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Stolze 2285 Euro für die Himalaya-Karakorum-Hilfe erspielt

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Zum Abschluss stimmten alle Mitwirkenden gemeinsam »We are the world, we are the children« an. (Fotos: Mergenthal)
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Die Moderatoren Hannes Reiners (l.) und Julia Mayer gratulieren dem Geburtstagskind Philipp Kusnezow von der Band »The Budgies«, der so alt wie das Benefizkonzert wurde: 13.
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Tamara Angerer begeisterte die Zuschauer mit ihrer atemberaubenden Akrobatik-Einlage.
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Maxi Spann bot mit Kristian Aleksic das Andante aus dem Konzert für Kontrabass von Antonio Capuzzi dar.

Bad Reichenhall – Mehrere 100 Mitwirkende auf und hinter der Bühne ermöglichten das 13. Benefizkonzert am Karlsgymnasium für die Himalaya-Karakorum-Hilfe von Extrembergsteigerin Bärbel Hirschbichler aus Schönau am Königssee. Ein anspruchsvolles Musikprogramm vor rund 400 begeisterten Zuhörern erbrachte eine Spendensumme von 2 285 Euro.


Durch das Programm führten auf charmante Weise Julia Mayer und Hannes Reiners, der auch in diversen Formationen als Sänger aktiv war. Sie dankten zu Beginn zwei Personen, die als einzige bei allen 13 Konzerten mit dabei waren – den Lehrerinnen Sabine Simon und natürlich Bärbel Hirschbichler – für ihre Treue. Etliche im Publikum hatten dieses öffentliche Konzert der gesamten Schulfamilie, darunter neben den Schülern Lehrer, Eltern und Ehemalige als Mitwirkende, ebenfalls bereits mehrmals besucht. Die Musikstile waren bunt gemischt, wobei Moderneres heuer dominierte.

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Ungeduldig warteten bereits die Sängerinnen und Sänger des »Großen Chors« auf ihren Auftritt. Mit Begeisterung stimmten sie unter Leitung von Uwe Jakobs, der auch am Klavier begleitete, »When we were young« von Adele Adkins und Tobias Jesso junior an. Gerne hätte man noch ein weiteres Lied von diesem Chor gehört.

Zwei Bläser aus der Unterstufe hatten sodann alle Sympathien auf ihrer Seite. Der junge Saxophonist Tim Blum, der im Vorjahr mit seiner Souveränität solistisch begeistert hatte, hatte diesmal für die beschwingten Kult-Hits »I Shot the Sheriff« von Eric Clapton und »Hit the Road Jack« von Ray Charles einen ebenbürtigen Freund am Piano mitgebracht, Aaron Kerling. Mit Tim Blagrave an den Tasten erstaunte der Trompeter Christian Walter mit »You Raise Me Up« von James Michael Stevens.

Klassisch wurde es bei den nächsten beiden Beiträgen. Der Kontrabassist Maxi Spann, der bereits zum fünften Mal dabei war und als Zwölftklässler wohl das letzte Mal, wagte sich mit Kristian Aleksic am Flügel an das anspruchsvolle, lyrische »Andante cantabile« aus dem Konzert für Kontrabass von Antonio Capuzzi. Gut aufeinander eingespielt präsentierten Katharina Stöberl und ihr Vater Christian Stöberl als Klarinettenduo »River flows in you« von Yiruma und die Kegelduette Nr. 8 und 9 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Drei solistische Ausnahmetalente eroberten sodann die Bühne: Milla Meißner, seit Jahren mit Gitarre und Gesang zu hören, präsentierte diesmal am Flügel selbstversunken und kraftvoll ihre erste Eigenkomposition »In your blue eyes«. Sie hat nun die Aufnahmeprüfung für eine Musikakademie in Berlin geschafft. Elisabeth Strozynski, die bereits seit zwölf Jahren Klavier spielt, trug mit Impulsivität und Leidenschaft ein schweres »Fantasie Impromptu« von Frédéric Chopin vor. Eine echte Künstlerin an der Harfe, zierlich und bescheiden, ist Emily Vucovan, die mit »Echoes of the Alamo« von Louise Trotter zu hören war. Bayerisch-zünftig wurde es mit dem Holzknechtwalzer und der »Naglstoa-Polka« von der Rotofenmusi mit dem Ziachspieler Emanuel Papert und der Harfenistin Katharina Holzner.

Akrobatik von Tamara Angerer und Karakorum-Bilder von Bärbel Hirschbichler, am Piano untermalt von Robert Vilsmeier, umrahmten die Pause. Der zweite Teil war den Bands gewidmet. Aus gemeinsamem »Herumblödeln« heraus war erst kurz vor dem Konzert die Austro-Pop-Einlage von Hannes Reiners und Vilsmeier entstanden. Geschwungene Handy-Taschenlampen schufen zu »Herz wia a Bergwerk« von Rainhard Fendrich eine romantische Kulisse. Bei der Dreingabe, »Schickeria« von der Spider Murphy Gang, klatschte und sang das Publikum sogar bereitwillig mit.

Bevor die Teenie-Band »The Budgies« mit viel Engagement und Gefühl »Angel« von Theory of a Deadman und »Believer« von Imagine Dragons zum Besten gab, gratulierten die Moderatoren ihrem Bassisten Philipp Kusnezow: Er wurde am Tag des Konzerts 13 und ist damit so alt wie das Karakorum-Benefizkonzert. Eine Herausforderung für das Trommelfell waren »Can’t Stop« von den Red Hot Chili Peppers und »Holiday« von Green Day, interpretiert mit viel Rhythmusgefühl, röhrenden Gitarren und echter Rock-Begeisterung von der Band Suburb 21. Nicht viel weniger laut war die Eltern-Schüler-Band »Marlix feat. The Old Guys«. Marco Kasker am E-Bass, sein Sohn Felix am Schlagzeug, Marleen Meißner an der E-Gitarre und ihr Vater Philipp als singender Pianist boten mit viel Groove »I’ll be waiting« von Lenny Kravitz und »Can’t Stop the Feeling« von Justin Timberlake dar, sängerisch unterstützt von Hannes Reiners.

Ein Höhepunkt war die Darbietung des Lehrerchors, der dafür viele Male am Freitagnachmittag zwei Stunden lang geprobt hatte. Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler im Publikum kannte keine Grenzen, als ihre Pädagogen einen fetzigen Twist hinlegten, gefolgt von »Proud Mary« – und eine Zugabe hatten sie natürlich auch in der Tasche, »Bababa«. Zum Abschluss stimmten alle Mitwirkenden gemeinsam den Hit »We are the world« von Michael Jackson und Lionel Richie an. Veronika Mergenthal

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