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Sanierungen im Bergener »Kassierhaus« gehen zu Ende

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Bergen: Sanierungen im »Kassierhaus« gehen zu Ende
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Über die zu Ende gehenden Sanierungen freuen sich (von rechts) Bürgermeister Stefan Schneider sowie die Architekten Sabine Babl und Sylvester Dufter. (Foto: Pültz)

Bergen – Die Gemeinde beendet die Sanierungen im sogenannten Kassierhaus. Rund eineinhalb Jahre war sie damit beschäftigt, die vier Wohnungen in dem rund 200 Jahre alten Haus, das früher zu den Gebäuden des Eisenhüttenwerks Maxhütte gehört hatte, grundlegend auf Vordermann zu bringen. Die letzten Arbeiten laufen. Ende des Monats ziehen die Mieter ein.


Noch gehen die Architekten und Handwerker in diesen Tagen ein und aus, da und dort sind sie noch zugange, um den alten Wohnungen, die jetzt in neuem Glanz erstrahlen, einen letzten Schliff zu geben. Jetzt, kurz vor der Vollendung, bekamen sie Besuch vom Gemeinderat. Das Gremium besichtigte das Haus.

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Die Gemeinde habe sich zum Ziel gesetzt, so Bürgermeister Stefan Schneider, das alte Gebäude in seiner Geschichte zu sichern und in dieser Ausrichtung die Wohnungen zu modernisieren, damit die Bürger dort in den nächsten Jahrzehnten gut leben können. Der Bürgermeister sieht im Erhalt alter Bausubstanz einen Beitrag zum Umweltschutz. Denn im anderen Fall, wenn man ein bestehendes Gebäude abreißen würde, dann würde viel Bauschutt entstehen, der dann aufwändig – unter Einsatz »grauer Energie« – entsorgt werden müsste.

Das »Kassierhaus« war in früherer Zeit eines der vielen Gebäude auf dem Gelände der »Maximilianhütte« oder kurz »Maxhütte«. Wie der Name sagt, war der Kassenverwalter des Betriebs in diesem Gebäude untergebracht. Das Eisenhüttenwerk war von 1562 bis 1932 in Betrieb. Als der Staat den Betrieb einstellte, ging das »Kassierhaus« wie alle anderen Gebäude der Maxhütte in das Eigentum der Gemeinde Bergen über.

Mit der Zeit verschlechterte sich der bauliche Zustand des »Kassierhauses«, die Wohnungen veralteten. Die Gemeinde entschloss sich zu Sanierungen. Und im Rahmen der Erneuerungen, die dann im Sommer 2018 begannen, brachte sie vieles grundlegend auf einen neuen Stand. So ließ sie in den vergangenen eineinhalb Jahren die Fenster und Böden austauschen und das Haus dämmen. Die Decke im obersten Geschoß erhielt eine rund 40 Zentimeter dicke Schicht, die nun Wärmeverluste verhindert.

Da das Haus unter Denkmalschutz steht, darf an den Außenwänden keine Dämmung erfolgen, also dichtete die Gemeinde die Wände innen ab. Und vor allem erneuerte die Gemeinde die Heizung: Sie schuf eine Nahwärmeversorgung. So hat sie in einem wenige Meter entfernten Haus eine Pelletsheizung eingerichtet, die nun alle Wohnungen im »Kassierhaus« mit Wärme versorgt. Fußboden- und Wandheizungen garantieren angenehme Temperaturen in der kalten Jahreszeit.

Die Kosten für die Sanierungen belaufen sich nach Angaben von Schneider schätzungsweise auf rund 1,3 Millionen Euro. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, die Endabrechnung ist noch nicht erstellt. Rund 30 Prozent der zuschussfähigen Kosten übernimmt der Staat, der die Sanierungen fördert.

Auch wenn die Gemeinde noch keinen endgültigen Schlussstrich unter die Zahlen gezogen hat, deutet sich jetzt schon an, dass die Baumaßnahmen rund 100 000 Euro teurer ausfallen werden, als sie ursprünglich erwartet hatte. Als einen Grund nennt der Bürgermeister, dass sich im Rahmen des Denkmalschutzes unliebsame Überraschungen ergeben hätten, die sich im Vorfeld der Sanierungen so nicht abgezeichnet hätten. Höher als erwartet sei insbesondere der Aufwand für die Fenster und Kamine gewesen.

Weitere Sanierungen in angrenzenden Häusern

Nach der Beendigung der Arbeiten im »Kassierhaus« eröffnet die Gemeinde wie geplant eine neue Baustelle in unmittelbarer Nachbarschaft. So geht sie, wie Schneider vorausblickt, noch in diesem Jahr an eine Modernisierung des »Schlackenhauses«. Auch dieses Gebäude, das einmal zum früheren Eisenhüttenwerk gehört hatte, erfährt eine Rundumerneuerung. Und wenn dort alles im Lot ist, folgt der dritte und letzte Akt der Sanierungen der alten Gebäude der früheren Maxhütte. Dann wechseln die Bauarbeiter ins »Gelbhaus«.