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Strenge Regeln für die »Maschkera«

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Motorisierte Fahrzeuge, wie auf diesem Bild im Jahr 2008, sind beim Faschingsumzug in diesem Jahr nicht erlaubt. Der Zug besteht heuer aus »Maschkera«-Gruppen, angeführt von der Ramsauer Blaskapelle. (Fotos: privat)
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Trotz der strengen Regeln soll der Faschingszug eine Riesengaudi für die Einheimischen werden – so wie im Jahr 2008.

Ramsau – Nach acht Jahren Pause gibt es heuer wieder einen Faschingsumzug in Ramsau. Aber ohne Faschingswagen, ohne Kutschen und ohne geschmückte Traktoren. Es sollen am Samstag, 6. Februar, nur verkleidete Gruppen im Zug marschieren, angeführt von der Ramsauer Blaskapelle. Die Leitung obliegt Toni Graßl, erster Vorsitzender des SK Ramsau, und Michael Brandt, erster Vorsitzender des GTEV D'Achentaler Ramsau. Graßl erklärt, welche strengen Auflagen einzuhalten sind, wie der Faschingsumzug geplant wird und was die Zuschauer erwartet.


»Die Ramsauer Vereine haben sich schon im vergangenen Oktober dazu entschlossen, den Faschingsumzug wieder aufleben zu lassen«, erzählt Toni Graßl. Wie der Vorsitzende des SK Ramsau berichtet, hat sich der Skiklub mit dem Trachtenverein zusammengetan und die Planung übernommen.

Dabei müssen die Organisatoren strenge Auflagen einhalten, die vom Landratsamt bestimmt werden. Unter anderem sind keine motorisierten Fahrzeuge erlaubt. »Das ist als Veranstalter einfach nicht mehr zu verantworten«, erklärt Graßl und verweist auf die Gefahren, die dadurch entstehen. Auch Kutschen sind nicht erlaubt: »Die Pferde können durchgehen, und da kann auch viel passieren.« Nur handgezogene Wagen, höchstens drei Meter lang, zwei Meter breit und zweieinhalb Meter hoch sind erlaubt. Aber darauf dürfen keine Personen befördert werden. Das Höchstgewicht so eines »Leiterwagerls« beim Faschingsumzug darf 200 Kilo betragen.

Treffpunkt um 11 Uhr an der Pfeiffenmacherbrücke

Um 11 Uhr treffen sich die Teilnehmer am Parkplatz Pfeiffenmacherbrücke und stellen sich auf. Von dort aus bewegt sich der Zug ab zwölf Uhr durch das Ramsauer Tal bis zum Umkehrpunkt am Rathaus mit anschließendem großen Faschingstreiben und Barbetrieb am Neuhausenparkplatz. Veranstalter des Faschingstreibens ist das Gasthaus »Waldquelle« mit Thomas Bönsch. Diese Teilung der Verantwortungsbereiche erlaube es, den Auflagen der zuständigen Behörden gerecht zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung des SK Ramsau auf dessen Internetseite www.sk-ramsau.de.

Es dürfen keine Süßigkeiten geworfen werden

Toni Graßl informiert, dass während des Zuges keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt werden. »Wir wollten den gastronomischen Bereich vom Zug loslösen«, erläutert Graßl. Diese und andere Vorschriften haben die Organisatoren in einer Zugordnung festgelegt. Darin stehen unter anderem die Auflagen des Landratsamts. Es wird zum Beispiel empfohlen, »auf das Werfen von Süßigkeiten, Flaschen, Konfetti, Blumen und Ähnlichem während des Zuges zu verzichten«. Tiere sind ebenfalls nicht erlaubt. Weiters gibt es genaue Vorschriften, was die Musik, die Lautstärke und die Art der Kostümierung betrifft – niemand darf durch ein Kostüm beleidigt werden, auch nicht das »religiöse oder sittliche Empfinden der Öffentlichkeit«. Die komplette Zugordnung ist online abrufbar, ebenfalls auf der Homepage des Skiklubs Ramsau.

Es gibt kein Motto, da die Organisatoren »die sensationelle Ramsauer Kreativität nicht einschränken möchten«. Graßl rechnet mit 20 bis 30 Gruppen, die sich zum Zug anmelden, und mit 3 000 bis 5 000 Zuschauern. Mitmachen kann jeder, die Anmeldung ist ebenfalls auf der Internetseite möglich. Dort gibt es ein Formular zum Ausdrucken. Dieses muss ausgefüllt spätestens bis Sonntag, 31. Januar, bei der Tourist-Information Ramsau, mit dem Betreff »Anmeldung Faschingszug« abgegeben werden. Für jede Gruppe fällt eine Startgebühr an.

Alois Resch macht eine Faschingszeitung

Während des Zuges gibt es eine Faschingszeitung zu kaufen. Dafür ist Alois Resch zuständig. Dazu benötigt er Unterstützung aus der Ramsauer Bevölkerung, lustige Anekdoten, nette Geschichten und Ähnliches. Die Vorschläge und Anregungen sollen aber »nicht bös gemeint und nicht ehrverletzend« sein. Die Vorschläge – auch anonym – nimmt Resch entgegen. Der Reinerlös der Veranstaltung wird für einen wohltätigen Zweck in der Gemeinde verwendet.

Bei Fragen steht Michael Brandt unter Telefon 08657/ 983644 oder über faschingszug@sk-ramsau.de zur Verfügung. Annabelle Voss