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Künftig insgesamt 500 Schüler – Trotz bester Voraussetzungen müssen auf dem Campus bis 2021 zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden

Schule Bischofswiesen freut sich auf 200 »Neue«

Bischofswiesen – Wenn die Mittelschule vermutlich ab dem Schuljahr 2021/22 alle Schüler der fünf Talkessel-Gemeinden unter einem Dach auf dem Bischofswieser Campus vereint, dann wird es Hans Metzenleitner nicht mehr betreffen. Denn bis dahin wird der heute 62-Jährige bereits im Ruhestand sein. Trotzdem freut sich der Pädagoge und Kommunalpolitiker über die Entscheidung, die der Mittelschulverband entsprechend dem Votum der Gemeinderäte bald treffen wird. Hauptargument gegen den Standort Berchtesgaden – und so sahen es auch die meisten Lokalpolitiker – ist der gute Zustand der Bischofswieser Schulanlagen inklusive Sporthallen, in die die Gemeinde in den letzten acht Jahren rund 3 Millionen Euro investiert hat.

Das Gelände hinter der Bischofswieser Schule, auf dem gegenwärtig noch das Gebäude des ehemaligen »Biologischen Kurhotels« steht, gehört der Gemeinde. »Hier wäre theoretisch Platz für einen Anbau«, sagt Rektor Hans Metzenleitner. (Fotos: Kastner)
Auch an den bestens ausgestatteten Klassenräumen merkt man, dass an der Schule viel investiert worden ist.
Der Innenhof könnte zu einem schönen, zentralen Platz werden. Die Autos sollen möglichst verschwinden.
In der Schulküche duftet es herrlich, alle sind voller Eifer bei der Sache.

Ruhig ist es an diesem Donnerstag in den Gängen der Grund- und Mittelschule Bischofswiesen. Es ist Unterrichtszeit. Die meisten Schüler und Lehrer befinden sich in den Klassenräumen, während Hans Metzenleitner den »Berchtesgadener Anzeiger« durch die Schule führt, die vor großen Veränderungen steht. Rund 200 zusätzliche Schüler aus der bisherigen Mittelschule Berchtesgaden wird man nach der Zusammenlegung beherbergen müssen. 500 Jugendliche und Kinder werden dann auf dem Bischofswieser Campus unterrichtet werden – 300 Mittelschüler und 200 Grundschüler. »Immerhin hatte man hier vor längerer Zeit schon einmal 700 Schüler«, erklärt Metzenleitner. Doch der Rektor weiß natürlich ebenso wie die Lokalpolitiker, dass solche Zustände heute nicht mehr denkbar sind.

»Zusätzlichen Platz schaffen«

»Wir werden zusätzlichen Platz schaffen müssen«, blickt Hans Metzenleitner voraus. Die entsprechenden Entscheidungen werden zwar die Verbandsräte im Mittelschulverband treffen müssen. Doch Hans Metzenleitner kennt natürlich die verschiedenen Möglichkeiten, die sich bieten würden. Da ist zum einen das gemeindeeigene Gelände auf der Ostseite der Schule, also Richtung Kastensteinerwand. In das ehemalige Biologische Kurhotel wird im nächsten Jahr, während das Gemeindezentrum entsteht, vorübergehend die Rathausverwaltung umziehen. Anschließend ist noch keine Nutzung vorgesehen. Anstelle des alten Gebäudes könnte hier ein Erweiterungsbau für die Schule entstehen.

Auch am Rande des bisherigen Parkplatzes, also im Innenhof zwischen Schule und altem Feuerwehrhaus, gibt es Möglichkeiten für einen Schultraktbau. Infrage für eine Schulerweiterung käme genauso das alte Feuerwehrhaus selbst, das aktuell kaum genutzt ist. »Und dann gibt es auch noch verschiedene Aufstockungsmöglichkeiten«, so der Rektor.

Künftig wohl zwei Schulleiter

Gebraucht werden für die künftige Gesamt-Mittelschule vier neue Klassenräume, eine Mensa, ein weiterer EDV-Raum sowie der eine oder andere Neben- beziehungsweise Gruppenraum. »Das Ganze sollte nicht auf Kante genäht sein. Wir müssen eine gewisse Reserve, vor allem in Bezug auf die Ganztagsschule, schaffen«, sagt Hans Metzenleitner. Erforderlich sind auch weitere Klassenräume für die Grundschule. Hierfür werden die vorhandenen Räume, die aktuell als Sitzungssaal und als Übungsräume für die Vereine dienen, verwendet. »Die Vereine können aber bleiben, sie werden woanders untergebracht«, verspricht Hans Metzenleitner, der aktuell Schulleiter für die Mittel- und Grundschule ist. Vermutlich wird es nach Schaffung der Gesamt-Mittelschule aber zwei Schulleiter für die beiden Schulen geben.

Für die Optimierung der Schülerbeförderung stehen in den nächsten Jahren noch umfassende Veränderungen an. Ohnehin ist die Schaffung eines neuen Bahnhaltepunkts auf Höhe des neuen Gemeindezentrums geplant. An der Einfahrt zur Schule und zum künftigen Gemeindezentrum wird es eine Ampelanlage und eine Abbiegespur geben. Für den öffentlichen Busverkehr soll eine neue Bushaltestelle vor dem »Bachhäusl« entstehen, die Busse, die direkt zur Schule fahren, werden eine neue Wendeplatte im Umfeld der Schule nutzen können. Deren Lage steht noch nicht fest, »das hängt alles von der Umsetzung des Gemeindezentrums ab«, sagt Metzenleitner. Er weiß aber schon jetzt, »dass alle bis vor die Schultür werden fahren können«.

Bau des Bürgerzentrums hat Priorität

Ohnehin hat der Bau des neuen Bürgerzentrums im Bereich des bisherigen Rathauses Priorität. »Erst wenn dieses Projekt in zwei oder drei Jahren abgeschlossen ist, kann man mit den Maßnahmen an der Schule beginnen«, sagt Hans Metzenleitner.

Zum Ende des Rundgangs bleibt Hans Metzenleitner oberhalb des als Parkplatz genutzten Innenhofs stehen und lässt seinen Gedanken freien Lauf. »Hier sollte einmal ein schöner, zentraler Platz entstehen«, wünscht er sich. Vielleicht kann man die Lehrerautos an anderer Stelle unterbringen, etwa in einer Tiefgarage. Doch das ist alles Zukunftsmusik. Jetzt steht – nach der Abstimmung im Marktgemeinderat – noch der Beschluss im Mittelschulverband an. Und an der Genehmigung vonseiten der Regierung von Oberbayern wird es vermutlich auch nicht scheitern. »Dann wird jede der drei großen Gemeinden eine weiterführende Schule haben. Das finde ich auch richtig«, betont Hans Metzenleitner und verabschiedet sich eilig. Die 8. Klasse wartet schon auf ihn. Ulli Kastner