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Schellenberger Ink – Tattoostudio in Marktschellenberg

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Martin Andexer hat mit seinem Tattoostudio »Choppers Ink« die Räume der früheren »Schellenberger Stub'n« bezogen. (Foto: Rothenbuchner)

Marktschellenberg – Wer Lebensmittel kaufen oder ins Wirtshaus gehen will, tut sich in Marktschellenberg schwer. Dafür könnte sich in Zukunft die Zahl der Tätowierten erhöhen. Denn mit Martin Andexers »Choppers Ink« hat die Marktgemeinde nun ein Tattoostudio.


Mit der Schließung der »Schellenberger Stub'n« war es in Marktschellenberg noch ruhiger geworden. Seit Anfang Februar sind die Räume an der Salzburgerstraße 8 wieder belegt. Allerdings warten Kunden hier wohl vergeblich auf Schweinsbraten und Knödel. Denn der Grödiger Martin Andexer hat sich in Marktschellenberg seinen Traum vom eigenen Tattoostudio erfüllt.

Die Frage, wieso ausgerechnet Marktschellenberg, ist schnell beantwortet: »In Salzburg gibt es 13 oder 14 Tattoostudios. Der Markt dort ist völlig überlaufen. Marktschellenberg ist optimal, es ist gleich nach der Grenze, meine Stammkunden sind im Umkreis.« Nach Marktschellenberg fahre er von zuhause aus auch nur fünf Minuten. Davon, dass die Marktgemeinde »nicht ganz so belebt ist«, wie er sagt, lässt sich der Tätowierer nicht abschrecken. Auch wenn »es eigentlich ein Wahnsinn« sei, dass es »Null Infrastruktur« gibt. »Ein Lebensmittelgeschäft wäre schon gut.«

Für sein Studio sieht er darin aber kein Problem, zumal Marktschellenberg ja an einer großen Verbindungsstraße liege. »Bei einem Tattoostudio ist es egal, wo du bist. Wenn man sich einen Namen gemacht hat, fahren die Leute auch gerne weiter. Ein Tattoo hat man immerhin sein ganzes Leben lang.« So kämen zu ihm beispielsweise sogar Kunden aus dem Mühlviertel. Aber auch ein paar Marktschellenberger seien bereits in seinem neuen Studio gewesen.

Vom Ambiente der »Schellenberger Stub'n« ist dort nichts mehr geblieben. Der Grödiger, der unter anderem fünf Jahre als OP-Assistent, etwa in der Unfallchirurgie, arbeitete, hat die Räume sorgfältig umgestaltet. Zwischen der Harley unter dem großen Büffelkopf neben dem Eingang, dem hinter einem Bambussichtschutz verborgenen Tätowierbereich und den kunstvollen Zeichnungen an der Wand, erinnert höchstens ein kaum mehr wahrnehmbarer Rauchgeruch der Wände daran, dass das Studio noch nicht lange dort ist.

In den Namen »Choppers Ink« hat Andexer seine beiden Leidenschaften mit einfließen lassen: das Tätowieren und seine Vorliebe für Harleys, die auch viele seiner Kunden teilen.

Bleibt eigentlich nur noch eins zu klären bei einem Tattoostudio in Marktschellenberg: Was hält Martin Andexer eigentlich von Tattoos und Tracht? »Das ist absolut geil. Menschen und Mode entwickeln sich weiter und die nächste Generation trägt eben Tattoos zur Tracht. Das schaut gut aus und passt auch. Man muss mit der Zeit gehen.« Alexandra Rothenbuchner