weather-image

Tapferes Tahiti: Rückkehr auf große Bühne ungewiss

Recife (dpa) - Eingehüllt in große brasilianische Fahnen schlichen Tahitis tapfere Fußball-Helden über den Rasen der Pernambuco-Arena von Recife. Mit dem Abpfiff des letzten Vorrundenspiels gegen Uruguay schien alle Kraft aus den Toa Aito (Starken Kriegern) gewichen zu sein.

Abschied
Die Nationalspieler Tahitis verabschiedeten sich bei den Brasilianern. Foto: Ivan Franco Foto: dpa

Die märchenhafte Fußball-Reise zum Confed Cup hatte für den Ozeanienmeister mit dem 0:8 gegen Uruguay das erwartete Ende gefunden. Als neue Lieblinge der brasilianischen Fans verabschiedeten sie sich mit einem riesigen Plakat: Obrigado Brasil! (Danke Brasilien!)

Anzeige

Ob und wann Marama Vahirua, Steevy Chong Hue oder der einzige Torschütze Jonathan Tehau auf die große Fußball-Bühne zurückkehren werden, ist ungewiss. Der Glücksmoment des Ozeanientitels 2012 wird sich vielleicht nie wiederholen. Die Qualifikation für die WM 2014 ist schon lange verspielt. Trainer Eddy Etaeta hat seinen Plan schon verkündet. «Es gibt auch 2018 und 2022 noch Weltmeisterschaften», sagte er. «Wir müssen die Professionalisierung vorantreiben. Unsere Spieler müssen im Ausland spielen, um sich an das Niveau zu gewöhnen.»

Vahirua ist der einzige Tahitianer mit Profierfahrung, derzeit aber auch auf Clubsuche. Solides Zweitliga-Niveau konnt er bei den drei Spielen gegen Nigeria (1:6), Spanien (0:10) und Uruguay (0:8) als einziger beweisen. «Diese Spiele haben den gigantischen Unterschied zwischen Profi- und Amateurfußball offenbart», sagte Etaeta. «Das Turnier ist vorbei, aber wir haben viel gelernt. Wir werden uns verbessern, Schritt für Schritt», sagte der Trainer.

Was bleibt sind für Tahiti viele schöne Erinnerungen, aber eben auch eine Reihe Negativrekorde: Die meisten Gegentore (24) bei einem Confed Cup. Die beiden höchsten Niederlagen der Turniergeschichte und das schnellste je bei einer Mini-WM kassierte Gegentor (Uruguays Abel Hernández/79 Sekunden).

Etaeta sind diese Quoten nicht egal, doch er wusste was sein Team erwartet. Er ist sich des Leistungsgefälles bewusst. Während die Gegner in Europas Spitzenligen zurückkehren, werden seine Spieler, die ihn fast schon liebevoll Dad nennen, in den kommenden Monaten wieder als Lieferwagenfahrer und Strandverkäufer arbeiten.