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Schäffler: Spitzenkandidatur Röslers «nicht ausgemacht»

Berlin (dpa) - Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hält es für offen, ob Parteichef Philipp Rösler die Liberalen in die Bundestagswahl führen wird. «Das ist noch nicht ausgemacht. Das hängt von der Entwicklung in den nächsten Monaten ab», sagte Schäffler der Deutschen Presse-Agentur.

Schäffler und Rösler
FDP-Chef Philipp Rösler (r) hat im Gegensatz zu Frank Schäffler kein Bundestagsmandat. Foto: Michael Kappeler /Archiv Foto: dpa

Zu potenziellen Alternativen wollte er sich nicht äußern. «Wir haben viele gute Talente.» Rösler hat angekündigt, sich in Niedersachsen um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2013 zu bewerben. Bislang hat der Wirtschaftsminister kein Bundestagsmandat. Die Bundestagsfraktion der FDP trifft sich heute zu ihrer Herbstklausur in Mainz.

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An der dreitägigen Tagung nimmt auch Rösler teil, der kurz vor der Klausur wegen des Umgangs der Parteispitze mit Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in die Kritik geraten ist. Das FDP-Präsidium hatte sich am Montag unter Röslers Leitung von dem Vorschlag der stellvertretenden Vorsitzenden distanziert, ein Verbot des Ankaufs von Steuer-CDs zu prüfen.

Als ein zentrales Thema des Treffens nannte Schäffler die Europapolitik. Der Euroskeptiker äußerte die Sorge, dass die Entscheidung für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone schon gefallen sei. «Meine Befürchtung ist, dass man längst beschlossen hat, Griechenland weiter durchzufinanzieren, unabhängig davon, welche Reformschritte die Griechen machen.» Anders sei es nicht zu erklären, warum der «Troika»-Bericht der internationalen Geldgeber so lange dauere.

Schäffler zeigte sich überzeugt, dass es im Bundestag keine Mehrheit für weitere Milliardenhilfen an Griechenland geben würde. Auch deshalb bereite EZB-Chef Mario Draghi den Ankauf von Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten vor. «Das ist den Bürokraten zu anstrengend, wenn man immer um die Mehrheiten in den Parlamenten bangen muss. Da geht man lieber den einfachen Weg über die Notenbanken.»