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»Spirit of Brass« – im Doppelpack

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Das Grassauer Blechbläser Ensemble mit Solotrompeter Konrad Müller. (Foto: Uta Grabmüller)

Es war eine Premiere zweier seit langem bestehender, erfolgreicher Ensembles: In einem gelungenen Doppelkonzert zeigten das »Grassauer Blechbläser Ensemble« und »Teacher’s Groove«, die Big Band der Grassauer Musikschullehrer/innen, im heimischen Heftersaal, wie breitgefächert die Kunst anspruchsvoller Blasmusik ist.


Den Abend eröffnete das zehnköpfige Grassauer Blechbläser Ensemble mit dem Stück »Lo studente passa« von J. C. Ibanez, indem, passend zum ersten Titel, die Musiker locker und entspannt auf die Bühne spazierten. Ensembleleiter und Posaunist Wolfgang Diem führte durch das Programm. Neben ihm, der auch die Altposaune einsetzte, spielten Tobias Spörlein und Sabine Gassner (als Gast) sowie Johann Schmuck (an der Bassposaune) und an der Tuba Peter Gassner. Das hohe Blech war vertreten durch Matthias Linke und Konrad Müller (Trompete und Piccolo), Rupert Schmidhuber und Peter Boschner (Trompete und Flügelhorn) und Martin Rendl (Waldhorn).

Einen Vorgeschmack auf das diesjährige Richard Strauss-Konzertprogramm des Ensembles bot die »Wiener Fanfare« des Komponisten, dessen Geburtstag heuer 150 Jahre zurückliegt und der deshalb, auch weil er lange Jahre im Achental gelebt und gewirkt hat, im Mittelpunkt der Ensemblearbeit stehen wird. Enrique Crespo, der Mitbegründer der bekannten Formation »German Brass«, schuf das originäre Blechbläser-Stück »Spirit of Brass« für zehn Musiker, das die Grassauer, ihrem Vorbild ebenbürtig, aufführten. Den Frühling aus Buenos Aires brachte das nun folgende Arrangement von Sebastian Sager nach Grassau: »Primavera Porteña«, ein ursprünglich von Astor Piazolla für Klavier, Bandoneon und Saiteninstrumente geschriebener Tango – in seiner stürmischen Unruhe für die Zuhörer nicht leicht aufzunehmen.

Wie stark die Mitglieder des Grassauer Blechbläser Ensembles auch im solistischen Spiel sind, zeigte sich in allen nachfolgenden Programmpunkten. Im rasanten Stück »Tico Tico« von Zequiha Abreu glänzte Konrad Müller an der Solotrompete. Der Posaunensatz des Ensembles trat in Dmitrij Schostakowitschs Suite Nr. 2 (Second Waltz) hervor. Danach zauberte der Trompeter Matthias Linke mit leichter Hand und präzisem Spiel spanisches Temperament in den Heftersaal. Das weltbekannte Stück »When the lion sleeps tonight« des Südafrikaners Solomon Linda schloss den ersten Konzertteil. Zwei weitere Musiker, nämlich Markus Müller und Heinz Dauhrer, traten dabei mit Saxophon und Trompete hinzu und erspielten einen swingenden Übergang zur Big Band nach der Pause.

Die sechzehn Mitglieder von »Teacher’s Groove« unter Leitung des Schlagzeugers Michael Keul gewannen dann endgültig das Publikum im Saal für sich mit ihrer unterhaltsam-beschwingt dargebotenen und von Horst Lehnert munter moderierten Folge von Big Band-Stücken, unter anderen von Stevie Wonder, Count Basey und Chick Corea. Der Rosenheimer Sänger Tobias Heinz war ebenfalls mit von der Partie; sein heiteres »Looking at the world through rose coloured glasses« mag anlässlich des Internationalen Frauentags als eine kluge Empfehlung an die Damen im Publikum gemeint sein. Dies war sich nach der Veranstaltung einig: Die Idee des Doppelkonzerts mit solch ausgezeichneten Musikerinnen und Musikern darf gerne wiederholt werden. Uta Grabmüller