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Sex im RTL-Dschungel - Tina York wird schlecht

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Tina York
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Tina York schlägt sich wacker. Foto: Henning Kaiser Foto: dpa

Es ist Schluss mit der quälenden Langeweile im australischen Urwald - RTL und seinen Prominenten gebührt Dank.


Berlin (dpa) - «Ein Jahr herrschte Ruhe im australischen Dschungel - damit ist es jetzt vorbei». Die Stimme aus dem Off bringt die Wahrheit unmissverständlich auf den Punkt.

Zwölf neue, mehr oder minder prominente Kandidaten haben am Freitagabend für die zwölfte Staffel der RTL-Dschungelshow «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» ihr Lager in dem TV-Camp im Osten des kleinsten Kontinents aufgeschlagen. Dort ist es keineswegs so ruhig, wie RTL vorgibt, denn hier werden übers Jahr im Auftrag mehrerer internationaler Sender Dschungelshows produziert.

Der deutsche Privatsender zog jedenfalls zum Auftakt wieder alle Register, denn es wurde zum Teil richtig widerlich. Alle zwölf Kandidaten mussten in der ersten Ausgabe publikumswirksam eklige Speisen zu sich nehmen wie Straußenfuß, Kakerlakenbrühe oder Kamelhirn, in fauligem Tierfleisch waten oder in fiese Viecher hineingreifen.

Die erste Folge der neuen RTL-Dschungelshow startete am Freitagabend bei den Quoten vergleichsweise schwach: 6,49 Millionen Zuschauer wollten sehen, wie sich die zwölf neuen Kandidaten zum Auftakt ab 21.15 Uhr schlugen, der Marktanteil lag bei 25 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es zum Start 7,36 Millionen (26,8 Prozent).

Zu den prominentesten Vertretern gehören bei der zwölften Staffel Ex-Profi-Fußballer Ansgar Brinkmann (48), Uwe Ochsenknechts Ex Natascha (53) und Schlagersängerin Tina York (63). Bis zum 3. Februar wird die «Dschungelkönigin» beziehungsweise der «Dschungelkönig» ermittelt. Einer der zwölf Kandidaten wird dann die Nachfolge von Musiker Marc Terenzi antreten, der die Show 2017 gewann.

RTL arbeitete auch sogleich feinsäuberlich die wenigen wirklichen und so nicht geplanten Höhepunkte heraus. Beispiel Nummer eins: Tina York wurde nach dem Kentern ihres Kanus und nach der unfreiwilligen Schwimmeinlage schlecht. Die Schwester von Mary Roos wurde medizinisch versorgt. Sie ließ sich sperren für die Publikumsabstimmung zur nächsten Dschungelprüfung, in der es wie üblich ziemlich eklig zugeht.

Beispiel Nummer zwei: zwei unschuldige Ratten, die nicht wie die zweibeinigen Kandidaten aus der deutschen Zivilisation mit einer fünfstelligen Summe für ihren Auftritt belohnt werden, trieben es ohne Gage vor der RTL-Kamera im Camp der Mitspieler stilvoll miteinander - da die Szenen nach 22 Uhr ins Bild gesetzt wurden, dürfte der Protest der Jugendschützer gemäßigt ausfallen.

Die Show lebte unter anderem auch von den vorgetexteten Sprüchen des Moderatoren-Duos Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. Die 49-jährige Zietlow kündigte schnell an, dass es die letzte Staffel für sie sei, in der sie noch in die Alterszielgruppe passe. Vielleicht hatten die Sprücheschreiber übersehen, dass RTL seit ein paar Jahren seine Zielgruppenspanne nicht mehr zwischen 14 und 49 Jahren, sondern zwischen 14 und 59 Jahren ansiedelt.

Auch lustig: «Wir sind sooooo kurz davor, Daniela Katzenberger zu bekommen», züngelte Zietlow. «Wir haben mit Costa Cordalis ihren Schwiegervater in der Show gehabt, mit Iris ihre Mutter und mit Jenny Frankhauser ihre Schwester.» Da fehlt doch in der Tat nicht mehr viel. Mutter Iris begleitete Tochter Jenny auch bis ins australische Hotel und gab ihrem Nachwuchs mit strengem Unterton die Marschroute auf den Weg: «Und wehe, Du gibscht uff!»

Homepage der Show