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Tiroler Handarbeit aus der Türkei?

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In jedem Karton lag ein Flyer bei, in dem der Firmeninhaber zum Kauf eines mit Sorgfalt gearbeiteten »Qualitätsprodukts »Tiroler Handarbeit« gratuliert.

Bei der Überprüfung der Ladung eines in der Türkei zugelassenen Sattelzuges stellten die Beamte des Zollamtes Bad Reichenhall/Autobahn einen besonders außergewöhnlichen Fall von gefälschten Herkunftsangaben fest:


Fast fünf Tonnen verschiedene Glaswaren aus der Türkei waren als "Qualitätsprodukt Tiroler Handwerkskunst" deklariert.

Gleich in dreifacher Art und Weise hatte eine in Tirol ansässige Kristallglasfirma versucht, ihre Kunden über die Herkunft von über fünftausend Trinkgläsern, Blumenvasen und Dekanter für Rotwein zu täuschen.

Die aus der Türkei bezogenen Haushaltsgegenstände waren mit einem Aufkleber versehen, der sie als in "Tirol/Austria" hergestellt auszeichnen sollte. Außerdem lag jedem Karton ein Flyer bei, in dem der Firmeninhaber herzlich zum Kauf eines mit Sorgfalt gearbeiteten Qualitätsprodukt "Tiroler Handarbeit" gratuliert. Zu guter Letzt waren die Kartons mit einem Etikett beklebt, das den Inhalt als "OLD TYROLEAN CRAFTMANSHIP" bezeichnete.

Die Lkw-Ladung sollte zunächst über das Zollamt Bad Reichenhall zu einem Sammellager einer in Südbayern ansässigen Spedition gebracht und von dort zur Firma des Tiroler Geschäftsmannes weitertransportiert werden. Die gesamte Sendung wurde beschlagnahmt. Dann war Handarbeit angesagt, denn alle Aufkleber, Flyer und Etiketten mit den irreführenden Herkunftsangaben mussten entfernt bzw. die falsche Angabe unleserlich gemacht werden. Die Spedition, die diese Arbeiten übernahm, stellte dem Importeur dafür fast 5000 Euro in Rechnung.

Zudem erwartet den Tiroler Geschäftsmann auch noch ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Markengesetz. fb