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Schotter, Straßen und der Sportplatz

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Hunde haben auf dem Sportplatz nichts zu suchen, dennoch halten sich einige Besitzer nicht daran. (Foto: Wechslinger)

Marktschellenberg – Auf dem Friedhof in Marktschellenberg liegt nach den Schneeräumarbeiten zu viel Schotter auf den Gräbern, manche Straßen und Zufahrtswege sind nach dem K-Fall noch immer nicht wieder befahrbar und wer »Feuer abbrennen« will, der muss inzwischen den schwierigeren Weg über die Gemeinde in Kauf nehmen – die Schellenberger berichteten in der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Veranstaltungsraum der Feuerwehr über ihre Sorgen und Wünsche.


Internetanschluss

Zunächst gab Bürgermeister Franz Halmich einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres und gab einen Einblick in die Projekte, die 2019 umgesetzt werden sollen. Ein großes Thema in der Gemeinde sei nach wie vor der Breitbandausbau. In Marktschellenberg hätten nicht alle Haushalte einen Internetanschluss. Die Telekom hätte zwar bereits im Jahr 2018 einen Teil des Ausbaus umgesetzt, allerdings fehlt beispielsweise die Hauptleitung nach Ettenberg. »Wir haben keine Handhabe«, so Halmich. Die Gemeinde könnte die Telekom nur erinnern und anmahnen, da es sich aber um einen Eigenausbau seitens der Telefongesellschaft handle, müsse sich die Telekom nicht nach der Gemeinde richten.

»Wir bekommen immer zu hören, dass wir für die Telefonversorgung zuständig wären.« Allerdings sei das so nicht richtig. Die Gemeinden können aber eine staatliche Förderung beantragen. Dies wäre in der zweiten Jahreshälfte 2018 auch geschehen, sodass nun Voraussichtlich im Mai der Vertrag mit der Telekom geschlossen werden kann. Die Gesellschaft wird dann innerhalb von vier Jahren den Ausbau vorantreiben. »Die Umstellung des Hausanschlusses auf Erdkabel bis zur Telefondose im Haus wird pauschal 799 Euro kosten«, informierte Halmich. Auch die Konzepte für die künftige Abwasserreinigung sprach der Bürgermeister an. Allerdings konnte er keine endgültige Lösung vorstellen.

Abwasserkonzept

In der Vergangenheit wäre auch eine mögliche Ableitung zum Klärwerk Berchtesgaden geprüft worden. »Aber das ginge gegen den Strom«, so Halmich. Am wirtschaftlichsten sei die Lösung, das Abwasser nach Österreich abzuleiten. Dazu wären aber weitere Gespräche, auch mit österreichischen Vertretern, notwendig. Eines konnte Halmich aber bereits jetzt sicher sagen: Eine Variante, bei der alle Kosten übernommen werden, gibt es nicht. Ein Teil müsse immer auf die Bürger abgewälzt werden.

Neubau Brücke

Halmich informierte auch über den neuesten Stand in Sachen Neubau der Bundesstraßenbrücke. »Die Gemeinde ist dafür nicht zuständig, den Bau übernimmt das staatliche Bauamt Traunstein.« Die Brücke müsse aber hohe Anforderungen in Bezug auf die dauerhafte Hochwassertauglichkeit erfüllen. Deshalb sei auch das Wasserwirtschaftsamt involviert. »Wir haben ja im Moment in Bischofswiesen und Ramsau mit dem Kreisverkehrbau an zwei Zufahrtsstraßen in den Talkessel Verkehrsbehinderungen.« Der Brückenbau werde sich deshalb weiter verschieben.

K-Fall

Der starke Winter hätte nicht nur die Einsatzkräfte sehr gefordert, sondern auch etwaige Schäden hinterlassen. Zum Beispiel müsse auch die Almbachklamm wieder hergerichtet werden. Fels- und Baumstürze hätten einen Schaden in Höhe von rund 200 000 Euro verursacht. »Den ersten Auftrag für 100 000 Euro haben wir schon vergeben, die Klamm soll möglichst Mitte Mai wieder geöffnet werden.« In diesem Zusammenhang lobte Halmich auch die zahlreichen Einsatzkräfte, die während des K-Falls viele Stunden ehrenamtlich geholfen hätten. Auch der Winterdienst hätte fast »Übermenschliches« bewirkt.

