weather-image
27°
Gemeinderat verabschiedet besten Haushalt seit Jahren

Schöne Zahlen in der Schönau

Schönau am Königssee – Das sorgte für gute Laune in der jüngsten Gemeinderatsitzung: Der Haushalt für 2015 ist der beste seit Jahren. Keine Kredite, genug Knete für Investitionen und eine Zuführung an den Vermögenshaushalt, von der andere Kommunen bestenfalls träumen können. Dementsprechend schnell und einhellig stimmte das Gremium dem Zahlenwerk von Kämmerer Erhard Moldan zu.

Freude im Schönauer Rathaus: Der Gemeinderat kann weiter Schulden abbauen. (Foto: Wechslinger)

Der Schatzmeister der Gemeinde sorgte mit dem Haushaltsplan für gute Stimmung im Sitzungssaal. Und für staunende Gesichter mit seinem Detailwissen über das mehrere Hundert Seiten umfassende Dokument. So wusste der erfahrene Kämmerer zu jeder Frage, in welchem Absatz die Antwort steht. Viele Fragen und Anmerkungen gab es aber eh nicht. Die Zahlen sprachen für sich.

Am beeindruckendsten ist wohl die Zuführung an den Vermögenshaushalt. Die Mindestzuführung liegt heuer bei 792 000 Euro und wird mit 2,29 Millionen mehr als 2,9-fach überboten. Die freie Finanzspanne beträgt nach 1,9 Millionen Euro im Vorjahr 1,6 Millionen. Der Überschuss aus dem Jahr 2014 liegt bei rund 950 000 Euro, die als Rücklagenentnahme der Unterstützung von Investitionen des Vermögenshaushaltes dienen. Der Grund für den außergewöhnlichen Überschuss: gestiegene Steuereinnahmen und Einsparungen.

Dadurch können die Schulden weiter abgebaut werden. Zum Ende dieses Haushaltsjahres rechnet der Kämmerer mit einem Schuldenstand von 6,9 Millionen Euro. Der niedrigste Stand seit Mitte der 1990er Jahre. Dadurch sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung von 1 436 auf 1 274 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt bei vergleichbaren Gemeinden bei knapp 750 Euro.

Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 14,7 Millionen, der Vermögenshaushalt 3,7 Millionen Euro, was einem Gesamtvolumen von knapp 18,5 Millionen (+ 4 Prozent) entspricht. Die Einnahmen steigen gegenüber dem Vorjahr um weitere 12,2 Prozent auf 6,9 Millionen Euro. Der Gemeindeanteil der Einkommensteuer wird sich um 5,6 Prozent (Vorjahr 7,9 Prozent) steigern können.

Die Kreisumlage des Landkreises erweist bei gestiegenem Umlagesatz als hoher Kostenfaktor, der die Einkommensteuerbeteiligung (2,1 Millionen) noch um 120 000 Euro übersteigt. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf nie da gewesene 2,3 Millionen Euro gestiegen.

Die Steuerkraft der Gemeinde ist 2015 um 8,9 Prozent gestiegen. Im Landkreisschnitt sind wir vom 7. auf den 6. Platz gestiegen. Der Landesschnitt weist bei 2 031 Gemeinden eine Verbesserung vom 997. auf den 949. Platz auf. Analog zur Steuerkraft ist die Gemeinde auch bei der Umlagekraft im Landkreis von Platz 8 auf Platz 6. Bayernweit ist die Gemeinde sogar vom 1 042. auf den 848. Platz geklettert. Die Umlagekraft hat sich gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent erhöht und befindet sich in bisher nie erreichter Höhe. Passend zur steuerlichen Hochkonjunktur ist auch das Netto-Steueraufkommen auf einem Rekordhoch. Das Vorjahresergebnis wurde bestätigt und liegt bei 4,15 Millionen Euro. Für das laufende Jahr hat die Kämmerei Personalkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro errechnet. Gegenüber dem Vorjahr steigen die Personalkosten um geschätzte 106 000 Euro. Der Grund: das auf insgesamt 32 Erzieherinnen, Pflegerinnen und Praktikantinnen angestiegene Personal im Kindergarten. Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 5,5 Millionen Euro gestiegen. Auf dem Investitionsprogramm stehen heuer Erhaltungsmaßnahmen für Straßen, Wege und Immobilien. Auch die Barrierefreiheit und die Gestaltung der Außenanlagen des Rathauses sowie der gemeindlichen Wanderparkplätze sind geplant. Christian Fischer