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Sicher im Winter unterwegs

So kommen Autofahrer bei Eis und Schnee nicht ins Rutschen

Kommt man auf winterlicher Fahrbahn ins Rutschen, ist richtiges Handeln gefragt. Um wieder in die Spur zu kommen, ist vor allem gefühlvolle Reaktion wichtig. Und man muss sein Auto kennen, um richtig zu reagieren.

Erster Schnee
Bei schneebedeckter Fahrbahn geraten Autofahrer schnell ins Rutschen. Richtiges Handeln verhindert, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kommt man auf gerader Strecke auf Eis und Schnee ins Rutschen, gehen Autofahrer am besten langsam vom Gas und bremsen das Tempo allmählich herunter, bis die Reifen wieder haften. Das rät Vincenzo Lucà vom Tüv Süd.

Bei Autos mit ABS und ESP hilft die Elektronik, dass unter anderem die Räder nicht blockieren oder das Auto ausbricht. Autofahrer ohne ABS nutzen gefühlvoll die "Stotterbremse", lösen also den Fuß immer wieder kurz von der Bremse. "Am besten vermeiden Autofahrer die Rutschgefahr von vornherein durch langsamere und vorausschauende Fahrweise", sagt Lucà. Vor allem in Kurven.

"Es gibt zwar immer einen kurzen Moment des Kontrollverlustes, man sollte aber möglichst schnell wieder ruhig werden", sagt Thorsten Rechtien vom Tüv Rheinland. Denn hektisches Gegenlenken oder auch zu starkes Bremsen verschlimmere die Situation in der Regel.

Um solche Situationen schon einmal zu erleben und aus dem Unterbewusstsein bei Gefahr besser abrufen zu können, rät Rechtien zu einem Fahrsicherheitstraining.

Drängt das Auto in einer Kurve zum äußeren Kurvenrand heißt es: Langsam vom Gas und auch langsam bremsen – dabei gefühlvoll in Fahrtrichtung lenken und auch dort hinschauen. "Denn das Auge lenkt die Hand", sagt Lucà, "unbewusst lenkt man stärker in Blickrichtung." Bricht in der Kurve das Heck aus, nehmen Autofahrer ebenfalls vorsichtig Tempo raus und können versuchen, gefühlvoll gegenzulenken.

Straße bei Glatteis
Wenn das Auto bei Glatteis ins Rutschen gerät, sollten Fahrer nicht zu stark bremsen. Das könnte die Situation verschärfen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Die Reaktionen von Autos in solchen Situationen können sich bauartbedingt – etwa durch den Antrieb – unterscheiden. "Am besten probiert man das Fahrverhalten auf einer abgesperrten verschneiten Fläche vorsichtig aus, um ein Gefühl für das eigene Auto zu bekommen", rät Lucà. Oder man besucht ein Fahrsicherheitstraining. Generell gilt auf glatten Straßen: Heftige Lenkbewegungen, starkes Gasgeben und Bremsen meiden, um die Rutschgefahr zu verringern. Das gilt schon beim Anfahren. Da könne man ruhig auch die Kupplung ein wenig schleifen lassen, um das Durchdrehen der Räder zu vermeiden. Denn um lenken zu können, müssen die Räder rollen.

Nicht zuletzt liegt die Sicherheit im Winter vor allem an der Bereifung der Fahrzeuge. Der Gesetzgeber gibt zwar mindestens 1,6 Millimeter Restprofil vor, doch Thorsten Rechtien vom Tüv rät hier mindestens zu vier Millimetern.

dpa/tmn/th