Abfall

Bei der Umstellung des Abfallkonzepts Anfang April sei ein Problem aufgetreten: Die Abholung der alten Restmülltonnen habe nicht reibungslos geklappt. »Eine Möglichkeit wäre, die alten Tonnen im Wertstoffhof zu sammeln, dann müsste nicht jeder einzeln zur Deponie nach Winkl fahren. Über Genaues werden wir aber zeitnah informieren«, so Halmich.

Zuletzt ging der Bürgermeister noch auf den Rathausumbau ein. »Es freut mich sagen zu können, dass wir – so wie es aussieht – unter den geschätzten Kosten von rund 1,5 Millionen Euro bleiben werden.« Die Rathauseröffnung soll mit der Jubiläumsveranstaltung »50 Jahre Gemeindezusammenlegung« erfolgen, für die wiederum der 4. Juli vorgemerkt ist.

Bürger im Zentrum

Das Schneechaos rief einige Themen zur Diskussion hervor. So sei die Schneeschleuder am Friedhof zu tief angesetzt worden, der Schotter würde jetzt auf den Gräbern liegen, bemängelte ein Bürger. Für Franz Halmich kein Weltuntergang, es sei mit den Schneemassen dieses Jahr einfach eine Ausnahmesituation da gewesen, da könne so etwas schon mal vorkommen. In Bezug auf die Aussegnungshalle gab ein Mann die Anregung, das Dach vorne etwas »rauszuziehen«, so würden die Leute bei Regen nicht immer nass werden. Halmich notierte den Vorschlag.

Ein anderer Bürger erzürnte sich darüber, dass der Wanderweg Klammsteig noch immer gesperrt sei. Grund dafür seien die Bäume, die den Weg versperren würden. Halmich informierte, dass der Wald einer Privatperson gehöre, und diese selbst entscheiden könne, wann sie die Bäume entfernt. »Aber so lange müssen wir den Weg gesperrt lassen.«

Auch im Bereich der Alten Berchtesgadener Straße sei ein öffentlich gewidmeter Weg beschädigt. Durch Starkregen würde die Kiesstraße immer wieder ausgewaschen werden, beklagte der Anwohner. »Bei einer 14-prozentigen Steigung wäre es wünschenswert, wenn die Gemeinde den Weg professionell ausbessern würde«, so der Mann. »Der Weg soll im unteren Bereich asphaltiert werden, das können wir aber erst machen, wenn das Bauvorhaben, das dort geplant ist, umgesetzt wird«, so Halmich. Denn dafür müsse der Weg leicht versetzt werden, und es ergebe wenig Sinn, den Weg zuerst zu erneuern, um ihn dann wieder wegzureißen und anschließend wieder zu asphaltieren.

Auch die Toiletten-Problematik wurde angesprochen. Ein Bürger merkte an, dass die Dixie-Klos, die für die Standkonzerte immer aufgestellt wurden, noch nicht da wären. »Wir konnten die Klos noch nicht aufstellen, weil sie nicht über Frostschutz verfügen, sie kommen aber demnächst«, versicherte der Bürgermeister. Zudem sollen auch im Rathaus ab Wiedereröffnung die Toiletten benutzt werden können.

Viele Anregungen gab es auch zum Thema Straßen. Während die einen ein Tempolimit von 70 km/h auf der Bundesstraße forderten, wünschten sich andere Teilnehmer Linksabbiegespuren, zum Beispiel auf Höhe Almbachklamm. Halmich erklärte, dass die Bundesstraße nicht in den Bereich der Gemeinde falle, er aber die Anregungen gerne weitergebe. Ein Bürger merkte an, dass es inzwischen ganz schön kompliziert geworden sei, »Feuer abzubrennen«. »Früher habe ich das der Polizei gemeldet, jetzt muss ich es der Gemeinde mitteilen. Aber da erreicht man ja nicht immer gleich jemanden.« Halmich: »Das fällt nicht in den Aufgabenbereich der Polizei. Denn die Gemeinde muss der Leitstelle und der Feuerwehr Bescheid geben.«

Eine Bürgerin wies schließlich noch darauf hin, dass der Sportplatz abends immer mehr von Hunde-Gassigehern benutzt werde – trotz Verbots. »Wir können maximal mehr Schilder aufstellen, aber wer soll so etwas kontrollieren«, erwiderte Halmich. In diesem Zusammenhang äußerte ein weiterer Bürger Bedenken, denn die Plastik-Kotbeutel würden einfach so in den Restmüll geworfen werden. Dabei wäre doch Mülltrennung angesagt. Im Saal ertönte Gelächter. Lena Klein