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Spendenaktion nach Großbrand in Reichenhaller Gasthaus soll der Familie helfen

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Gasthaus in Bad Reichenhall bei Großbrand völlig abgebrannt – Spendenaktion gestartet
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Ein Großbrand wütete am Samstag im Reichenhaller Traditionsgasthaus „Schießstätte“ an der Loferer Straße. Die zahlreichen Einsatzkräfte der umliegenden Wehren konnten trotz ihres schnellen Eingreifens nicht mehr verhindern, dass das Gebäude vollständig abbrannte. Dieses Foto der Feuerwehr Bad Reichenhall zeigt die Flammen im Inneren des Gebäudes während des Einsatzes am frühen Morgen.
Gaststätte in Bad Reichenhall wird Raub der Flammen – Einsatz an der B21
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Am frühen Samstagmorgen gegen 5 Uhr brach im Gasthaus „Schießstätte“ an der Loferer Straße in Bad Reichenhall ein Feuer aus, das sich schnell zu einem Großbrand entwickelte. Ein Großaufgebot der Rettungskräfte brachte das Feuer bis in die Vormittagsstunden unter Kontrolle – das Gebäude konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. (Foto: Leitner, BRK BGL)
Großbrand in Gasthaus an Loferer Straße (B21) in Bad Reichenhall – Feuerwehr im Einsatz
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Großeinsatz für die Feuerwehren in Bad Reichenhall: Ein Meer aus Flammen zog sich am Samstagmorgen durch das gesamte Gebäude der Gaststätte an der B21; eine enorme Rauchwolke bildete sich über der Einsatzstelle. (Foto: FDL/Brekl)

Bad Reichenhall – Das Reichenhaller Traditionsgasthaus Schießstätte an der Loferer Straße (B21) ist am frühen Samstagmorgen, 4. Mai, vollständig abgebrannt. In einem Großeinsatz löschten die Feuerwehren das Gebäude im Laufe des Tages ab. Jetzt wurde eine Spendenaktion für die Familie, die bei dem Brand ihr Hab und Gut verloren hat, gestartet.


Update vom Sonntag, 5. Mai:

In einem Facebook-Eintrag schildert die Feuerwehr Bad Reichenhall in eigenen Worten das Erlebte. „Schon bei der Alarmierung befürchteten wir Kameraden das Schlimmste“, schreiben die Wehrler auf ihrer Seite. Die Löscharbeiten gestalteten sich zunächst schwierig, da sich im Gebäude ein Schießstand mit Munition befand. Es dauerte Stunden, bis das Flammenmeer eingedämmt war.

„Zum Glück sind alle wohlbehalten dieser Flammenhölle entkommen. Ein kleiner Trost!“, so die Kameraden weiter. „Für uns Reichenhaller Feuerwehrleute war dieser Einsatz besonders schwer. Wohl gerade deshalb, da es eine Familie traf, die wir alle kannten. Zu sehen, wie das Hab und Gut, die ganze Existenz dieser Familie ein Raub der Flammen wurde, schmerzt uns alle in der Seele.“

Mittlerweile wurde eine Spendenseite ins Leben gerufen. Im Laufe des Sonntags haben dort bereits knapp 100 Menschen die Familie finanziell unterstützt. Dabei sind rund 4500 Euro zusammengekommen. Viele verbinden ihre Geldspende auch mit aufmunternden Worten an die Betroffenen. Hier geht es zu der Spendenseite.

Bericht vom Samstag, 4. Mai:

Das Wirtsehepaar und die beiden erwachsenen Söhne bemerkten gegen 5 Uhr den brennenden Holz-Anbau im Gastgarten und konnten das Gebäude rechtzeitig und unverletzt verlassen – danach griffen die Flammen auf das Haus über, das innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand stand.

Die Integrierten Leitstelle schickte ein Großaufgebot der Freiwilligen Feuerwehren Bad Reichenhall mit den Löschzügen Karlstein und Marzoll, Bayerisch Gmain, Großgmain, Bischofswiesen, Freilassing und Inzell an den Brandort. Die Helfer gingen sehr rasch gegen die Flammen vor, konnten jedoch ein Übergreifen der Flammen auf das komplette Gebäude nicht mehr verhindern.

Für den Einsatz musste die angrenzende Bahnstrecke (Freilassing – Berchtesgaden) gesperrt und Löschwasser von der nahen Saalach gefördert werden. Aktuell dauern die Nachlöscharbeiten noch immer an. Die Anwohner wurden alle im Krankenhaus vorsorglich untersucht, bei einer Person wurde eine leichte Verletzung festgestellt. Der Sachschaden dürfte laut ersten Schätzungen der Polizei mehrere Hunderttausend Euro betragen.

