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Schachmatt dank Schach

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Markus Huthöfer überspringt zwar zwei Berchtesgadener, der Ball geht jedoch am Tor vorbei. (Foto: Wechslinger)

400 Zuschauer kamen bei herrlichem Fußballwetter, um das Lokalderby zwischen dem TSV Berchtesgaden und dem FC Bischofswiesen zu sehen. Sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, sahen sie doch ein spannendes und schnelles Spiel. Nachdem TSV-Schlussmann Stefan Schach beim Bischofswieser Führungstreffer schlecht ausgesehen hatte, machte er seinen Fehler mehrfach gut und sorgte dafür, dass seine Mannschaft als Sieger die Breitwiese verlassen hat. Schiedsrichter Michael Häring vom SV Saaldorf gehörte zu den Besten auf dem Platz, wenngleich er dem TSV Berchtesgaden einen regulären Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung verwehrt hat.


Nachdem die Platzherren von Beginn an Druck erzeugt hatten und früh zu einer Kopfballchance durch Stefan Sontheimer gekommen waren, erspielten sich die Gäste eine leichte Überlegenheit. Sebastian Vorberg zirkelte einen Freistoß in den Strafraum, Christoph Gruber schoss knapp daneben (8.). Da beide Abwehrreihen gut standen, passierte zunächst nichts Aufregendes. Eine Schrecksekunde für die Platzherren gab es in der 21. Minute, als Tobias Botzenhard in einem Zweikampf am Kopf verletzt wurde und mit blutender Platzwunde ins Krankenhaus gebracht wurde. Doch in der zweiten Halbzeit saß Botzenhard schon wieder auf der Bank.

Freistoßspezialist Sebastian Vorberg

Berchtesgaden kam nach dieser Unterbrechung wieder besser ins Spiel und Martin Förg vergab nach einem Freistoß von Christian Lindner eine gute Möglichkeit. Nachdem sich keine Mannschaft entscheidende Vorteile erspielte, führte eine Standardsituation zum Führungstreffer der Gäste. Freistoßspezialist Sebastian Vorberg zirkelte einen Freistoß in der 32. Minute so geschickt aufs Tor, dass der etwas zu weit vor dem Tor stehende Schach den Ball passieren ließ. Berchtesgaden zeigte sich vom Rückstand unbeeindruckt und kam durch Mannschaftskapitän Robert Reichlmeier zu einer Möglichkeit, die jedoch FCB-Schlussmann Stefan Schnitzlbaumer glänzend parierte (34.).

Doch wenig später stand Reichlmeier nach einer gekonnten Flanke von Lindner goldrichtig und köpfte zum 1:1 ein. Jetzt lief das Spiel der Platzherren und Bischofswiesen stand gewaltig unter Druck. In der 42. Minute beging Schiedsrichter Häring seinen einzigen Fehler, als er nach einem Torschuss von Christian Winkler eine Abseitsstellung gesehen haben wollte. Die letzten Chancen vor dem Seitenwechsel hatte Tsvyatko Petkov mit zwei Flugkopfbällen, die knapp neben das Tor gingen.

Ucar überlistet Schnitzlbaumer

Der in der Halbzeit eingewechselte Cemal Ucar erzielte kurz nach dem Wiederanpfiff das 2:1 für den TSV Berchtesgaden, wobei FCB-Torhüter Schnitzlbaumer unglücklich aussah. Jetzt drückten wiederum die Bischofswieser dem Spiel den Stempel auf. TSV-Goalie Schach machte seinen Fehler vom 0:1 in der 56. Minute wieder gut, als er einen Schuss von Sebastian Koller gerade noch über den Querbalken lenkte. Auf der anderen Seite zielte der quirlige Ucar knapp daneben.

Mitte der zweiten Spielhälfte hätte der Gast vom Riedherrn ausgleichen müssen, doch Gruber scheiterte alleine vor Schach. Auf einmal waren wieder die Platzherren besser im Spiel und kamen zu Kontermöglichkeiten. Die Stadionuhr zeigte die 80. Minute, als sich Schach zum dritten Mal mit einer tollen Parade auszeichnete und sein Team auf Siegeskurs hielt. Drei Minuten später griff Teufelskerl Schach ein weiteres Mal energisch zu und verhinderte den Ausgleich. Peter Seidinger war gerade einmal gut zehn Minuten im Spiel, als er den durchbrechenden Ucar foulte und dafür in der 88. Minute zu Recht die Rote Karte sah. Um nicht in zahlenmäßige Unterlegenheit zu geraten, schaltete sich nun auch Torhüter Schnitzlbaumer ins druckvolle Angriffsspiel seiner Vorderleute ein. Doch den Gastgebern stand in der recht hitzigen Schlussphase auch das Glück zur Seite und so blieb es beim 2:1-Erfolg des TSV Berchtesgaden, der die Nachbarn noch tiefer in den Abstiegsstrudel riss. Berchtesgadens Trainer Richard Hartmann befand, dass ein Unentschieden gerecht gewesen wäre.

TSV Berchtesgaden: Schach; Popp, Botzenhard (20. Beil), Gökbayrak, Petkov, Förg, Lindner, Sontheimer, Reichlmeier, Winkler, Hartmann, Ucar, Althaus.

FC Bischofswiesen: Schnitzlbaumer; Jung, Huthöfer, Tschischke, Bogner, Geisler, Strauch, Gruber, Vorberg, Datz, Ottmann, Seidinger, Hirsch. Christian Wechslinger