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Skibergsteiger Toni Palzer siegt in China

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Frischgebackener Weltcupsieger im Vertical-Rennen: Skibergsteiger Toni Palzer aus der Ramsau. (Foto: Anderl Hartmann)

Toni Palzer von der DAV-Sektion Berchtesgaden streitet zwar ab, dass er in Frühform ist, aber sein Sieg beim ersten Weltcup der Skibergsteiger war beeindruckend. Beim Vertical-Rennen in Wanlong in der chinesischen Provinz Hebei setzte sich der Ramsauer im Schlusssprint deutlich von seinen Verfolgern Werner Marti (Schweiz) und Michele Boscacci (Italien) ab.


In weniger als 17 Minuten legte Toni Palzer die 470 Höhenmeter zurück. Die Temperatur lag am Start bei minus 15 Grad – für Außenstehende ist eine solche körperliche Belastung bei einem Vertical-Rennen kaum vorstellbar. »Heute war ich richtig nervös. Das muss ich echt zugeben. Mir war schon klar, dass meine Leistungen im Sommer gut waren. Aber auf Ski sieht die Welt dann doch noch mal anders aus. Vom Start weg bin ich für meine Verhältnisse ziemlich vorsichtig ins Rennen gegangen. Meine Beine haben sich dann aber sehr gut angefühlt. Als die anderen schon die Gesichter verzogen haben, hab’ ich mir gedacht, dass das heute was werden könnte«, blickt Toni auf das Rennen zurück.

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»Nach der Durststrecke im vergangenen Winter bin ich jetzt extrem froh, dass ich so in die Saison gestartet bin. Meine alte Form habe ich mir hart erarbeitet und ich kann ganz vorne an der Spitze laufen. Jetzt ist der Gesamtweltcup ganz klar das erklärte Ziel.«

Toni Lautenbacher meldete sich nach einem verletzungsbedingt verkorksten letzten Winter mit seinem 16. Platz in der erweiterten Weltspitze zurück. »Kurz und schmerzhaft. Bei einer Laufzeit von nur 18 Minuten war es wahnsinnig hart heute, aber ich denke die Form stimmt und ich bin zufrieden«, resümierte Lautenbacher.

Der junge Bischofswieser Stefan Knopf (DAV Sektion Berchtesgaden) blieb etwas hinter seinen eigenen hohen Erwartungen zurück und landete auf dem 25. Platz (9. Platz Espoir): »Für mich war es nicht so berauschend heute. Schon die letzten Tage habe ich mich nicht besonders gut gefühlt. Meine Beine haben sich angefühlt, als wäre ich im Höhentrainingslager. Die kalten Temperaturen sind nicht unbedingt meine liebsten Bedingungen, das ist aber keine Ausrede. Die Saison ist noch lang und ich hoffe, dass ich mich jetzt Stück für Stück steigern kann.«

Bereits einen Tag später stand das erste Sprint-Rennen auf dem Plan. Seit zwei Jahren punktet Toni Palzer auch in dieser Disziplin kräftig. Arktische Temperaturen (bis zu minus 23 Grad) sowie chaotische und aus Sicht des DAV schwer nachvollziehbare Entscheidungen der Organisatoren dominierten den Tag. In Anbetracht der extrem widrigen Bedingungen entschied sich die deutsche Nationalmannschaft bereits am Morgen gegen einen Start beim Sprint. Im Laufe des Tages kamen dann noch technische Schwierigkeiten mit der Zeitnahme und Unstimmigkeiten zwischen Athleten und Organisatoren hinzu – ein verkorkster Tag für alle Beteiligten.

Dazu Toni Palzer: »Als ich letzten Winter so starke Probleme mit dem Herzen hatte, habe ich das erste Mal gemerkt, dass gesund zu sein nicht selbstverständlich ist. Und am Samstag war so ein Tag, an dem wir alle einfach zuallererst auf unsere Gesundheit schauen mussten. Ich finde es einfach sehr traurig, dass der internationale Verband mit der Entscheidung, den Sprint zu starten, nicht im Interesse der Sportler gehandelt hat.« dav

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