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Schleuser festgenommen

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Bad Reichenhall – Die Bundespolizei hat am Samstag auf der A 8 bei Bad Reichenhall einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen. Der Rumäne hatte in seiner Limousine vier Männer und einen offenbar alleinreisenden Sechsjährigen transportiert. Der 25-Jährige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.


Die Begleiter des Rumänen hatten zwar ihre Pässe, nicht aber die erforderlichen Visa dabei. Der ebenfalls im Auto sitzende Bub konnte keinerlei Papiere vorweisen. Wegen Schleusungsverdachts nahmen die Bundespolizisten alle sechs Personen mit zur Dienststelle. Dort berichteten die vier Syrer von ihrer Flucht. Allein für ihren Transport aus der Türkei nach Europa, auf einem Boot mit 200 anderen Flüchtlingen, zahlten sie jeweils 6 000 Euro. Die Männer im Alter von 32 bis 49 Jahren gaben an, über einen Mittelsmann an den Fahrer geraten zu sein. 700 Euro pro Person waren für die Fahrt von Italien nach Dänemark vereinbart worden.

Der Rumäne hingegen sagte aus, dass er eine Freundin in Hamburg besuchen wollte. Mithilfe einer Internetplattform hatte er Mitfahrer gesucht, um seine eigenen Fahrtkosten zu senken. Die Ermittlungen hinsichtlich des alleinreisenden Sechsjährigen ergaben, dass einer der Fahrzeuginsassen sein Onkel ist. Die Eltern befinden sich derzeit in der Türkei und waren über die Reise ihres Sohnes informiert. Er wurde nach telefonischer Rücksprache mit ihnen in der Obhut des Onkels belassen.

Neffe und Onkel konnten schließlich gemeinsam mit zwei anderen Geschleusten der Erstaufnahmeeinrichtung in München zugeleitet werden. Ein weiterer Syrer hatte bereits in Zypern Asylantrag gestellt und wird voraussichtlich schon bald dorthin zurückkehren müssen. Den mutmaßlichen Schleuser erwartet ein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern. Er wurde zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim eingeliefert. fb