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Toni Palzer startet Aufholjagd nach Startmalheur

Verbier/Schweiz – Toni Palzer ist in der Weltspitze der Skibergsteiger angekommen, auch wenn er das beim Weltcup im schweizerischen Verbier noch nicht mit einer entsprechenden Platzierung beweisen konnte. Immerhin kämpfte sich der Ramsauer nach einem Bindungsbruch beim Start und Fellverlust noch an den 19. Gesamtplatz heran.

Toni Palzer vom SK Ramsau gehört mittlerweile auch bei den Senioren zu den weltbesten Skibergsteigern. Foto: privat

Es war der erste Weltcup der Saison 2014, an dem Toni Palzer vom SK Ramsau am Samstag im Schweizer Kanton Wallis teilnahm. Den Sieg über 1 700 Höhenmeter, gespickt mit giftigen Abfahrten mitten durch Felsen, trug der Spanier Kilian Jornet in 1:32:15 Stunde davon. Toni Palzer, der nicht in der ersten Linie startete, wurde im Gedränge in ein Startscharmützel verwickelt, bei dem ihm die Bindung zerstört wurde. Danach verlor Palzer auch noch ein Fell und ging so mit mindestens zwei Minuten Rückstand ins Rennen.

Fast unglaublich ist die Tatsache, dass der vierfache Junioren-Weltmeister bei seiner Aufholjagd exakt 98 Skibergsteiger überholen musste, um in 1:40:03 Stunde noch an die 19. Stelle im Gesamtklassement zu kommen. Dabei war teilweise ein Überholen wegen der engen Spur gar nicht möglich. In der Klasse »Espoir« der Junioren unter 23 Jahre siegte Palzer dennoch. Ohne Übertreibung ist festzustellen, dass Toni Palzer bereits bei den weltbesten Senioren angekommen ist, denn ohne sein Missgeschick hätte er sich ganz weit vorne im Klassement einreihen können.

Dabei war das Rennen von den Schweizer Veranstaltern bestens vorbereitet. Die Sicht war gut, 30 Zentimeter Pulverschnee sorgten für ein Wintermärchen und nur in den Gratbereichen blies ein kräftiger Wind. Trotz guter Organisation war jedoch die Spur etwas steil angelegt, womit viele Skibergsteiger nicht zurechtgekommen sind.

Mehr Glück hatte Palzer tags darauf beim Vertikalrennen über 850 Höhenmeter, bei dem es nur bergauf ging und er mit 30 Sekunden Rückstand auf den Sieger Matheo Jaquemoud Achter bei den Senioren geworden wäre. Die »Espoir-Klasse« gewann Palzer mit fast zwei Minuten Vorsprung.

Der Stellenwert des Skibergsteigens wird immer größer, die ARD brachte im Rahmen ihrer ganztägigen Sportberichterstattung einen längeren Beitrag, filmte Palzers Missgeschick und führte nach dem Rennen mit ihm ein längeres Interview.

In gut informierten Skibergsteiger-Expertenkreisen ist man sich sicher, dass Skibergsteigen im Jahr 2022 im Programm der Olympischen Winterspiele sein wird. Dann hätte Toni Palzer mit 28 Jahren genau das richtige Alter, um Gold ins Berchtesgadener Land holen zu können.

Derzeit trainiert der Sportsoldat in den französischen Alpen, wo am kommenden Wochenende der zweite Weltcup in Courchevel stattfindet. Die Szene wird Toni Palzer sicherlich im Auge behalten. Christian Wechslinger