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Sogar Kolumbiens Präsident nach Falcaos Aus betroffen

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WM-Aus
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Falcao konnte sich nicht rechtzeitig von seinem Kreuzbandriss erholen. Foto: Mauricio Dueñas Foto: dpa

Buenos Aires (dpa) - Ganz Kolumbien trauert mit seinem Stürmerstar Radamel Falcao, das WM-Aus des Torjägers hat sogar beim Staatspräsidenten Betroffenheit ausgelöst.


»Unser Land bedauert die Abwesenheit des Tigers Falcao (...) bei der Weltmeisterschaft. Aber dennoch wissen wir, dass unsere Mannschaft eine große Rolle spielen wird«, twitterte Juan Manuel Santos. Torjäger Falcao vom AS Monaco hatte die »Cafeteros« nach Brasilien geschossen. Nach seinem am 22. Januar erlittenen Kreuzbandriss kämpfte er jedoch vergebens um ein schnelles Comeback: Der 28-Jährige steht nicht im endgültigen 23er Kader von José Pekerman.

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Der argentinische Trainer der Kolumbianer betrat am Montagabend (Ortszeit) mit Leidensmiene die Pressekonferenz im Mannschaftshotel in Buenos Aires. In seinem Schlepptau waren Falcao, Abwehrspieler Luis Amaranto Perea (CD Cruz Azul/Mexiko) und Stürmer Luis Fernando Muriel (Udinese Calcio/Italien), die beide ebenfalls aus dem Aufgebot gestrichen wurden. Mit Tränen in den Augen und belegter Stimme erklärte Falcao, dass dies ein »sehr schwieriger Moment« für ihn sei.

»Ich bin heute in einem guten Zustand, aber mir ist bewusst, dass mir noch etwas fehlt, um spielen zu können und ich wollte nicht einem Kameraden den Platz wegnehmen, der bei 100 Prozent ist«, sagte er. »Ich wollte auch nichts Leichtfertiges tun, das meiner Gesundheit schaden könnte.«

Der »Tiger«, wie er in seiner Heimat genannt wird, hatte »die große Illusion«, dass es doch noch zur WM reichen würde. Doch im Gegensatz zum deutschen Nationalspieler Sami Khedira, der eine ähnliche Verletzung Mitte November erlitten hatte und wieder spielen kann, war Falcao die Zeit davongelaufen. Präsident Santos hatte kurz nach seiner Operation sogar am Krankenbett des Stürmers gestanden, doch am Ende nutzte alle moralische und medizinische Unterstützung nichts.

»Das ist kein guter Tag«, meinte Pekerman und informierte die Journalisten »mit großem Schmerz« vom nicht unerwarteten Ausfall Falcaos: »Wir haben es bis zum letzten Moment versucht, aber es ging nicht.«

Der Angreifer mit den langen schwarzen Haaren hatte Kolumbien mit neun Treffern in der WM-Qualifikation auf den zweiten Platz der Südamerika-Gruppe hinter Argentinien geschossen. In 49 Länderspielen erzielte er 20 Tore. In der Europa League führte er den FC Porto und Atlético Madrid zum Triumph in der Europa League und wurde dort zweimal Torschützenkönig. Im vergangenen Jahr wechselte er aus Spanien für etwa 60 Millionen Euro Ablöse nach Monaco. Schon deshalb dürfte der monegassische Club kaum einem WM-Einsatz Falcaos zugestimmt haben.

Kolumbien war bei der WM-Auslosung als Kopf der Gruppe C gesetzt. Der Fünfte der FIFA-Weltrangliste sah sich selbst als Geheimfavorit. Jetzt sind die Chancen beim ersten WM-Turnier seit 16 Jahren allerdings deutlich gesunken. Auch wenn Falcao seinen Kollegen Mut zusprach: »Wir haben eine großartige Auswahl, die wir unterstützen sollten, und es bleiben große Spieler.«

Dazu gehört als einziger Bundesliga-Profi auch der künftige Dortmunder Stürmer Adrian Ramos von Hertha BSC. Pekerman ist trotz des Ausfalls seines größten Stars davon überzeugt: »Heute können wir sagen, dass Kolumbien eine außergewöhnliche Zukunft hat und eine große WM spielen wird.« Falcao will seine Mannschaft dabei vor Ort unterstützen, genauere Angaben machte er aber nicht.