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So müssen Sie seltener in den Supermarkt

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Digitale Einkaufslisten können helfen, damit man im Supermarkt nichts vergisst. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn Foto: dpa
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In Corona-Zeiten macht man sich am besten eine Einkaufsliste, die nach der Laufrunde des Marktes oder nach den Warengruppen aufgebaut ist. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn Foto: dpa
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Für den smarten Einkauf empfehlen sich zwei Listen: eine für den Lieblingssupermarkt und eine für den Discounter. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn Foto: dpa

Alle zwei Tage in den Supermarkt flitzen, um spontan leckere Familienmenüs zu kochen? In Corona-Zeiten keine gute Idee. Wie cleveres und selteneres Einkaufen geht, erklären zwei Expertinnen.


Bad Schmiedeberg/Hohenlohekreis (dpa/tmn) - Bevor es ans Einkaufen geht, schreibt man als Erstes einen Einkaufszettel, oder? Falsch! »Die Grundlage für einen vorausschauenden Einkauf ist der Entwurf eines Speiseplans«, stellt Hauswirtschafterin Brigitte Weniger klar.

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»Der richtet sich nach den Lieblingsessen der Familienmitglieder, dem Wetter, der Saison - und vor allem, was noch da ist«, sagt die Ökotrophologin vom Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe in Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt).

Auch das Studium der Werbeanzeigen der Handelsketten könne sich lohnen. »Doch dabei gilt es, sich nicht zu verzetteln. Mehr als ein, zwei Läden sollte man nicht ansteuern. Das reduziert Kontakte«, sagt Weniger. So schreibe man zwei Zettel, etwa einen für den Lieblingssupermarkt und einen für den Discounter. Die Listen sollten logisch nach der Laufrunde des Marktes oder den Warengruppen aufgebaut sein. Zwischen den Regalen hin- und herzuwandern, um immer wieder am Gemüsestand zu landen, erhöhe zudem das Ansteckungsrisiko.

Abhaken mit digitalen Einkaufslisten

Brigitte Weniger rät zudem zu digitalen Einkaufslisten. »Durch Antippen auf dem Smartphone kann man die einzelnen Produkte einfach abhaken«, so die Expertin. Praktisch seien auch Listen, auf die mehrere Familienmitglieder Zugriff haben. Überträgt man allerdings einer anderen Person den Einkauf, sollte die Liste genau besprochen werden. »Stehen da lediglich drei Äpfel, werden garantiert die falschen gebracht. Und denkt man bei Milchreis an eine Pappschachtel mit Körnern, ist man enttäuscht, wenn dann der kleine Plastikbecher kommt.«

Und wenn man trotz penibler Planung zu viel gekauft hat? »Aufläufe gehen immer«, weiß Weniger. Dafür könne man jedes Gemüse nehmen, gebratenes oder rohes Fleisch - und fertig. Noch einfacher sei ein schnelles Ofengemüse. Vom Blumenkohl über Süßkartoffeln bis zum Spargel alles in 4 Zentimeter große Stücke schneiden, zusammen mit Salz, Pfeffer und Öl in eine Schüssel geben, schütteln, damit sich alles vermengt, und 20 Minuten in den 180 Grad heißen Ofen.

Täglich immer nur eine Komponente austauschen

Hauswirtschafterin und Ökotrophologin Daniela Katz-Raible aus dem Hohenlohekreis (Baden-Württemberg) plant Resteverwertung in ihren Wochenspeiseplan von vornherein gleich mit ein. Das heißt aber nicht, dass es drei Tage lang dasselbe gibt. »Man tauscht immer nur eine Komponente aus. Man benutzt eine Zutat vom Vortag und fügt eine neue hinzu«, erklärt Katz-Raible. Mit einer solchen Kette lässt sich nicht nur Zeit und Geld sparen. Man verbindet auch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen mit Abwechslung auf dem Teller.

Eine Kette könne so aussehen: Aus den Salzkartoffeln vom Vortag werden vermischt mit Ei und Mehl Kartoffelküchle. Die Veggie-Burger gibt es dann zu Sauerkraut und Würstchen. Am Tag darauf wird Sauerkraut mit gebratenem Hackfleisch vermengt und zu Reis serviert. Eine andere Ketten-Variante sehe so aus: Salzkartoffeln - Bratkartoffeln mit Salat - Salat mit einem Nudelgericht - und am vierten Tag Nudelreste als Auflauf mit Gemüse. Und aus Gemüseresten lässt sich schnell eine Suppe kochen.

Wer auf der Suche nach Ideen beim Googeln auf Privatrezepte stößt, sollte sie vorher immer mal gedanklich durchspielen, empfiehlt Brigitte Weniger. »Da kommt schon mal vor, dass mal eine Zutat wie Mehl einfach vergessen wird«, so die Expertin. Verlässlicher seien aus ihrer Erfahrung Rezeptideen, die Lebensmittelketten auf ihren Webseiten empfehlen. »Die sind geprüft.«

Reste aufpeppen und als tolle Kreationen verkaufen

Die Hauswirtschafterin hat auch noch Tricks auf Lager, wie man seinen Lieben Reste als tolle Kreationen verkauft. »Ist die halbe Mango vom Frühstücksmüsli übrig, kommt sie mit Joghurt und braunem Zucker in den Mixer und wird als Mango Lassie-Variante präsentiert«, verrät Weniger. Olle Bananen werden als Super-Smoothie mit 300 ml Milch, frischen Minzeblättchen und einer Kugel Vannileeis aufgepeppt.

Und was tun, damit Kinder etwa Reste-Bällchen aus roten Linsen, Bulgur und Ajvar nicht als gelbbräun-gräuliches Etwas verschmähen? Gar nicht erst verraten, was drin ist. Sie werden mit erfrischender Minze-Joghurt-Soße serviert. Und in die Bällchen unbedingt gehackte Kräuter wie Minze, Koriander und Petersilie geben, rät Weniger. »Das macht lustige grüne Pünktchen.«