weather-image
20°

Telekom-Manager: Joyn wird Smartphones erobern

Berlin (dpa) - Trotz der großen Popularität von Chat-Programmen wie WhatsApp, Skype oder FaceTime glaubt Telekom-Manager Kobus Smit an den Erfolg des SMS-Nachfolgers Joyn. Der von den Netzbetreibern gemeinsam entwickelte Dienst werde bald auf fast allen Geräten vorinstalliert.

Joyn
Der neuartige "joyn Chat"-Dienst ist auf dem Stand des Unternehmens Telekom auf einem Smartphone zu sehen. Die IFA findet vom 31. August bis 5. September 2012 auf dem Messegelände unterm Funkturm statt. Foto: Rainer Jensen Foto: dpa

Das sagte Smit der Nachrichtenagentur dpa auf der IFA in Berlin. Joyn werde so zum «gemeinsamen Nenner neuer Kommunikationsdienste», zeigte sich Smit überzeugt. Für andere Dienste werde es eng: «Es wird einen massive Marktbereinigung geben.»

Anzeige

Die Netzbetreiber vermarkten Joyn als SMS-Nachfolger. Der neue Standard ist multimedial: Nutzer können kurze Nachrichten per Chat austauschen, Dateien übertragen und Videotelefonate führen. «Joyn ist mehr als WhatsApp», sagte Smits. Die Daten werden übers Internet übertragen, Nutzer brauchen also einen Datentarif.

Der internationale Verband der Mobilfunkanbieter (GSMA) hatte den neuen Standard im Februar vorgestellt - nicht zuletzt als Reaktion darauf, dass Chat-Dienste der SMS zunehmend Konkurrenz machen. WhatsApp etwa gab jetzt bekannt, dass täglich sechs Milliarden Nachrichten über den Dienst verschickt werden.

Die Netzbetreiber wollen Joyn zum einen auf möglichst vielen Geräten vorinstallieren lassen. Neun der zehn größten Hersteller hätten dies für ihre neuen Geräte bereits zugesagt, sagte Smit. Der iPhone-Hersteller Apple, der für seinen System iOS das Programm FaceTime anbietet, gehört allerdings nicht dazu. Zusätzlich soll es Joyn-Apps geben, die Nutzer selbst herunterladen können. So soll der Dienst auch aufs iPhone kommen. «Die wichtigste Frage ist: Wenn kann ich erreichen? Es geht um die Reichweite», sagte Smit.

Die Hürde, Joyn auch einzusetzen, sei sehr niedrig, betonte Smit. Denn die Option erscheine bereits bei der Suche nach einem Kontakt im Adressbuch; zudem erhalte man Nachrichten anderer. «Wir sind nicht allein darauf angewiesen, dass die Nutzer anderen von Joyn erzählen.»

Die mehrfache Verzögerung des Joyn-Startes führte Smit zum einen darauf zurück, dass der Dienst bei allen Netzbetreibern und auf allen Geräten laufen soll - das erfordere umfangreiche Tests. Zudem werde der Dienst über die Geräte-Software, die Firmware, eingerichtet. Diese könne nicht so einfach aktualisiert werden wie eine App - «deswegen muss es von vornherein richtig gut funktionieren.»

Infos zu Joyn von der GSMA