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Tag der Krisenclubs: HSV im Aufwind - VfB will Sieg

Düsseldorf (dpa) - In Teil zwei der englischen Woche rücken die kriselnden Clubs der Fußball-Bundesliga in den Blickpunkt. Das baden-württembergische Derby zwischen dem VfB Stuttgart und 1899 Hoffenheim ist am 5. Spieltag sogar zu einem Hoffnungsgipfel geworden.

Erleichtert
Hamburgs Trainer Thorsten Fink (l) bekam ein Lob von Rafael van der Vaart. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Der Hamburger SV liegt trotz des 3:2 gegen Dortmund ebenfalls weiter am Tabellenende und muss am Mittwoch bei der Borussia aus Mönchengladbach ran, die zuletzt viermal ohne Sieg blieb. Auch Bayer Leverkusen zählt zum Kreis der Enttäuschten und will beim bisher noch sieglosen Schlusslicht FC Augsburg den zweiten Saisonerfolg einfahren.

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Die einstige Bundesliga-Hierarchie ist längst passé. So ist die Partie der ehemals «grauen Mäuse» der Liga zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg nun ein Topspiel. Beide Teams gehen mit sieben Punkten in Runde fünf, und beide Clubs müssen ihre ersten Saisonniederlagen verdauen - die Niedersachsen verloren am vergangenen Wochenende 1:3 in Hoffenheim, die Franken 1:2 gegen Frankfurt. Während Hannover seit 20 Heimspielen ungeschlagen ist, hat der «Club» mit saisonübergreifend vier Auswärtssiegen einen Vereinsrekord aufgestellt. «Es ist schön, dass wir diese Serie hingekriegt haben, aber es gibt keine Garantien dafür, dass das so bleibt», warnte FC-Chefcoach Dieter Hecking.

Auf eine steife Brise von hinten hofft der Hamburger SV, um nach dem Coup gegen Meister Dortmund auch bei Borussia Mönchengladbach im Aufwind zu bleiben. «Den Schwung müssen wir ausnutzen», forderte HSV-Trainer Thorsten Fink. «Wir müssen die gleiche Leidenschaft zeigen.» Der erste Saisonsieg war vor allem für die angeknackste Psyche der Hanseaten wichtig. «Wir haben uns Respekt erarbeitet», meinte HSV-Superstar Rafael van der Vaart.

Die Gladbacher haben sich in der vergangenen Saison Anerkennung verschafft, weil sie vom Fast-Absteiger zum Europa-League-Starter aufstiegen. Nach nur einem Sieg in vier Spielen und fünf Punkten sieht es aktuell nicht mehr so glänzend aus, zumal wie zuletzt in Leverkusen (1:1) auch die Spielkultur Wünsche offenlässt. «Das sollte nicht der Trend sein», meinte Borussia-Manager Max Eberl.

Der VfB Stuttgart wäre schon mit dem ersten Saisonsieg zufrieden. Das 2:2 bei Werder Bremen nährte die Hoffnung auf eine Wende. «Man wird immer nur nach Ergebnissen bewertet», sagte VfB-Coach Bruno Labbadia angesichts von zwei Zählern und dem vorletzten Tabellenplatz nüchtern. Für Hoffenheim soll das 3:1 gegen Hannover zur Initialzündung werden. Allerdings dämpfte der neue 1899-Manager Andreas Müller die Euphorie: «Das war ein kleiner Anfang - aber nicht mehr.»

Auch für den FC Augsburg hat die Spielzeit schlecht begonnen: Kein Sieg, nur ein Tor und nur ein Punkt lautet die bisherige Bilanz des Tabellenletzten. Trotz des 0:2 in Mainz hat der Sportliche Leiter der Augsburger, Manfred Paula, in der zweiten Halbzeit gesehen, wie man erfolgreich sein kann: «Wenn wir so aggressiv gegen den Ball spielen, können wir zu Hause auch die Leverkusener schlagen.» Nach einem Stotterstart kommt aber die Bayer-Truppe in Form. «Wir haben gegen Gladbach beim 1:1 guten Fußball gespielt. Wenn wir mit solcher Leidenschaft gegen Augsburg spielen, können wir gewinnen», sagte 04-Teamchef Sami Hyypiä.

Der SC Freiburg hat zwar seit elf Jahren keinen Heimsieg gegen «Angstgegner» Werder Bremen geschafft, ist aber in dieser Saison besser als die Hanseaten aus den Startlöchern gekommen. Die Bremer dagegen konnten zuletzt auf fremden Plätzen nicht viel holen: Seit sieben Auswärtsspielen sind sie sieglos.

Voraussichtliche Mannschaften:

Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV

Borussia Mönchengladbach: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Xhaka - Ring, Arango - Hanke, de Jong

Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen - Badelj, Arslan - Son, van der Vaart, Ilicevic - Rudnevs

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)

FC Augsburg - Bayer Leverkusen

FC Augsburg: Amsif - Verhaegh, Sankoh, Klavan, de Jong - Baier, Ottl - Petrzela, Moravek, Werner - Oehrl

Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Kadlec - Bender, Rolfes, Reinartz - Castro, Schürrle - Kießling

Schiedsrichter: Dankert (Rostock)

Hannover 96 - 1. FC Nürnberg

Hannover 96: Zieler - Cherundolo (Sakai), Eggimann, Felipe, Rausch - da Silva Pinto, Schmiedebach - Stindl, Huszti - Schlaudraff, Ya Konan

1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Balitsch, Simons - Mak, Kiyotake, Esswein - Pekhart

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

SC Freiburg - Werder Bremen

SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Ginter, Diagné, Sorg - Makiadi, Schuster - Schmid, Caligiuri - Kruse, Guedé

Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Fritz - Junuzovic - Hunt, de Bruyne - Arnautovic, Petersen, Elia

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Okazaki, Hajnal, Cacau - Ibisevic

1899 Hoffenheim: Casteels - Beck, Delpierre, Compper, Johnson - Williams, Rudy - Vukcevic, Salihovic, Usami - Derdiyok (Joselu)

Schiedsrichter: Sippel (München)