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Thema »Waldzimmer« ist geklärt – Hotel-Pläne in Königssee werden konkret

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Schönau: Planung des Hotel-Komplexes an der Seestraße in Königssee konkretisiert – aktueller Stand Thema »Waldzimmer«
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Eine »ruhige Dachflächenlandschaft« soll das Hotel an der Seestraße erhalten. Das Bild zeigt den geplanten Hauptplatz vor dem Sockelgeschoss des Stammhauses und dem darüberliegenden Bettenhaus. (Grafik: Harlander Baumanagement)

Schönau am Königssee – Die Umsetzung des Hotelkomplexes an der Seestraße in Schönau am Königssee geht nach Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit in die nächste Runde. Das haben die Gemeinderatsmitglieder in der Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen.


Bevor Bürgermeister Hannes Rasp näher auf die Stellungnahmen einging, erläuterte er das bisherige Verfahren. So sei vor etwa zwei Jahren der Aufstellungsbeschluss erfolgt, seit dem hätten die Harlander Baumanagement GmbH, Bürgermeister und Gemeinderäte regelmäßig über das Projekt informiert. Das Raumordnungsverfahren fiel im Juni 2018 positiv aus, im Anschluss erfolgte zwischen 30. Januar und 8. März die öffentliche Auslegung.

»Wir haben bewusst mehr Zeit eingeplant, weil wir das Projekt transparent umsetzen wollen«, so Hannes Rasp. 46 Stellungnahmen seien schließlich eingegangen. Dadurch haben sich mehrere Änderungen ergeben.

Ein wichtiger Punkt betrifft die Waldzimmer: Ursprünglich waren acht Zimmer geplant, inzwischen wurden sie auf sieben Stück reduziert. Jan Brielmann von der Harlander Baumanagement GmbH wies darauf hin, dass die Zimmer so gebaut werden, dass sie nicht einsehbar sein werden. »Mit der Reduzierung ist eine neue Anordnung möglich.« Zudem werden sie von der Hangkante weggerutscht.

Bestimmt wurden auch zwei Baufenster und die Gesamtgrundfläche. Darüber hinaus musste auch die Fassadengestaltung überarbeitet werden. Das Haupthaus soll mit Holz verschalt werden, darunter sind Natursteine vorgesehen. Der Sockel entsteht aus veredeltem Beton.

Was die Dachflächen angeht, erklärte Hannes Rasp, dass eine ruhige Dachflächenlandschaft geschaffen werden soll. Dafür sind zum Teil Dachgauben vorgesehen. Die Satteldächer sollen zudem ein Vordach erhalten. »Die Vordächer werden zwischen 0,6 und 1,4 Meter messen«, ergänzte Brielmann.

Auch im Bereich Emissionsschutz gibt es Vorgaben: Oberirdisch wird es keine Parkplätze geben, die Hotelbesucher müssen die geplante Tiefgarage (wie berichtet) benutzen. Möglich bleibt allerdings die Zufahrt zum Hotel, etwa, um das Gepäck auszuladen. Da sich der Hotelkomplex auf mehrere Bauten erstrecken wird, ist auch eine Fläche für den Einzelhandel vorgesehen. Im Plan verankert wurde diesbezüglich, dass die Geschäfte nur im Erdgeschoss zulässig sind.

In der Nähe des »Alten Bahnhofs« ist ein Gebäude geplant, dass sowohl Übernachtungsmöglichkeiten als auch Seminarräume und einen Spielturm für Kinder bieten soll. Für dieses »Haus am Anger« war zunächst eine Höhe von 14,2 Metern vorgesehen. Inzwischen haben die Verantwortlichen – auch nach Kritik seitens der Schifffahrt – eine Änderung vorgenommen: Die Höhe wird um 1,7 Meter reduziert. Außerdem wollte die Schifffahrt sichergestellt wissen, dass die Werftarbeiten durch den Hotelbetrieb nicht beeinträchtigt werden. Ein Hotelbau in solchem Ausmaß erfordert die Schaffung von Ausgleichsflächen. »Das ist gar nicht so leicht gewesen«, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Insgesamt mussten 4 808 Quadratmeter gefunden werden, die den gleichen Naturraum aufweisen.

»Im südlichen Landkreis gibt es solche Flächen nicht, auch im nördlichen schaut es schlecht aus.« Ein Drittel der Ausgleichsfläche entsteht deshalb am »Punzen«, die übrigen zwei Drittel befinden sich im Wallgau bei Bad Tölz. Hannes Rasp erklärte auch, dass es für den Pletzgraben eine eigene Umweltprüfung geben wird. Grund sei unter anderem, dass er sich nahe des Nationalparks befinden würde.

Weiter geht es nun mit der zweiten öffentlichen Auslegung.

Lena Klein