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Sieg in letzter Sekunde

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Der Dorfner Goalie stand unter Dauerbeschuss, hielt seine Mannschaft aber bis in die Schlussphase im Spiel. (Foto: Wechslinger)

Mit einem Endergebnis von 4:3 glückte im Rückspiel des EV Berchtesgaden gegen den ESC Dorfen vor gut 100 Zuschauern die Revanche für die 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen auswärts. Der knappe Erfolg war aufgrund der vielen Chancen vor allem im ersten Drittel, aber auch in der Folge hoch verdient. Freilich stand dem EVB auch etwas das Glück zur Seite, denn der Ausgleichstreffer fiel erst zweieinhalb Minuten vor dem Ende und der Siegtreffer gar nur 37 Sekunden vor der Schlusssirene.


Durch den Erfolg festigte der EVB den sechsten Tabellenplatz. Die späten EVB-Treffer zeigen jedoch auch, mit welchem Einsatz und welcher Entschlossenheit sich das Team gegen die siebte Saisonniederlage gewehrt hat. Mit bisher vier Siegen und sechs Niederlagen sieht eine Halbzeitbilanz auch schon viel freundlicher aus.

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Im ersten Drittel sah es noch nach einem klaren Erfolg für den EVB gegen den ESC Dorfen aus. Doch mehr als der Führungstreffer im ersten Spielabschnitt durch Toni Gadringer, der zusammen mit seinen Sturmkollegen Markus Wildmann und Robert Berreiter die stärkste Waffe beim EVB war, kam trotz überlegenem Spiel nicht heraus. So dachten wohl viele der gut 100 Zuschauer, dass ein Sieg die logische Folge der Überlegenheit sein würde. Doch auf einmal war Dorfen auch im Spiel und glich früh im Mitteldrittel aus. Zwei Minuten später ging der Gast nach einem neuerlichen Verteidigerfehler des EVB sogar in Führung, was den Spielverlauf allerdings schon etwas auf den Kopf stellte. Die Berchtesgadener Spieler verstanden die Welt nicht mehr, dass sie als bessere Mannschaft plötzlich zurücklagen und gegen die auf einmal gut aufspielenden Dorfner am Rande einer weiteren Niederlage standen. Doch da war ja noch die dritte Sturmreihe, die durch Robert Berreiter, der eine Topleistung zeigte, einen gekonnten Treffer zum 2:2-Ausgleich landete. Verteidiger Christoph Zern und Markus Wildmann leisteten die Vorarbeit zum sehenswerten Ausgleichstreffer.

Berchtesgadener lassen Chancen aus

Dann setzten die Berchtesgadener ihren Gegner mächtig unter Druck, der sich nur mehr durch Fouls retten konnte. Wie beim Eishockey öfter üblich, kam es durch die vehementen Aktionen in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt auch zu einer kleinen Rauferei, nach der fünf EVB-Spieler über eine Minute Zeit hatten, den Führungstreffer zu erzielen. Doch just in dieser Phase zeigte sich wieder einmal das große Manko der Berchtesgadener – das Auslassen von Chancen.

Freilich hatten die Gäste auch Glück und mit ihrem Goalie den besten Mann im Team. Er wehrte die Schüsse von der blauen Linie ab und des Weiteren vermochte kein Berchtesgadener aus dem Slot einen Treffer zu landen. So überstand der Gast die numerischen Unterlegenheiten ohne Gegentor und es ging mit 2:2 in den Schlussabschnitt. Nach druckvollem Beginn der Berchtesgadener glückte Dorfen jedoch neuerlich die frühe Führung.

Die Stadionuhr tickt gegen den EVB

Berchtesgadens Spieler rannten lange Zeit vergeblich gegen den Rückstand an, die Stadionuhr tickte dem Spielende für die führenden Gäste immer näher. Zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene zündete jedoch der läuferisch und stocktechnisch starke Stürmer Christian Fegg, der sich zuvor zumeist auf sich alleine gestellt aufgerieben hat, den Turbo und glich in numerischer Überlegenheit zum 3:3 aus.

Jetzt winkte wie schon in Dorfen wenigstens ein Penaltyschießen. Doch nun wollten die wild entschlossenen Berchtesgadener mehr, alle Akteure kämpften wie die Löwen und wurden dafür ganze 37 Sekunden vor dem Ende belohnt. Andi Bräuer, der viel Laufarbeit leistete, aber in seinen Abschlüssen zuvor glücklos war, kam an die Scheibe und haute sie dem verdutzten Dorfener Torhüter zum 4:3 in die Kreuzecke. Der ESC Dorfen nahm daraufhin eine Auszeit, um sich neu zu organisieren und mit sechs Feldspielern ohne Torhüter noch zum Ausgleich zu kommen. In dieser Phase verfehlte ein Schuss des EVB das leere Gästetor nur um Zentimeter, was die endgültige Entscheidung bedeutet hätte.

Berchtesgaden überstand jedoch die letzten Sekunden unbeschadet und landete den wichtigen Sieg, der das Team an der sechsten Tabellenstelle gehalten hat. Kann die Mannschaft auch im nächsten Match am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr gegen den Tabellendritten EV Aich die Leistung abrufen, die das Team phasenweise gegen Dorfen gezeigt hat, dann darf man der Truppe von Trainer Andreas Stöckl durchaus eine Überraschung zutrauen. Schließlich besiegte der EVB den späteren Vizemeister Aich schon in der letzten Saison nach Penaltyschießen mit 5:4. Sollten bis Freitag auch der verletzte Verteidiger Lukas Schnellinger und der erkrankte schwedische Spieler Johan Semberg fit werden, würden sich die EVB-Chancen noch einmal erhöhen.

Skorer: 1:0 (9.) Gadringer/Berreiter; 1:1 (21.), 1:2 (23.), 2:2 (33.) Berreiter/Wildmann/Zern; 2:3 (44.), 3:3 (58.) Fegg/Heim/Kroll, 4:3 (60.) Bräuer/Brandner/Mamontow.

Strafminuten: EV Berchtesgaden 4, ESC Dorfen 12 + 10 Disziplinarstrafe

EV Berchtesgaden: Stefan Quintus, Fabio Fürlinger; Stefan Giritzer, Fabian Stöckl, Simon Kohl, Christoph Zern, Florian Schäfer, Toni Gadringer, Vesti Brandner, Christian Mamontow, Justus Heim, Richard Kroll, Robert Berreiter, Andi Bräuer, Christian Fegg, Markus Wildmann.

Die weiteren Ergebnisse in der Bezirksliga: DEC Inzell – EHC Bad Aibling 17:2, EV Aich – ESV Gebensbach 8:1. cw

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