgetragen.

Dass man manchmal abergläubischen Gedanken nachhängt, kennt auch Kunzendorf. »Zum Beispiel, wenn ich zu einer Theatervorstellung fahre mit dem Fahrrad. Dann können solche Gedanken kommen wie: 'Wenn die Ampel da vorne Grün ist, wenn ich hinkomme, dann wird es eine gute Vorstellung.' Sowas kenne ich.« Solche Gedanken hätten wahrscheinlich viele Menschen. »Oder man hat bestimmte Rituale, von denen man annimmt, sie bringen einem Glück.«

Mit klassischem Aberglauben aber - zum Beispiel der schwarzen Katze als Unglücksbringer oder der Annahme, dass man nicht unter einer Leiter durchgehen soll - davor sei sie relativ gefeit. »Freitag der 13. ist bisher auch immer eher ein Glückstag in meinem Leben gewesen«, sagte Kunzendorf in Berlin.

Totenfieber - Nachricht aus Antwerpen