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Thiagos Tag - Zukunft des spanischen Fußballs gesichert

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Drei Tore durch Thiago Alcantara ebneten den Spaniern den Weg zum EM-Titel. Foto: Atef Safadi Foto: dpa

Jerusalem (dpa) - Um die Zukunft muss sich der spanische Fußball keine Sorgen machen. Das haben die überragenden U-21-Kicker beim EM-Gewinn in Israel eindrucksvoll unter Beweis gestellt.


Damit sicherten sich die spanischen Junioren den zehnten Titel in zehn Jahren und gewannen mit der U 21 wie die A-Mannschaft die beiden letzten Europameisterschaften. Da erstarrte selbst Italiens Coach Devis Mangia nach der 2:4-Endspiel-Niederlage in Ehrfurcht. «Das war großartig. Überall wo ich hingeschaut habe, habe ich nur fantastische Fußballer gesehen», sagte der Trainer.

«Wir Spanier gewinnen, wie immer», titelte das Madrider Sportblatt «Marca». Die Zeitung «El País» befand: «Die Kleinen sichern den Fortbestand der spanischen Vorherrschaft im Fußball.» Einer der «Kleinen» war Thiago Alcántara, neben Isco der große Star des Turniers und im Finale der überragende Akteur. Der Kapitän glänzte nicht nur als Dirigent, sondern auch als Vollstrecker: Mit drei Treffern sorgte er fast im Alleingang für den vierten U 21-Titel. «Das beste aller Gefühle ist der Moment, in dem man sich einen Titel sichert. Wir haben ein großartiges Turnier gespielt», befand der Profi des FC Barcelona, der schon 2011 mit «La Rojita» die EM gewann.

Seine Zukunft liegt jedoch in den Sternen. Der in Italien geborene Sohn des früheren brasilianischen Nationalspielers Mazinho steht zwar bis 2015 beim FC Barcelona unter Vertrag. Aber da er bei Barça in der abgelaufenen Saison in weniger als 60 Prozent der Spiele zum Einsatz kam, schrumpfte seine vertraglich festgelegte Ablösesumme von 90 auf 18 Millionen Euro - für den Kapitän des U-21-Europameisters beinahe ein Spottpreis.

Thiago zweifelt nun, ob er bei Barça bleiben oder auf Angebote renommierter Clubs wie Manchester United eingehen soll. «Thiago soll sich an Xavi oder Andrés Iniesta ein Beispiel nehmen, und warten bis seine große Stunde schlägt», rief Barça-Präsident Sandro Rosell den Jungstar zur Geduld auf. Aber Thiago ist ein «ungeduldiges Talent» («El Mundo»): Er liebt es nicht, in zweiter Reihe zu stehen, sondern will - wie jetzt im Finale - der umjubelte Star sein. Zusammen mit Isco, Cristian Tello und Alvaro Morata setzte Thiago die Glanzlichter in einer hervorragenden Mannschaft, an der sich auch das deutsche Team beim 0:1 in der Vorrunde die Zähne ausbiss.

«Wir haben einen Stil und wir haben gute Spieler, die an dieses System glauben», meinte Trainer Julen Lopetegui nach dem Triumph in Jerusalem. Der Coach wird bereits als ein Kandidat für die Nachfolge von Nationaltrainer Vicente del Bosque gehandelt, der nach der WM 2014 in Brasilien möglicherweise seinen Abschied nimmt.

Die Italiener waren dennoch ein würdiger Finalgegner. «Meine Botschaft an die U 21 lautet: Sie dürfen stolz sein auf das, was sie erreicht haben», sagte Nationaltrainer Cesare Prandelli beim Confed Cup in Brasilien.

Ein großes Lob zollte UEFA-Präsident Michel Platini dem Gastgeber, der erstmals ein Turnier in dieser Größenordnung ausrichtete. «Die Organisation dieser Veranstaltung war fantastisch, die Stadien exzellent und die Atmosphäre großartig. Die Menschen in Israel dürfen stolz sein auf die Austragung dieser U 21-EM», befand der Franzose.