weather-image

»Swing-volle« Weihnachtsfreuden

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Mit »swing-vollen« Weihnachtsklassikern begeisterten Karin Zimny und Band (Michael Raab, Klavier, Jürgen Richter, Kontrabass, und Andreas Hörl, Schlagzeug) im Isinger Saal. (Foto: Benekam)

Auf der Bühne des weihnachtlich dekorierten Isinger Saals steht er, in voller Pracht, von Lichterglanz erhellt – hat keine Blätter, sondern Nadeln, ist seit Jahrhunderten (und immer noch) Muse für Gedichte, Geschichten und Lieder: der Christbaum.


Die begnadete Recklinghauser Jazzsängerin Karin Zimny, die in Begleitung dreier Münchner Musiker beim Verein KulturGut Ising ihr Weihnachtsprogramm »Swing Weihnacht Swing« vorstellte, scheute in keinem Moment sich mit diesem attraktiven, mit bunten Kugeln behängten Nadelwesen die Bühne zu teilen. Anstatt gegen »sein Leuchten anzuspielen«, zog das Quartett es vor, nicht Konkurrent zu sein, sondern das gute Stück um so manch’ klangvolles Element zu bereichern.

Dem Christbaum mag das einerlei gewesen sein. Die Gäste im Saal aber waren vom ersten verjazzten Weihnachtsklassiker – »Jingle Bells« – weihnachtlich berührt: Michael Raab (Klavier), Jürgen Richter (Kontrabass) und Andreas Hörl (Schlagzeug) zogen alle Register und produzierten den viel geliebten Swing-Groove, der zum herb-charmanten Timbre von Karin Zimny die perfekte Ergänzung bot. So »swingte« das Quartett durch den Abend und überraschte die Zuhörer mit frischen Bearbeitungen aus traditionellem Swing, zeitgenössischem Jazz und machte aus alten deutschen und amerikanischen Weihnachtsliedern »swingvoll« umarrangierte weihnachtliche Hörvergnügen.

Mit »Frosty the Snowman«, »Santa Baby« oder »Rudolph, the rednosed Reindeer« hallte es kitschig amerikanisch angehaucht vom Bayerischen Meer bis über den Atlantik, wo traditionell nicht das Christkind, sondern Santa Claus die Geschenke liefert. »Leise rieselt der Schnee« und »O Tannenbaum« klangen im Swing-Gewand etwas befremdlich, aber umso spannender. Damit es nicht allzu weihnachtlich wurde, gab es zum Runterdimmen der vorweihnachtlichen Erregung ein paar bekannte Jazz-Standards: »Fly me to the Moon«, »Blue Moon« oder »Strangers in the Night«. Im Isinger Saal stieg das Stimmungsbarometer stetig an, sodass immer wieder neben munterem Mitklatschen auch ein großes Ausatmen der Zuhörer spürbar wurde.

Karin Zimny gefiel nicht nur mit ihrer samtig-warmen Singstimme, sondern auch mit ihrer humorvollen und erfrischend spontanen Moderation. Ihr offener Blick in die Augen der Zuhörer tat große Wirkung – die Gäste fühlten sich »angesprochen« und von ihrem Charme eingefangen. Diese Art zu singen, die innere Freude am Musizieren nach außen zu kehren, sie zu teilen, zu verschenken, so scheint es, ist wohl eine besondere Gabe, an der sich die drei Münchner Vollblutmusiker mit sattem Klang und großer Virtuosität beteiligten.

Gute Musik kann eben nicht nur entschleunigen und den Zuhörer »erheitern«, sondern genau das auslösen, was am Weihnachtsfest im Vordergrund stehen sollte: Hoffnung und Freude. Somit waren die KulturGut-Gäste optimal präpariert und ganz nebenbei von den vier Musikern auf die locker-flockige Zielgerade zum Fest der Freude gesetzt. Riesenapplaus! Kirsten Benekam

Die 17. Ausgabe der Architekturbiennale in Venedig vom 23. Mai bis 29. November 2020. soll von dem libanesischen Architekten Hashim Sarkis kuratiert werden. »Die Welt stellt neue Herausforderungen an die Architektur«, sagte Sarkis einer Mitteilung zufolge. Er könne es nicht erwarten, mit Architekten aus aller Welt zusammenzuarbeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen.