weather-image

Totale rötliche Mondfinsternis vielerorts gut sichtbar

3.7
3.7
Totale Mondfinsternis
Bildtext einblenden
Der teilweise verfinsterte sogenannte «Blutmond» ist hinter den Türmen des Kölner Doms zu sehen. Foto: Henning Kaiser Foto: dpa
Sachsen
Bildtext einblenden
Der Vollmond zeigt sich hinter einer Mattielli-Statue in Dresden, während er in den Kernschatten der von der Sonne angestrahlte Erde tritt. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa
Bayern
Bildtext einblenden
Als roter, sogenannter «Blutmond» steht der Vollmond über der Kuppel der Kirche St. Elisabeth in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa
Totale Mondfinsternis
Bildtext einblenden
Der Vollmond schimmerte während einer totalen Mondfinsternis rötlich. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
In Dresden
Bildtext einblenden
Als roter, sogenannter «Blutmond» präsentiert sich der Vollmond hinter der Panther-Quadriga auf der Semperoper in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa
Nordrhein-Westfalen
Bildtext einblenden
Als roter, sogenannter «Blutmond» präsentiert sich der Vollmond in Duisburg, während er in den Kernschatten der von der Sonnen angestrahlte Erde tritt. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Totale Mondfinsternis
Bildtext einblenden
Der teilweise vom Erdschatten verdunkelte Vollmond leuchtet während einer Mondfinsternis rot bis orange. Foto: Silas Stein Foto: dpa

Plötzlich war der Mond kupferrot: Viele Schaulustige standen deshalb mitten in der Nacht auf. Die Polizei schrieb besorgten Bürgern.


Berlin (dpa) - Seltenes Bild für Frühaufsteher: Der Vollmond schimmerte am Montagmorgen während einer totalen Mondfinsternis rötlich. Das sah man in weiten Teilen Deutschlands.

Anzeige

»Heute haben wir sogar eine sehr helle Finsternis«, sagte die Leiterin des Planetariums in Bochum, Susanne Hüttemeister. Besonders in der Mitte Deutschlands habe man die Mondfinsternis gut sehen können, sagte DWD-Meteorologe Robert Hausen. Vor allem im Norden und im Alpenvorland machte das Wetter den Mond-Fans einen Strich durch die Rechnung: Viele Wolken verdeckten dort die Sicht.

Zu einer solchen Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen dabei genau auf einer Linie. »Die Mondbahn ist geneigt gegen die Erdbahn«, erklärte Hüttemeister. »Deswegen läuft der Mond normalerweise südlich oder nördlich vorbei am Erdschatten. Heute trifft er ihn genau.«

Der Mond erscheint rötlich, weil rotes Licht durch die Erdatmosphäre in den Schatten gestreut wird. »Deshalb kommt auch der etwas unschöne Begriff Blutmond, den man überall liest, der aber eigentlich von einer amerikanischen Weltuntergangssekte erfunden worden ist und gar nicht historisch ist«, sagte Hüttemeister, die gemeinsam mit rund 200 Mondfans gen Himmel schaute.

Auch die Polizei Hameln machte ein Foto vom roten Mond und twitterte: »Mond kaputt? Keine Sorge. Dem Mond geht es gut. Also kein Grund, bei der #Polizei anzurufen. Der Erdtrabant hat sich heute Morgen kurz ein neues Gewand übergezogen. In der nächsten Nacht sieht er wieder so aus, wie wir ihn kennen.« Auf Nachfrage antwortete die Polizei mit einem augenzwinkernden Emoji, dass niemand angerufen habe.

Das Schauspiel begann gegen 4.34 Uhr, als der Vollmond langsam in den Kernschatten der Erde rückte. Um etwa 5.41 Uhr war der Mond vollkommen darin verschwunden - die totale Mondfinsternis begann. Von 6.44 Uhr an rückte der Mond wieder langsam aus dem Kernschatten heraus. Da der Mond gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erscheint er zudem besonders groß.

Wer den kupferroten Mond verpasst hat, muss sich etwas gedulden: Zwei richtig gut von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternisse werde es erst Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 geben, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Zuvor können von Deutschland aus allenfalls kurze Abschnitte solcher Ereignisse beobachtet werden.

DWD zum Blutmond