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Seefest soll zum traditionellen Volksfest werden

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55-mal ging das beliebte Seefest in mehr oder weniger unveränderter Form über die Bühne. Künftig will der Förderverein Sport-Talent daraus ein traditionelles Volksfest machen. (Archiv-Foto: Christian Wechslinger)

Schönau am Königssee – Das Seefest am Königssee wird vermutlich doch eine Zukunft haben. Nach dem Rückzug des WSV Königssee als Hauptorganisator will sich nun der hiesige Förderverein Sport-Talent um eine Fortsetzung des Festprogramms am letzten Juli-Wochenende kümmern.


Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern des WSV Königssee will man künftig ein traditionelles Volksfest direkt in der Zielkurve der Kunsteisbahn organisieren. Ihre Idee stellten Alexander Resch und Helmut Weinbuch am Dienstag den begeisterten Gemeinderäten von Schönau am Königssee vor.

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Die beiden Sportexperten hatten eine Präsentation vorbereitet, mit der sie zum einen ihren Förderverein und seine Arbeit vorstellten und zum anderen ihre Ideen zu einer künftigen Programmgestaltung des Seefestes verkündeten. So erfuhren die Gemeinderäte von Alexander Resch unter anderem, dass der Förderverein die übergeordnete Vereinigung der hiesigen Wintersportvereine ist. »Wir fördern nicht nur die besten Athleten der verschiedenen Sportarten, sondern sind auch im Breitensport engagiert«, sagte Resch.

Aktuell kümmert sich Sport-Talent mit zwölf Trainern und fünf Bussen um 188 Kinder. Die Finanzierung der Vereinsarbeit erfolgt durch die Mitglieder, durch private Förderer und durch Events wie die Sport Gala. Auch die Einnahmen aus dem Königsseer Seefest sollen dann in die Vereinskasse fließen und dem Sportnachwuchs zugute kommen.

»Unsere Mission ist es, aus dem Seefest ein Volksfest mit traditionellem Bierzelt zu machen«, betonte Alexander Resch und nannte Schlagworte wie Blasmusik, Stimmungsmusik, Spaß, Tradition, Sportgrößen und sportliche Höhepunkte. Neben den kulinarischen Angeboten vom Hendl über Bier und Wein bis zur Schweinshaxe soll es ein buntes Rahmenprogramm geben. Programmpunkte könnten sein: Sportler-Talk, Schuhplattler mit den »Funtenseern«, Standkonzert der Königsseer Blaskapelle, Seegottesdienst, Königsseelauf, bayerische Meisterschaften in Bob, Skeleton und Rodel, Sommerbiathlon, Autoscooter, Kinderkarussell, Schießbuden und Seifenkistenrennen, gebrannte Mandeln, Rennbob-Taxi und Betriebs-Challenge.

Helmut Weinbuch, Initiator des Fördervereins Sport-Talent, erklärte den Gemeinderäten kurz das System der Olympiastützpunkte und betonte, dass die Talentförderung hierzulande einzig und alleine Aufgabe der Region sei. »Um den Sportstandort Berchtesgaden zu erhalten, muss die Talentförderung gesichert sein«, appellierte Weinbuch. Mit jährlich mindestens 100 000 Euro sei der notwendige Unterbau da. Was man hier erreicht habe, sei durchaus »wunderbar«, bekräftige Weinbuch und forderte die Lokalpolitiker auf: »Helft bitte mit, wir müssen hier etwas erwirtschaften!«.

Von einer »guten Idee« sprach Beppo Maltan (FWG). Er erinnerte aber daran, dass aus finanzieller Sicht eine Durchführung ohne Ehrenamtliche kaum möglich sei. »Der WSV Königssee mit seinen vielen Helfern wird hier auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen«, sagte Alexander Resch. Und Helmut Weinbuch versicherte, dass man vonseiten des Sport-Talents auch an die Eltern der geförderten Kinder herantreten will. Allerdings wollen sich die Organisatoren mit Franz Hell und seinem Team als Bierzeltbetreiber echte Profis ins Boot holen.

Auch Franz Graßl (CSU) hielt die Initiative des Fördervereins Sport-Talent für »begrüßenswert«. Allerdings zeigte er sich skeptisch, ob die Durchführung direkt in der Zielkurve geeignet ist. »Dort ist das Geschehen von der Seelände aus nicht so einsichtig«, sagte Graßl. Um die Leute auf das Seefest aufmerksam zu machen, will man nach den Worten Reschs auf dem Parkplatz »Echostüberl« auch ein Karussell aufstellen und beispielsweise gebrannte Mandeln anbieten. Dass es zum Seefest künftig weder ein Feuerwerk noch eine Lasershow geben wird, erfuhr Stefan Pfnür (FWG) auf seine Frage.

»Das ist gestorben«, sagte Resch. Für eine Fortsetzung des WSV Königssee unter neuen Bedingungen plädierte Sepp Springl (CSU), 2. Vorstand des WSV Königssee. »Der WSV hat zuletzt mit dem Seefest keine Rendite mehr gemacht. Ohne die Zuschüsse der Gemeinde und der TRBK hätten wir drauf gezahlt«, sagte Springl. Auch werde es immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer für so etwas zu gewinnen. Springl war nach eigenen Worten eigentlich davon ausgegangen, dass das Seefest damit gestorben sei. »Aber jetzt hängt sich der Alex mit seinen Ideen da hinein. Das wird sicher etwas.« Da konnte sich Bürgermeister Hannes Rasp nur anschließen. »Ich würde mich freuen, wenn das so kommt.« Wichtig ist dem Rathauschef nach eigenen Worten nur, »dass der WSV Königssee nach 55 Jahren der Organisation nicht außen vor ist«. Der Gemeinderat nahm die Ideenpräsentation von Sport-Talent laut Beschluss »positiv zur Kenntnis«.

Ulli Kastner