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Sportwissenschaftler sieht Heimvorteil als Mythos

Oldenburg (dpa) - Sind eigene Fans im Rücken bereits die halbe Miete? Nicht unbedingt, meint Bernd Strauß. Der Sportwissenschaftler der Universität Münster räumt mit dem Mythos des Heimvorteils bei Fußballspielen auf.

Sportpsychologe
Laut Bernd Strauß steigen zwar die Zuschauerzahlen, die Anzahl der Heimsiege gehe aber zurück. Foto: Westfälische Wilhelms-Universität Foto: dpa

Zwar steige die Zuschauerzahl im deutschen Fußball seit Jahren. Die Anzahl der Heimsiege gehe aber zurück, sagte Strauß in einem Interview mit der Oldenburger «Nordwest-Zeitung». «Es ist also nicht so, dass mehr Zuschauer automatisch einen größeren Heimvorteil bedeuten.»

Als Erklärung führt der Wissenschaftler an, dass Fangesänge durchaus motivierend sein könnten, aber auch zu Fehlern einzelner Spieler führen könnten. Ein guter Profisportler blende diese Bedingungen jedoch nahezu aus, erläutert Strauß. Die Spieler seien von ihren Vereinen inzwischen so geschult, dass sie äußere Einflüsse ignorieren. Einen Heim-Faktor scheint es dennoch zu geben: «Es gibt Studien, die belegen, dass sich Unparteiische von einem lautstarken Publikum beeinflussen lassen.»

NWZ Online