Durch den Brand bildeten sich starke Rauchwolken, die in Richtung der Bad Reichenhaller Altstadt zogen. Deshalb wurden die Anwohner durch Lautsprecherdurchsagen der Einsatzkräfte und mit Rundfunkdurchsagen informiert. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit, so die Polizei.

Bilder vom Brand und Rettungseinsatz:

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Foto: Feuerwehr Bad Reichenhall

Einsatzleiter Andreas Gabriel verweist auf die besonderen Gefahren bei diesem Einsatz: „Da ist unten ein Raum mit großen Mengen Munition. Die haben wir aber in Sicherheit bringen können. Der Raum ist nicht direkt betroffen, da ist eine Feuerschutzwand dazwischen. Aber im Nahbereich des Hauses verläuft noch die Eisenbahn. Wir haben die Oberleitung stromlos geschaltet, damit da nichts passiert. Die Feuerschützen-Gesellschaft, der der Schießstand gehört, ist offenbar Besitzer dieses Objekts. Die Nachlöscharbeiten werden sich jetzt sicher noch über mehrere Stunden hinziehen.“ Der Anbau der Schützen blieb weitgehend unversehrt; das Wohn- und Gasthaus und der Anbau an die Gaststätte brannten aber aus.

Das Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst waren mit insgesamt 38 Einsatzkräften und zwölf Fahrzeugen zur sanitätsdienstlichen Absicherung, Betreuung und Verpflegung vor Ort, darunter der reguläre Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen und Notarzt, der Einsatzleiter Rettungsdienst, die ehrenamtlichen Schnell-Einsatz-Gruppen der BRK-Bereitschaften Ainring, Bad Reichenhall und Berchtesgaden und des Fachdienstes „Information und Kommunikation“ (Einsatzleitfahrzeug). Alle Einsatzfahrzeuge konnten am Bereitstellungsraum auf dem direkt angrenzenden Festplatz und auf der daran vorbeiführenden B21 untergebracht werden, die zweitweise nur einseitig befahrbar war.

Die Rotkreuzler kümmerten sich um die vier unverletzten, aber betroffenen und durchnässten Bewohner, die ohne jedes Hab und Gut bei nur sechs Grad Außentemperatur das Haus verlassen mussten und nach notärztlicher Untersuchung vor Ort vorrübergehend in der Kreisklinik Bad Reichenhall untergebracht wurden. Die Einsatzkräfte organisierten über die Caritas Ersatzkleidung und übers Rote Kreuz und das Ordnungsamt eine finanzielle Soforthilfe und eine Ersatz-Unterkunft. Aktuell sichert die BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall den Feuerwehr-Einsatz noch ab – die Malteser kümmern sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. BRK BGL

Erstmeldung, Samstagmorgen, 4. Mai:

Derzeit steht ein altes Gasthaus an der Loferer Straße (B21) in Bad Reichenhall in Vollbrand. Die Einsatzkräfte sind seit mehreren Stunden im Einsatz. Die B21 ist zwischen Schneizlreuth und Bad Reichenhall gesperrt.

Der Alarm wurde gegen 5 Uhr morgens ausgelöst. Seitdem ist ein Großaufgebot der Feuerwehren aus dem Reichenhaller Stadtgebiet, aus Österreich sowie aus Inzell zur Brandbekämpfung an der Bundesstraße 21 nahe des Festzeltplatzes im Einsatz. Neben der B21 ist auch die nahegelegene Bahnstrecke gesperrt.

Die Feuerwehrleute gehen aktuell unter schwerem Atemschutz von mehreren Seiten gegen die Flammen aus dem Gebäude vor. Vermutlich wird das Gasthaus nicht mehr zu retten sein. Der Einsatz wird voraussichtlich noch den ganzen Tag andauern. Wann die Bahnstrecke und die B21 wieder freigegeben werden können, ist noch nicht bekannt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurden keine Personen verletzt. Die Ursache des Brandes ist noch völlig unklar; die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen.

Neben den Floriansjüngern sind auch mehrere Einsatzkräfte des BRKs zur Absicherung der Feuerwehrleute, das Technische Hilfswerk und der Fachdienst „Information und Kommunikation“ aus dem Berchtesgadener Land im Einsatz.

red/FDLnews