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Sicherheitskonzept: Minister fordern zügigen Beschluss

Rostock-Warnemünde (dpa) - Ungeachtet der jüngsten Fan-Proteste gegen schärfere Sicherheitsvorkehrungen in Fußballstadien halten die Innenminister an ihren Forderungen nach strikteren Kontrollen fest - und setzen die Clubs noch mehr unter Druck.

Innenminister
Uwe Schünemann ist der Innenminister von Niedersachsen. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

«Am 12. Dezember muss die Liga einmütig ein Sicherheitskonzept verabschieden und dann auch in allen Vereinen umsetzen», betonte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Rande der Innenministerkonferenz in Rostock. Ansonsten seien die Länder gezwungen, zusätzlich Polizei einzusetzen, um die Sicherheit in den Stadien zu garantieren. «Und das werden wir dann auch in Rechnung stellen müssen», sagte Schünemann.

Auch Nordrhein-Westfalens Ressortchef Ralf Jäger (SPD) mahnte: «Die DFL-Mitgliederversammlung am 12. Dezember ist gut beraten, ihr Konzept zu beschließen.» Dieses weise zwar noch Lücken auf, gehe aber in die richtige Richtung. Dazu gehöre, dass die Vereine mehr für die Fan-Arbeit tun, für die Begleitung der Fans bei Auswärtsspielen sorgen oder mit zusätzlichen Kontrollen die Sicherheit in den Stadien erhöhen. «Unser Ziel ist es doch, diese Fan-Kultur, diese tollen Erlebnisse an den Samstagnachmittagen zu bewahren. Und deshalb haben wir das gemeinsame Interesse, die 0,5 Prozent Gewalttäter aus den Stadien herauszubekommen», erklärte Jäger. Zögerten die Vereine aber weiter, müssten die Innenminister handeln.

Das bereits überarbeitete Konzept «Sicheres Stadionerlebnis» trifft bei einigen Ligavereinen, vor allem aber bei Fans auf Widerstand. Ihre Kritik hatten Fußballanhänger bei den zurückliegenden Bundesliga-Spielen mit Schweigeaktionen deutlich gemacht. Sie wehren sich unter anderem gegen verschärfte Einlasskontrollen und mehr Videoüberwachungen.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und Schweriner Ressortchef, Lorenz Caffier (CDU), machte deutlich, dass die Minister keine Abstriche an ihren Forderungen machten und wies Vorwürfe von Ligapräsident Reinhard Rauball zurück, die Politik mische sich zu stark ein. «Das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus», sagte Caffier. «Wenn die Vereine und die Liga in der Lage wären, die Sicherheit zu gewährleisten, müssten wir nicht über Polizeieinsätze nachdenken», erklärte der CDU-Politiker. Er verwies darauf, dass noch immer Pyrotechnik in die Stadien gelange und intensive Einlasskontrollen jüngst auch Messer, Schlagstöcke oder Reizgas zutage gefördert hätte. «Dinge, die nicht ins Stadion gehören.»

Auch Bayerns Minister Joachim Herrman (CSU) verteidigte den harten Kurs der Politik. «Die gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande von Fußballspielen haben dramatisch zugenommen, wir haben heute deutlich mehr Verletzte», stellte Herrmann fest. Die Spitzen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seien am Zug. «Wir brauchen diese Kontrollen. Wir brauchen vor allem ein klares Outing all jener, die gewalttätig unterwegs sind und auch langjährige Stadionverbote», betonte er. Zudem müsse klar sein, «dass Feuerwerkskörper und Bengalos im Stadion absolut nichts zu suchen haben».

Am Freitag will sich die Ministerrunde abschließend mit dem Thema befassen. Doch machte Schünemann bereits deutlich: «Von dieser Konferenz wird das klare Signal ausgehen, dass gehandelt werden muss. Wir werden nicht weiter abwarten.»