weather-image

Schalke trotz schwacher Torausbeute erfolgreich

Fürth (dpa) - Fürths Edelfan Henry Kissinger musste dem FC Schalke 04 am Ende fast noch dankbar sein. Mit ihrer Abschlussschwäche ersparten die Königsblauen dem Lieblingsverein des ehemaligen US-Außenministers eine Demütigung.

Edelfan
Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (r) feuerte seine Fürther gegen den FC Schalke 04 an. Foto: Bastian Ott Foto: dpa

Kissinger sprach trotz des 0:2 (0:0) seiner SpVgg Greuther Fürth von einer «fantastischen Atmosphäre», auch bei den Schalkern störte die miserable Torausbeute nach der gelungenen Generalprobe für die große Fußball-Bühne Champions League niemanden wirklich.

Anzeige

«Das hätten wir uns leichter machen können. Die Chancen sollten wir in Piräus konsequenter nutzen, es werden da bestimmt nicht so viele werden», urteilte Manager Horst Heldt voller Milde. Fünf oder sechs Tore hätten die Gäste gegen die Franken eigentlich erzielen müssen. Die schwache Chancenverwertung war vor der erwartet schweren Partie bei Olympiakos Piräus der einzige Kritikpunkt.

Dabei hatte Schalke vor den Augen des Friedensnobelpreisträgers vor allem in den ersten 30 Minuten durchaus Probleme mit dem euphorisierten Aufsteiger aus Franken. Doch selbst die durch Julian Draxler und den indisponierten Klaas-Jan Huntelaar vergebenen drei Großchancen in der ersten Halbzeit warfen den Favoriten nicht aus der Bahn. Draxler ebnete kurz nach der Pause (48. Minute) mit einem sehenswerten Fernschuss den Weg zum ersten Auswärtsdreier der noch jungen Saison. Der unermüdliche Lewis Holtby machte kurz vor Abpfiff alles klar (88.).

«Aus drei Spielen sieben Punkte - das sieht ganz gut aus», bilanzierte Holtby zufrieden - und freute sich über den aufgerüsteten Kader der Königsblauen. «Man muss schon sagen, dass Schalke 04 in dieser Saison sehr gut besetzt ist. Ich bin stolz, in so einer Mannschaft spielen zu können.» Vor allem Hoffnungsträger Ibrahim Afellay, der sein Startelf-Debüt im Team von Trainer Huub Stevens gab, ließ trotz noch spürbarer Abstimmungsprobleme erkennen, was künftig möglich sein kann im Schalker Offensivspiel.

«Es macht Spaß, mit ihm zu spielen. Man sieht, dass er von Barcelona kommt: Er verliert keinen Ball und spielt eine ruhige Murmel», lobte Holtby den Neuzugang. Auch Heldt war angetan: «Er hat angedeutet, wie enorm schnell er mit dem Ball ist. Das war ein vielversprechender Auftritt.» Auch Afellay war zufrieden: «Das Zusammenspiel mit den Jungs hat phasenweise schon sehr gut geklappt.»

Phasenweise. Vor allem die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor müssen die Schalker möglichst rasch abstellen. Am besten schon am Dienstag in Piräus. «Das ist ein harte Nuss», betonte Abwehrspieler Christian Fuchs. Und Kapitän Benedikt Höwedes, der diesmal auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kam, mahnte: «Da erwartet uns ein Hexenkessel.»

Schalke blickte nach dem Pflichtsieg nur noch nach vorne auf die Königsklasse, die bemühten, aber letztlich zu harmlosen Fürther bezahlten erneut Lehrgeld. «Jeder Fehler wird gnadenlos bestraft bei der Klasse», sagte Trainer Mike Büskens nach der zweiten Heimpleite. Wie schon beim 0:3 gegen den FC Bayern hielten die Franken lange mutig dagegen - und mussten den Platz am Ende doch als klarer Verlierer verlassen. Da leistete sich Büskens einen neidischen Blick auf seinen alten Club. «Sie spielen nicht umsonst in der Champions League, und wir sind nicht umsonst neu in der Bundesliga.» Kissinger hat seinen Fußball-Tag trotzdem genossen.