weather-image
10°

Tierische Unterstützung: Elf junge Böcke sagten Unkräutern den Kampf an

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Alpine Steinschafe sollen dem Wachstum von Unkraut Einhalt gebieten. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Unter der Federführung des Landschaftspflegeverbands wurden in diesem Jahr erstmals Flächen in Marktschellenberg und Ramsau mit Alpinen Steinschafen vom Walserlehen in Marktschellenberg beweidet.


Elf junge Böcke haben dem Mädesüß, den Brennnesseln, Sträuchern und sogar den Brombeeren den Kampf angesagt. Rund zwei Hektar, verteilt auf fünf Flächen in Marktschellenberg und Ramsau, haben Alpine Steinschafe von Schäferin Gisela Badura-Lotter beweidet.

Anzeige

Die Flächen wurden zuvor zum Teil unregelmäßig genutzt und drohten zunehmend zu verbuschen und zu verbrachen. In einem Umtriebsweidesystem wurden die Tiere nun den Sommer über von Fläche zu Fläche gebracht, um dort vor allem dominant werdenden Arten, die alle anderen zu verdrängen drohten, Einhalt zu gebieten.

Gerade in steilen oder abgelegenen Bereichen – wo der Einsatz von Maschinen extrem schwierig oder unwirtschaftlich ist – ist das Schaf eine interessante Alternative in der Landschaftspflege. Es trägt durch Tritt und selektiven Verbiss dazu bei, dass sich ökologisch wertvolle Pflanzengesellschaften bilden können. Das Alpine Steinschaf, das auch in hohen Berglagen zurecht kommt, zeichnet sich zudem durch seine Robustheit und Genügsamkeit aus. Auch deswegen ist es der perfekte Landschaftspfleger für den Landkreis.

Dazu kommt, dass der Landschaftspflegeverband mit der Biologin Gisela Badura-Lotter eine engagierte und begeisterte Züchterin dieser vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse gefunden hat, die sich zudem für den Einfluss der Beweidung auf die Entwicklung von Vegetationsbeständen interessiert. Dabei sind nicht nur naturschutzfachlich höchstwertige Flächen für eine Beweidung unter landschaftspflegerischen Aspekten interessant. Jedes extensiv genutzte Grünland bietet Lebensraum für vermeintliche Allerweltsarten, die allein durch ihre Vielfalt zum Artenreichtum im Landkreis beitragen.

Wenn auch diese Flächen verbrachen, werden einzelne wenige Arten dominant und verdrängen auch die Arten, die noch jeder aus artenreichem Grünland kennt. Die ersten Erfahrungen haben schon gezeigt, dass die Schafe auch hochgewachsene Gräser und holzige Kräuter am Steilhang fressen.

Ansprechpartnerin für das Projekt ist Susanne Thomas, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Biosphärenregion Berchtesgadener Land, Telefon 08654/1299133. fb

Italian Trulli