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Tausende Besucher beim Almkirta

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Die Kindergruppe des Trachtenvereins »D' Rauschberger-Zell« unterhielt die Zuschauer mit verschiedenen Tänzen. (Foto: Giesen)

Ruhpolding – Ein noch größerer Erfolg als beim letzten Mal war der Almkirta des Trachtenvereins »D' Rauschberger-Zell« im Holzknechtmuseum, der alle zwei Jahre zum Ausklang des Almsommers Höhepunkt im Trachtenjahr ist. Fast 1500 Besucher wurden gezählt, rund 150 mehr als das letzte Mal, dazu kamen sicher 300 Mitwirkende.


Das neue Organisationskonzept bewährte sich wieder optimal – mehrere kleine Zelte als Wetterschutz, die leicht auf- und abgebaut werden können. Obwohl es den ganzen Vormittag über regnete, nahmen schon an der Feldmesse Hunderte Besucher teil. Zelebriert von Pfarrer Otto Stangl wurde der Gottesdienst musikalisch auf ganz besondere Art vom Schweizer Jodlerclub Teufen aus Appenzell umrahmt. Mit ihnen pflegen die »Rauschberger« seit vielen Jahren freundschaftliche Kontakte. Außerdem spielten Bläser der Trachtenkapelle dazu stimmungsvolle Weisen und begleiteten zu Kirchenliedern.

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Der Vorstand der »Rauschberger-Zell«, Johannes Stief, und Bürgermeister Claus Pichler empfingen die Gäste im Anschluss. Die seit Mai 2017 amtierende neue Leiterin des Holzknechtmuseums, Ingeborg Schmid, promovierte Volkskundlerin und Ethnologin, stammt aus dem Ötztal in Südtirol. Sie freute sich, nun nach vielfacher Erfahrung in anderen Museen das Holzknechtmuseum leiten zu dürfen. Die freie Kulturwissenschaftlerin realisierte die historisch landeskundliche Ausstellung auf der Expo 2000 in Hannover, war Archivarin im historischen Alpenarchiv und ist Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt der kulturwissenschaftlichen Untersuchung »Absturz« über die Hintergründe von tödlichen Bergabstürzen im frühen Bergalpinismus.

Insgesamt war der Almkirta heuer bestimmt von den »Historischen« der »Rauschberger-Zell«, die ihr 110-jähriges Bestehen feierten (wir berichten gesondert). Das bunte Programm hielt für jeden etwas bereit. Eine Ausstellung zum Thema alte Trachten, alte Handwerkskunst, Imkerei einst und jetzt, Fahrzeuge der historischen Feuerwehr, Brotbacken, ein Kinderspielplatz wie in alten Zeiten und vieles mehr gehörten zum Programm. Zudem hörte es gegen Mittag auf zu regnen, sodass man beinahe im Trockenen die verschiedenen historischen Hütten auf dem weitläufigen Gelände besuchen konnte.

Volksmusikanten und Sänger aus der ganzen Umgebung und von weither kamen. 14 Gruppen waren angemeldet, aber einige mehr kamen und spielten und sangen an den verschiedensten Stellen vor und in den Hütten spontan zusammen. Traditionsgemäß gab an der Schneckenbachstube die Trachtenkapelle der Rauschberger abwechslungsreiche Weisen zum Besten. Auf der im Freien aufgebauten Bühne traten die Kindergruppe der »Rauschberger-Zell« auf. Die Jugendgruppe ebenso wie Goaßlschnalzer und Gesangsgruppen gaben Kostproben ihres Könnens, was vom alten wie (teilweise sehr) jungen Publikum mit viel Applaus quittiert wurde. Besondere Aufmerksamkeit erregte auch hier der Schweizer Jodlerclub aus Appenzell, dessen Mitglieder nicht nur durch ihre glasklaren Stimmen auffielen, sondern auch optisch mit ihren hochroten Trachtenwesten mit goldenen Knöpfen und Beiwerk.

Natürlich war wieder auf jede erdenkliche Möglichkeit für Verpflegung gesorgt. Es gab Almnussen und Zwetschgenbavesen, dazu von den Frauen gespendete Kuchen aller Art sowie deftige Schmankerl. gi

 

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