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Sicherheitsinstitut: Große Gefahren für Region um Syrien

London (dpa) - Das Londoner Internationale Institut für strategische Studien sieht große Sicherheitsrisiken im Nahen Osten.

Es gebe eine Vielzahl von Anzeichen für Gefahren in und um Syrien, und wenn eines davon Realität werde, sei seine Wirkung groß, sagte der Chef des Institutes, John Chipman, am Donnerstag bei der Vorstellung des IISS-Jahresberichtes 2012 in London. «Das Risiko, dass chemische Waffen den Falschen in die Hände fallen und über die Grenzen gebracht werden, ist ein wichtiger strategischer Grund, warum die außenstehenden Länder eine politische Lösung betonen», sagte Chipman. Die Region lebe «von einem Tag auf den nächsten».

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Insgesamt werde die Unsicherheit in der Welt größer. «Was bisher Tatsache war und kürlich Allgemeingut, steht zunehmend infrage», sagte Chipman. Bohrende Fragen stünden an und es gebe auf jede von ihnen viele mögliche Antworten. Überlebt die Eurozone in ihrer bisherigen Form? Wie sehen die Machtverhältnisse im Nahen Osten aus vor dem Hintergrund der mächtigen Muslim-Bruderschaft in Ägypten und der Situation in Syrien? Auf welchen Gebieten ist die Machtposition der USA noch immer entscheidend? Und wissen die Männer und Frauen an der Spitze aufstrebender Nationen, was zu tun ist?

In Europa sieht das Londoner Institut einen Konflikt zwischen Ländern der Eurozone und den Nationen außerhalb der Gemeinschaftswährung heraufziehen. «Die Nicht-Euro-Länder und speziell Großbritannien wollen die Unabhängigkeit ihrer Fiskal- und Währungspolitik manifestieren, wollen aber vom gemeinsamen europäischen Markt profitieren», sagte Chipman. «Es wird ein gewisses Maß an gemeinsamer diplomatischer Anstrengung bedürfen, damit die Beziehungen nicht zum Russischen Roulette werden», betonte er.

Weltweit sei es für die mächtigen Nationen noch immer ein wichtiges Ziel, die Politik anderer Länder zu ihren Gunsten zu beeinflussen. «Doch immer mehr dieser Jobs bleiben ungetan», sagte Chipman. Für viele Regierungen sei Außenpolitik zu einer Mischung aus politischem Risikomanagement und der Unterstützung von Handelsbeziehungen geworden.

Unzulänglich sei bisher die Beteiligung aufstrebender Nationen an den wirklich wichtigen weltweiten Entscheidungen. «Es mag sein, dass eine weltweite Machtverschiebung im Gange ist, aber der Prozess ist langwierig. Und die, die eine größere Beteiligung an der Macht anstreben, haben keinen offenkundigen Plan, wie sie diese nutzen wollen.» In diesem Zusammenhang werde die außenpolitische Rolle von Unternehmen größer, sie müssten die Bresche springen und außenpolitische Aufgaben übernehmen, wenn sie ihr Geschäftsumfeld gestalten und erhalten wollen. «Wir werden Zeugen einer Privatisierung von Außenpolitik», sagte Chipman.

Statement IISS-Chef Chipman