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»Sauerkirsch« in bester Spiellaune

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Sänger Martin »Maschtei« Wilhelm (unser Bild) und seine acht Musikerkollegen von »Sauerkirsch« wurden beim »Heimspiel« in Übersee gefeiert. (Foto: Kewitsch)

Es hat gute alte Tradition, dass die Band Sauerkirsch zur Weihnachtszeit im Gasthof D'Feldwies aufspielt. Seit Jahrzehnten geht das so und seit Jahrzehnten ist der Saal ausverkauft, auch wenn im Grunde keine Werbung für dieses besondere Konzert gemacht wird. Gute Dinge sprechen sich halt herum.


Martin Wilhelm und seine Jungs waren einmal mehr in Spiellaune, sie hatten ihre Klassiker im Gepäck, die Setlist war ein wenig gestrafft und neu arrangiert. So waren es die wunderbaren Covernummern im besten Rock'n'Roll- oder Boogie-Woogie-Stil, aber auch die herrlichen Eigenkompositionen vom Schlage »Mit der Latten auf der Matten« oder das frenetische »Solange die Leber lebt«, die das Publikum begeisterten.

Die neun Bandmitglieder zogen vom Leder, allen voran Martin »Maschtei« Wilhelm am Mikrofon, der nach einer ausgiebigen »Brandig« Tour durch die deutschen Lande froh um die Heimatluft war. Aber auch Thomas Gartner (Gitarre) spielte frisch auf wie der Keyborder Markus Reiter oder – solosicher – der Mann an der Leadgitarre, Georg Meier. Das Bläserensemble Josef und Peter Lechner sowie Franz Pichl unterstützten Peter Janotta an den Drums perfekt. So kam es, wie es kommen musste: Es wurde laut, bestens ausgesteuert vom angereisten Wuppertaler Tontechniker, es wurde stimmig und es wurde warm. Der Saal tobte und sang, die wenigsten Fans waren zum ersten Mal auf einem »Kirschen-Konzert«, die meisten allesamt Wiederholungstäter. So wurde die Band dann natürlich auch bei der Lenny-Kravitz-Nummer »Mama hat gsogt« lauthals unterstützt und jede Anmoderation von Bandleader Wilhelm kräftig mit Applaus versehen.

Die Sauerkirschen sind erwachsener geworden, lediglich bei der dem verstorbenen Joe Cocker gewidmeten Nummer »Lass Dein Hut auf« gönnte sich Maschtei noch in eine kurze (Hut)Maskerade, ansonsten waren die bislang immer ausgiebig zelebrierten Kostümwechsel dieses Mal entbehrlich, was dem musikalischen Leckerbissen keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, die Band konzentrierte sich aufs Wesentliche, der Schnickschnack wurde zugunsten einer besseren Bühnenpräsenz eingespart.

Kurzum: Alle Jahre wieder »Sauerkirsch«, ein musikalisches Schmankerl, ein freudiges Fest. Udo Kewitsch