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Schöne Stimmen, strahlende Trompetenklänge, feierliche Orgelmusik

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Der Inzeller Kirchenchor unter Leitung von Heinrich Albrecht. (Foto: Bauregger)

Mit vorweihnachtlicher und festlicher Kirchenmusik aus der Barockzeit, konzertant dargeboten von der Sopranistin Johanna Weiß, dem Organisten Felix Spreng, Zoran Curovic auf der Trompete, Tim Blagrave auf dem Klavier und dem Inzeller Kirchenchor unter Leitung von Heinrich Albrecht, setzten die Musiker, zusammen mit den Sängerinnen und Sängern, in der Inzeller Pfarrkirche einen bewusst ruhigen Rahmen zum Innehalten im Advent.


Pfarrer Quirin Strobl nahm die Darstellung von der Verkündigung über dem Altar als Symbol für den Weg durch den Advent, der vom Warten auf das Gotteskind geprägt ist. Er freute sich, dass dieser Weg, an diesem Abend mit so wunderbarer Musik begleitet wird. Hoch von der Orgelempore herab leitete die Orgel das Lied »Tochter Zion« von G. F. Händel ein, dessen einzelnen Strophen Johanna Weiß in klarer Artikulation und mit klarer, durchsetzungsfähiger, tragender Stimme vortrug, begleitet in verschiedenen Varianten mit Orgel und Trompete.

Der Kirchenchor Inzell intonierte im Anschluss eine sakrale Liedreihe »Kyrie/Sanctus/Bendictus /Agnus Dei« von Patrick Pföß, fein untermalt von Tim Blagrave am Klavier und dynamisch geleitet vom Dirigenten und Gesamtleiter des Abends, Heinrich Albrecht. Engagiert, in guter, harmonischer Gesamtstimmung und musikalisch freudigem Ausdruck, wusste der Chor den Kirchenraum voluminös auszufüllen. Ausdrucksstark, in einer feinen Dynamik, im ruhigen Fluss der Partitur, jedoch markante Akzente setzend, trug Tim Blagrave den Choral »Jesus bleibet meine Freude« von J. S. Bach hörenswert vor.

Im instrumentalen Duett erklang von der Empore darauf hin eine »Meditation über ein Präludium von Bach«, arrangiert von Charles Gounod. Bestechend war hier, wie weich, aber doch präsent Zoran Curovic in einem ruhigen, feinen Klangbild die Melodie erklingen ließ und der Organist die Möglichkeiten der Orgel ausreizte, ohne die Trompete zu überdecken. Solistisch widmete sich der Organist dem Choralvorspiel »Wachet auf ruft uns die Stimme« BWV 645 von J. S. Bach.

Feierlich und strahlend ist der Eingangschor »Jauchzet Gott in allen Landen« aus der Kantate Nr. 151 von Bach angelegt und so brachte ihn das Solistentrio auch zu Gehör. Mit geschmeidigen Tremolos, einer Leichtigkeit in den hohen Passagen und einer ausgeprägten Homogenität der Stimme über ein breites Tonspektrum hinweg, glänzte die Sopranistin, rücksichtsvoll und gefühlvoll aufeinander eingehend begleitet von Trompete in hoher Stimmung und Orgel. Feierlich und in einem fülligen Schlussakkord der Orgel endend folgte das »Prelude zum Te Deum« von Marc Antoine Charpentier, besser bekannt als Kennmelodie der Eurovision.

Im Orgelsolo erklang danach die Overtüre über »O Heiland, reiss die Himmel auf« von Dieter Blum. Schreitend belebt und feierlich, klingen immer wieder Liedfragmente in den Variationen an. Ein oft, besonders im Advent vorgetragenes Lied ist »Maria durch den Dornwald ging«. Dieses Mal wurde es im Sopran wunderbar und ausdrucksstark, auf einem dezenten Klangteppich der Orgel, intoniert, passend verziert mit feinen Zwischenspielen des Trompeters und des Organisten.

»Macht hoch die Tür« ist ein weiteres, bekanntes Adventslied. Felix Spreng zerlegte dies in solistischen Variationen, in denen erst nur Fragmente der Liedmelodie anklangen, dann aber doch in der eigentlichen Melodie vereinten. Sich gegenseitig im spielerischen Dialog inspirierend und antreibend, widmeten sich der Trompeter und der Organist gemeinsam dem vierteiligen Werk »Sinfonia avanti il Barcheggio für Orgel und Trompete« von Alessandro Stradella hörenswert. »Eternal source« von G. F. Händel erklang sowohl gesanglich wie auf der Trompete und Orgel weich tragend und anrührend, fast so wie ein Hilferuf Mariens auf ihrem beschwerlichen Weg nach Jerusalem. Prägnant waren hier die langen, ausgedehnt gehaltenen Passagen, die zeitversetzten Wiederholungen der Vokalpartitur durch die Trompete und die tief gehaltene Begleitmelodie der Orgel.

Diese tiefen Grundtöne dienten auch als tragendes Fundament und schöner Kontrast zur hohen Trompetenstimme bei der »Toccata für Orgel und Trompete« von Giovanni Battista Martini. Mit zwei Kompositionen von Händel, »He shall feed« aus »Der Mesias« und »Let the Bright Seraphim« aus »Samson« zogen die Solisten noch einmal alle Register ihres Könnens und beendeten das Adventskonzert feierlich und strahlend wie es begonnen hatte.

Heinrich Albrecht würdigte das Engagement der Solisten und des Chor mit einer Rose, die Zuschauer taten dies mit dankbaren Applaus. Die Rose für den Chor erhielt Willi Eicher, der vor wenigen Monaten, nach langer Mitgliedschaft, sein Wirken im Kirchenchor beendet hatte. Werner Bauregger