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Spiel mit Farben und Formen

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Die Trostberger Malerin Christine Rudholzner vor einigen ihrer Werke, die bis Ende Juni in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zu sehen sind. (Foto: Heel)

Eine Reihe von Werken der Trostberger Malerin Christine Rudholzner ist bis Ende Juni im Foyer der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS ausgestellt.


Es sind Acryl-Bilder, die trotz ihrer sparsamen Kompositionen enorme Präsenz haben und die allein durch ihre Farb- und Formgebung wirken sollen, auch wenn sie für die Künstlerin häufig einen konkreten Hintergrund haben. Eingeteilt sind die Bilder in drei Gruppen: Die erste Gruppe umfasst lasierte Farbmalerei, wobei die Künstlerin mit extrem verdünnten Farben lasierte und sehr viele Schichten benötigte, um die gewünschte Farbtiefe zu erreichen. In der zweiten Gruppe sind häufig Naturtöne zu finden, der Untergrund gespachtelt, oft auch mit Sand. Bei der dritten Gruppe arbeitete sie gerne mit der Spachtel auf der Oberfläche.

Begonnen mit der Malerei hat Christine Rudholzner, die sich selbst als Autodidaktin bezeichnet, zwar erst spät, aber durch intensives Experimentieren gelang es ihr, diese »späte Leidenschaft« zu mehr als einem Hobby zu machen. Denn durch ihr Suchen nach neuen Wegen, ihren spielerischen Umgang mit den Farben, den Materialien und vor allem auch mit den Formen, schaffte sie Malerei, die einen nicht kalt lässt, sondern bewegt. In seiner profunden, zum Teil ins Grundsätzliche gehenden Laudatio verwies Willi Schwenkmeier zunächst auf die Herleitung des Begriffs »Kunst« und die damit verbundenen Kontroversen, verknüpft mit Friedrich Schillers Kunstverständnis, nach dem Kunst in jeder Formgestaltung unbedingt des Spiels bedürfe. Eine Vorgabe, die er im Werk von Christine Rudholzner erfüllt sehe, das original und dadurch auch originell sei und zum Betrachten, Nachdenken und Ausformen von Geschichten anrege. Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde die Vernissage von Lothar Franz am Akkordeon.

Die Ausstellung läuft bis Ende Juni und ist von Mittwoch bis Freitag von 14 Uhr bis 18 Uhr und an Veranstaltungstagen ab 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Wolfgang Schweiger