weather-image
30°

Schöne Ortsdurchfahrt und ein Streit mit dem Bund

4.3
4.3
Bürgerversammlung in Bischofswiesen über B20-Ortsdurchfahrt und Standortschießanlage
Bildtext einblenden
Es war ein mehr als holpriges Projekt, aber das Ergebnis passt. Die Neugestaltung der Bischofswieser Ortsdurchfahrt war ein wichtiger Punkt im Bürgermeisterbericht von Thomas Weber auf der Bürgerversammlung. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Ortsdurchfahrt, Finanzen und Standortschießanlage. Die wichtigsten Themen, die aktuell die Lokalpolitiker der Gemeinde Bischofswiesen beschäftigen, sprach Bürgermeister Thomas Weber am Donnerstag auf der Bürgerversammlung im »Brenner Bräu« an. Erwähnung fand dabei vor allem ein Streit mit dem Bund um die Entwässerung der künftig modernisierten Standortschießanlage.


Planungs- und Genehmigungsbehörde für das 20-Millionen-Euro-Projekt ist nach den Worten des Bürgermeisters der Bund. Das Staatliche Hochbauamt habe dann zur Auflage gemacht, dass das entstehende Oberflächenwasser beseitigt werden müsse. Dazu muss laut Thomas Weber der zu sanierende Regenwasserkanal Böcklweiher zusätzlich erweitert werden. Unterschiedliche Ansichten gab es allerdings zur Finanzierung der Maßnahme. Der Bund war nach den Worten des Bürgermeisters der Auffassung, die Gemeinde müsse dafür aufkommen, und die Gemeinde sah hier den Bund in der Pflicht.

»Steuerzahler wären auf den Kosten sitzen geblieben«

Modernisierung bereitet Anwohnern Sorge

Die Sorgen der Anwohner über die geplante Sanierung der Standortschießanlage und die Baustelle am Eisenrichterberg waren die Hauptthemen auf der Bischofswieser Bürgerversammlung...

Zum Artikel »»

»Die Sache ist dann eskaliert«, sagte Bürgermeister Weber, der nach ergebnislosen Verhandlungen erst einmal entschieden hatte, dass der Kanal nicht gebaut wird. Erst nach einem »vernünftigen Gespräch« mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe das Ministerium die Gemeinde wissen lassen, dass man zwar weiterhin anderer Rechtsauffassung sei, der Bund die Maßnahme nun aber dennoch bezahlen werde. »Ich bin mir sicher: Wenn wir den Kanal einfach so gebaut hätten, dann wären die Steuerzahler auf den Kosten sitzen geblieben«, sagte der Bürgermeister. Zur Verdeutlichung der Relationen nannte Weber Zahlen: Die Modernisierung der Standortschießanlage kostet 20 Millionen Euro, die Kanalsanierung kostet 360 000 Euro und der Anteil des Bundes liegt bei 80 000 Euro.

Die Baumaßnahmen zur Erneuerung der Ortsdurchfahrt bezeichnete Bürgermeister Thomas Weber als »grenzwertige Belastung vor allem für die Geschäftsleute«. Trotz aller Kämpfe, die es zwischen den beteiligten Parteien gegeben habe, sei man am Ende zu einem guten Ergebnis gekommen. Allerdings weiß der Rathauschef auch, dass es mit den Bauarbeiten noch weitergehen wird. Die Weiterführung des Fuß- und Radwegs ab Grießer bis Ehler steht noch genauso an wie der Brückenbau über die Ache und die Unterführung bei den Gleisen zum neuen Bahnhaltepunkt.

Breiten Raum im Bürgermeisterbericht nahmen auch die Gemeindefinanzen ein, die in diesem Jahr vor allem von aufwendigen Kanal- und Wasserleitungsbaumaßnahmen beeinflusst waren. Auch im kommenden Jahr gibt es hier in der Stanggaß und in der Strub noch viel zu tun.

Erweiterung der Mittelschule und das Bürgerzentrum

Der Christkindlmarkt zugunsten der Ortsvereine ist laut Bürgermeister wieder am dritten Adventssonntag angesetzt. Bereits beim Landratsamt eingereicht hat man die Baugenehmigung für die Erweiterung der Mittelschule. Etwa Anfang kommenden Jahres rechnet man mit der Baugenehmigung, dann können die Ausschreibungen erfolgen. »Erst nach Fertigstellung der Mittelschule können wir mit dem Bürgerzentrum beginnen«, betonte Weber.

In seinem Bericht sprach der Rathauschef auch Themen wie die Bronzemedaille von Snowboarderin Ramona Hofmeister, die von Sepp Stangassinger initiierten Brotbacktage, die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans, die Einführung der Biotonne, die Planung für einen »Fest- und Kulturgasthof Stanggaß« auf dem ehemaligen »Geiger«-Grundstück und die Baustelle Eisenrichterberg an. Ulli Kastner