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Schneechaos führt zu Einsatzmarathon für die Feuerwehren

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Ein Strommast nahe des Umspannwerks in Traunstein fing Feuer. (Foto: FDL/AKI)
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Ein langer Stau bildete sich auf der A 8 zwischen Schweinbach und Bergen. (Foto: dpa)
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Eine Lawine ging am Förchensee ab. (Foto: FDL/Lamminger)
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Die Staatsstraße 2105 zwischen dem Kirchhallinger Berg und Otting war am Samstag wegen starker Schneeverwehung nicht mehr befahrbar. (Foto: FDL/Lamminger)
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In den frühen Morgenstunden kam am Samstag ein Schneepflug zwischen Siegsdorf und Inzell von der Fahrbahn ab. (Foto: FDL/Lamminger)

Die heftigen und andauernden Schneefälle und deren Folgen haben am Wochenende zu einem Einsatzmarathon für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein geführt. Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag wurden die Wehren im Landkreis zu mehreren Hundert Einsätzen gerufen.


Bei den allermeisten Anforderungen waren Motorsägen das wichtigstes Arbeitsgerät, denn vielerorts waren Straßen durch umgestürzte Bäume oder abgerissene Äste blockiert, die dem nassen und schweren Schnee nicht standhielten. Auf vielen Strecken blieben Lastwagen und Autos im hohen Schnee oder in Schneewehen stecken. Die Feuerwehr half festgefahrene Fahrzeuge aus dem Schnee zu schieben oder zu ziehen und Straßen wieder befahrbar zu machen.

Lawinen am Förchensee abgegangen

Eine Lawine, die am Samstagnachmittag auf der Bundesstraße 305 auf Höhe des Förchensees niedergegangen war, verschüttete ein Auto. Die Fahrerin wurde in ihrem Fahrzeug von den Schneemassen eingeschlossen. Die Feuerwehrler aus Ruhpolding schaufelten das Auto frei und zogen es aus dem Schnee. Die Frau kam unverletzt mit dem Schrecken davon. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau, da sich viele Wintersportler auf der Rückfahrt vom Skigebiet Winklsmoos-alm/Steinplatte befanden. Die Bundesstraße blieb zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl anschließend wegen Lawinengefahr für den Verkehr gesperrt.

Einsatzmarathon begann am Freitag an der B 20

Begonnen hatten die Einsätze aufgrund des Schneeunwetters bereits am Freitagnachmittag gegen 17.30, als auf der Bundesstraße 20 im Gemeindegebiet Fridolfing an der Steigung bei Kolomann mehrere Lastwagen hängen blieben und es kein Durchkommen mehr gab. Die Feuerwehr sicherte die Straße ab und half die Lastwagen wieder flott zu bekommen. Nach rund zwei Stunden hatte der Winterdienst ganze Arbeit geleistet und die Straße war wieder frei befahrbar.

Am Samstagmorgen kam ein Schneeräumfahrzeug auf der Bundesstraße 306 zwischen Hammer und Inzell von der Fahrbahn ab, blieb im Bankett hängen und drohte umzustürzen. Die Feuerwehren Hammer, Siegsdorf und Inzell sperrten die Bundesstraße während der Bergung des Schneepflugs. Wegen starker Schneeverwehungen war die Staatsstraße 2104 zwischen Otting und dem Kirchhallinger Berg zeitweise nicht befahrbar – Fahrzeuge steckten fest. Die Feuerwehr Waging sperrte den Streckenabschnitt, während der Winterdienst mit einem Radlader anrückte. Durch einen Lastwagen blockiert war am Samstagabend die Bundesstraße 20 zwischen Fridolfing und Tittmoning. Die Zugmaschine rutschte von der Straße und blieb im Acker stecken, der Auflieger stellte sich quer und blockierte die Fahrbahn. Die Feuerwehr Pietling unterstützte die Polizei, sperrte die Straße und leitete den Verkehr während der Bergungsarbeiten um.

Ab dem späten Samstagnachmitttag gab es durch die Integrierte Leitstelle am laufenden Band Alarmierungen der Feuerwehren unter dem Stichwort »Unwetter«. Hunderte Bäume wurden aufgrund der Schneelast entwurzelt oder stürzten um, Äste brachen ab und blockierten Straßen und Wege. Fast alle Feuerwehren im südlichen Landkreis waren im Einsatz, einige davon durchgehend von Samstagabend bis zum späten Sonntagnachmittag. Teilweise blieben die Einheiten zwischen den einzelnen Einsätzen in den Gerätehäusern auf Bereitschaft. Immer wieder gingen neue Alarmmeldungen »Baum über Fahrbahn« ein.

Viele Straßen mussten gesperrt werden, denn für die Floriansjünger wäre es viel zu gefährlich gewesen, in den gefährdeten Bereichen zu arbeiten, Bäume zu zerschneiden und wegzuräumen. Auch die Bahnlinie zwischen Traunstein und Traunreut musste zeitweise gesperrt werden, weil Bäume auf die Gleise fielen.

In Trostberg in der Altöttinger Straße wurde am Samstagabend ein Baum entwurzelt und fiel über die Bundesstraße 299 auf das gegenüberliegende Wohnhaus. 25 Helfer der Feuerwehr Trostberg und Oberfeldkirchen zerlegten den Baum. Die Straße war nach 45 Minuten wieder befahrbar. Am Wohnhaus wurden nur einige Dachschindel beschädigt. An mehreren Orten fielen Bäume auf Stromleitungen, was zumindest kurzzeitig zu Stromausfällen führte. Am Sonntagnachmittag fiel im Traunsteiner Ortsteil Geißing ein Baum auf eine Stromleitung. Der Strommast und Sträucher im Umfeld gerieten in Brand – die Feuerwehr Wolkersdorf und Traunstein löschten das Feuer.

Am Sonntag kurz nach 13 Uhr musste die Autobahn 8 in Fahrtrichtung München zwischen den Ausfahrten Schweinbach und Bergen wegen mehrerer umgestürzter Bäume gesperrt werden. Aufgrund des Rückreiseverkehrs zum Ferienende bildete sich ein langer Rückstau fast bis zur Landesgrenze. Der Sondernotfallplan der Autobahn 8 zur Vermeidung langanhaltender Staus trat in Kraft und die Koordinierungsgruppe mit Vertretern des Landratsamtes Traunstein, der Polizei, der Feuerwehren und Rettungsdienste sowie der Autobahnmeisterei kam zusammen.

Währenddessen arbeitete die Feuerwehr Siegsdorf zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Autobahnmeisterei fieberhaft daran, die Bäume zu zerschneiden und die Fahrspur in Richtung München wieder befahrbar zu machen. Auf verschiedenen Umleitungsstrecken kam es zu teilweise chaotischen Bedingungen. pv