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Schwebefahrt in den Nationalpark – Jungfernfahrt der Jennerbahn

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Jennerbahn-Jungfernfahrt: aktueller Stand der Arbeiten
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Die »Piazza« dient aktuell noch als Baustofflager. Die Terrasse des Restaurants »Jenneralm« (rechts) ist aber bereits gut nutzbar. (Fotos: Kastner)
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Bürgermeister Hannes Rasp (2.v.r.) sowie die Investoren (v.l.) Georg Hinterleitner, Martin Harlander und Peter Hettegger sind stolz auf das bislang Geschaffene.
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Der neue BBAG-Vorstand Franz Moderegger hatte am Freitag seinen ersten öffentlichen Termin.

Schönau am Königssee – Pünktlich auf den Tag sind die für den Fahrbetrieb und die Bewirtung der Gäste wichtigen Bereiche in der neuen Jennerbahn-Bergstation fertig geworden. Während im Außengelände vieles noch unvollendet ist, strahlt das Innere durchaus Noblesse aus.


Davon kann sich ab sofort jeder selbst überzeugen: Am Samstag und Sonntag lädt die BBAG zum großen Eröffnungsfest mit buntem Programm und ermäßigten Fahrpreisen ein. Der Presse präsentierte man das am Ende 56 Millionen teure Projekt bereits am Freitag. Der »Berchtesgadener Anzeiger« war dabei.

Seit die Lokalzeitung der Baustelle vor einer Woche bereits einen Besuch abgestattet hatte, hat sich noch einmal viel verändert in den Räumen der Bergstation. Alle Wände sind fertig mit Naturstein und Edelholz verkleidet, im Souvenirshop sind die Regale bereits mit Stoffhirschen, Königssee-Handtüchern und Hochprozentigem aus heimischen Wurzeln gefüllt und kein Krümelchen Bauschutt knirscht mehr unter den Schuhen. Man ist also gewappnet für den großen Ansturm, der vor allem heute und morgen beim großen Eröffnungsfest einsetzen sollte.

Marketingchefin Jennifer Rasp geht von rund 10.000 Besuchern aus, die bewirtet und informiert werden sollen. Viele von ihnen werden auch die neue Nationalpark-Infostelle besuchen, wo mittels Touchscreen, Ausstellungsobjekten und einem Boden-Luftbild über Fauna und Flora im Nationalpark informiert wird.

Stolz ist man bei der BBAG vor allem auch auf die Barrierefreiheit, die sich von der Talstation bis hinauf zur Bergstation zieht. So gibt es Rampen und Aufzüge statt Treppen, breite Türen und sogar eine Zustiegsspur für Monoskifahrer. Trotz der wesentlichen Verbesserungen für den Winterbetrieb wird der Schwerpunkt aber weiterhin auf dem Sommer liegen.

Die kuppelbare Zehner-Kabinenbahn hat eine Beförderungskapazität von maximal 1600 Personen pro Stunde. Die geräumigen Gondeln sind bis zum Boden verglast und ermöglichen einen beeindruckenden Rundblick, während man geräuschlos dem Berg und damit dem Nationalpark entgegen schwebt. Eine der insgesamt 60 Kabinen wurde übrigens speziell für Drachenflieger konzipiert. Die bekommen ihre fünf Meter langen Fluggeräte künftig ohne Auseinandernehmen auf den Berg. Die neue Jennerbahn ersetzt die alte Nostalgiebahn aus dem Jahr 1953.

Gespenstische Ruhe herrscht aktuell noch im Außenbereich der Bergstation. Bereits seit 23 März ruhen hier die Arbeiten wegen der Birkhuhnbalz. Ab 15. Juni darf weitergebaut werden. Dann geht es vor allem darum, die neue Sechser-Sesselbahn vom Mitterkaser inklusive Bergstation zu vervollständigen. Dort klaffen aktuell noch tiefe Löcher und verunsichern auch so manchen Wanderer im Umfeld der Bergstation.

Auch am Freitag stand plötzlich ein junges Touristenpaar inmitten der sich auf einem Rundgang befindlichen Journalistenschar und musste sich ermahnen lassen, dass es gerade auf einer eigentlich noch gesperrten Baustelle unterwegs sei. Schnell waren die beiden wieder verschwunden – quer über die Baustelle.

Das detaillierte Programm für Samstag und Sonntag gibt es unter www.jennerbahn.deUlli Kastner