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Skeletonpilot Felix Keisinger holt Gold bei Junioren-WM

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Ein glücklicher Goldmedaillengewinner: Felix Keisinger. (Fotos: Waßmuth)
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Felix Keisinger mit einem kraftvollen Start. Viele weitere Fotos unter www.berchtesgadener-anzeiger.de

Felix Keisinger vom WSV Königssee zeigte am Samstag bei den Junioren-WM am Königssee eiserne Nerven und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Nach Lauf eins noch auf Rang 3 gelegen, machte der 20-Jährige im zweiten Durchgang alles richtig und holte sich vor vielen begeisterten Fans erstmals den Titel im Skeleton.

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Nachdem 31 Bobteams und 43 Skeletonis aus 18 Nationen bereits die ganze Woche über trainiert hatten, waren für Samstag und Sonntag die Weltmeisterschaftsläufe für beide Disziplinen angesetzt. Trotz der Plusgrade war die Bahn schnell und es wurden viele Topzeiten erzielt. Felix Keisinger vom WSV Königssee ging beim Skeleton als einer der Topfavoriten ins Rennen, hatte er doch zuletzt viermal in Folge bei den Intercontinental Cups triumphiert. Der erste der zwei Wertungsläufe Keisingers war zwar gut, aber dennoch erwischten Fabian Küchler vom RT Suhl und der Russe Evgeniy Rukosev die schnellere Linie und so musste der Berchtesgadener im Finallauf alles geben, um zu einer Medaille zu kommen.

Keisinger erwischte im zweiten Durchgang dann einen Traumstart mit der besten Zeit, fuhr fehlerfrei durch alle Kurven und erzielte dabei auch die höchsten Geschwindigkeiten. Nachdem er im Ziel war, leuchtete die »Eins« auf, eine Medaille war ihm somit schon sicher. Aber sein Ziel war ja insgeheim »Gold«. Zunächst biss sich Rukosev an Keisingers Fabelzeit die Zähne aus. Dann kam Küchler, der Keisingers vorgelegte Zeit auch nicht mehr toppen konnte. »Die zwei Minuten bis zur Zieldurchfahrt der beiden waren schon brutal«, so der neue Weltmeister, nachdem er sich gefasst und seinen Triumph realisiert hatte.

Bahnsprecher Wasti Rasp, der dieses Mal im Bobfahrerdress für Stimmung an der Bahn sorgte, schnappte sich den frisch gebackenen Weltmeister gleich zu einem Interview. Keisinger erklärte die Probleme, die er gelegentlich bei Heimrennen hat, damit, dass es auf anderen Bahnen ganz einfach leichter, sei erfolgreich zu sein. So müsse man sich die fremden Eisbahnen erst von einem Trainingslauf zum nächsten erarbeiten und es komme auch nicht nur darauf an, zu gewinnen. Auf der Heimbahn falle es weitaus schwerer, fehlerfrei zu bleiben. Bisher sei er noch nie so in der Favoritenrolle gesteckt wie am Königssee, was ihn vor beiden Läufen sehr nervös gemacht habe. »Erstmals hatte ich ja etwas zu verlieren, ich wollte aber unbedingt einen Podestplatz. Dass es sogar Gold wurde, macht mich natürlich überglücklich«, so der neue Weltmeister, der sich mit seiner Familie und Freunden am Abend ein Gläschen gegönnt hat.

Am nächsten Wochenende geht es für Felix Keisinger bereits in Lake Placid weiter, ehe eine Woche später in Calgary das Finale im großen Weltcup stattfindet. »Ich habe meinen Traum wahr gemacht. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe, ich habe jetzt ja nichts mehr zu verlieren«, blickt Felix Keisinger auf die letzten beiden Weltcupbewerbe voraus. Natürlich war auch Juniorentrainerin Anja Selbach hoch zufrieden: »Gold und Silber bei einer WM, was möchte man mehr?«, so die Erfolgstrainerin.

Christian Wechslinger

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