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Sellering: Deutschland zum Erfolg verpflichtet

Schwerin (dpa) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sieht gute Chancen für einen nationalen Konsens bei der angestrebten Energiewende.

Erwin Sellering
Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Sellering: «Es gibt ein massives Interesse daran, dass die Energiewende als Ganzes gelingt». Foto: Michael Reichel/Archiv Foto: dpa

Die Übereinkunft der Bundesländer und die jüngsten Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Bedeutung von Windparks auf See und zum Ausbau der Stromnetze stimmten ihn zuversichtlich. «Es gibt ein massives Interesse daran, dass die Energiewende als Ganzes gelingt», sagte Sellering im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Die Energiewende ist die größte nationale Aufgabe dieses Jahrzehnts.»

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Am Freitag treffen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Merkel in Berlin. Vor allem die Strompreissteigerungen durch die Ökostromumlage und Differenzen zwischen den Ländern zum Ausbau der Windkraftnutzung auf See und der Stromnetze hatten zuletzt für Diskussionen gesorgt.

Nach Sellerings Überzeugung gibt es nach dem beschlossenen Atomausstieg keine Alternative zum eingeschlagenen Kurs. Vor allem die Verteuerung von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas hätten die Energiepreise in den zurückliegenden Jahren geradezu explodieren lassen. «Es muss unser nationales strategisches Ziel sein, uns davon unabhängiger zu machen und mit Alternativenergien wie Sonne und Wind langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu sichern.» Deutschland als Industrieland sei dabei zum Erfolg verpflichtet.

Die Nutzung der Windkraft an Land rechne sich zunehmend, für Offshore-Anlagen vor den Küsten seien aber noch «technologische Entwicklungssprünge» und immense Investitionen nötig. Doch seien Windparks auf See unverzichtbar im künftigen Energiemix, da sie nahezu ohne Pause betrieben werden und somit zur Sicherung der Grundlast beitragen könnten. «Es wäre uns nicht geholfen, wenn Kernkraftwerke durch Gaskraftwerke ersetzt werden, weder aus Umwelt- noch langfristig aus Kostengründen», mahnte Sellering. Er erwarte, dass der Bund alle Kraft in die Waagschale werfe, dass es zu einem vernünftigen Gesamtkonzept komme.