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Sepp Wenig als Vorsitzender bestätigt

Berchtesgaden – Sepp Wenig bleibt Vorsitzender der Vereinigten Trachtenvereine des Berchtesgadener Landes. Das entschieden die Mitglieder am Freitag bei der Neuwahl während der gut besuchten Jahreshauptversammlung im Sternsaal des Bräustüberls. Der designierte Nachfolger, Gau-Gebietsvertreter Tobias Kastner, wollte das Vorstandsruder noch nicht in die Hand nehmen, steht dafür aber in drei Jahren bereit.

Die neue Vorstandschaft der Vereinigten Trachtenvereine des Berchtesgadener Landes stellte sich einträchtig mit ihrer Standarte zum Gruppenfoto im Sternsaal des Bräustüberls auf. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Marktbürgermeister Franz Rasp wies in seiner kurzen Ansprache auf drei wichtige Dinge hin. Zum einen auf das Trachtengwand, auf die rechte Sprache sowie die Kultur. »Wenn wir einmal so weit kommen sollten, statt dem St. Martinsfest ein ›Sonne-, Mond- und Sterne-Fest‹ zu feiern, dann haben wir etwas vergessen«, so Rasp, der in Berchtesgaden lieber »Griaß God« und »Pfiat di« hört als »Tschüss«. Es gelte, zur heimatlichen Kultur stets seinen Beitrag zu leisten, befand der Gemeindechef.

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Vereinigungsvorstand Sepp Wenig sieht die Trachtenvereine bei allen fünf Berchtesgadener Bürgermeistern stets gut aufgehoben. Schriftführerin Renate Murf ließ bei ihren lebendig vorgetragenen Ausführungen das Vereinsjahr noch einmal Revue passieren.

Aufmerksam lauschte die Versammlung auch den Ausführungen über die Vereinsfinanzen durch Kassier Johann Walch. Es gab zwar geringfügig mehr Ausgaben als Einnahmen, dennoch stehen die Vereinigten Trachtenvereine des Berchtesgadener Landes finanziell auf gesunden Füßen. Die Kassenführung fand großes Lob durch die Kassenprüfer Eugen Walch und Hans Plenk. Gleichwohl merkte Eugen Walch an, dass es nicht sein könne, aus den Heimatabenden trotz der großen Arbeit nicht mehr zu erwirtschaften. Hier wünschte sich Walch, dass sich die Tourismusbranche stärker beteilige.

Wichtigkeit der Jugendarbeit

Sepp Wenig sprach im Folgenden von der Wichtigkeit der Jugendarbeit. Man müsse Bühnen und Orte schaffen, wo die Jugendlichen verstärkt ihr Können darbieten könnten. »Eine Fußballmannschaft möchte ja auch nicht nur trainieren, sondern sich den Zuschauern präsentieren, das ist bei den Trachtlern nicht anders«, erklärte der Vorstand, der ein Lob an Sepp Angerer für dessen Verdienste um die Jugendarbeit richtete.

Der Jahrtag entwickle sich immer besser, die Heimatabende seien dagegen auch weiterhin ein Problem, merkte Wenig an, und forderte die Vermieter auf, ihre Gäste mehr auf das Brauchtum und dessen Pflege einzustimmen.

Wo bleiben die Tänze?

Als ein Manko in der Trachtensache sieht Wenig die immer weiter abnehmende Tanzkultur. So spielten gerade beim Brautstehlen auf Bauernhochzeiten sehr gute Musikgruppen auf. Doch es werde bei diesem Brauch kaum noch getanzt. »Wir sind allesamt gefordert, den Tanz auch in der Jugendarbeit wieder zu beleben«, so Wenig, der dabei von seiner Jugendzeit schwärmte, in der die Tanzerei große Tradition hatte.

Die Jugendarbeit sei auch ein großes Thema im Gau, erklärte Gebietsvertreter Tobias Kastner und rief die Versammlung zu verstärkter Jugendarbeit auf, die schließlich allen Beteiligten auch sehr viel Freude bereite. In diesem Zusammenhang sprach Kastner von einer zunehmenden Bürokratisierung, die zum Schutze der Jugendlichen nötig geworden sei.

Mit großer Freude informierte der Gebietsvertreter, dass sich die Trachtenvereine beim nächsten Oktoberfest auf der alten Wies'n präsentieren dürften. Von einem Verlegenheitsvorstand, der Sepp Wenig zunächst einmal war, könne schon längst keine Rede mehr sein, meinte Kastner.

Ehrenvorstand Heinz Reiner führte schließlich die Neuwahlen durch, die einen großen Vertrauensbeweis für die bewährte Arbeit der alten Vorstandschaft zeigten. Die weitgehend alte Führungsriege wurde wie erwartet einstimmig bestätigt.

Geführt werden die Vereinigten Berchtesgadener Trachtenvereine auch in den nächsten drei Jahren von Vorstand Sepp Wenig und seinem Stellvertreter Tobias Kastner. Christian Wechslinger